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Freitag, 28. Mai 2010

Mammutjäger – XXXVII (Finale)

Das letzte Kapitel.

Ein Kapitel Zeit, das zu richten, was in den schätzungsweise 30 Kapiteln zuvor so alles schief lief.

Wir fragen uns, „Geht denn das? Diese ganzen Verwicklungen, Mißverständnisse, Verlöbnisse, das ganze Schweigen und Murren und Einbilden und Einreden, kann man das innerhalb eines Kapitels wieder hinbiegen?“

Und FrauKatz sagt: „Ja. Nu. Schaunwermal.“

Der Vorzeichen-Vulkan geruhte also auszubrechen und das Löwenlager meckert über die Asche, die der Wind über alles verteilt.
Na, nu, ich glaube, über Lava wären sie noch weitaus unerfreuter. Hüstel. Die geistige Führung der Mamutoi erwägt nun aufgrund des Ascheregens, die geplanten Hochzeits- und Fraubarkeitsöffnungsfeierlichkeiten zu verschieben. Das ist dann auch Gesprächsthema Nummer 1.

Auch die holde Weiblichkeit des Löwenlagers unterhält sich über Männer, über Deegies nahende (oder eben nicht nahende) Hochzeit und über den strahlenden Mittelpunkt ihrer aller Leben, Aspirine.
(Ich schrieb soeben zuerst „ihrer aller Lebern“ und hätte es aus lauter Erheiterung fast gelassen.)

„Ich glaube nicht, daß sie der Hochzeit so entgegenfiebert wie du, Deegie“, sagte Tronie. „Irgend etwas stimmt nicht mit ihr. Ob sie wohl krank ist?“


Krank? O wenn ihr doch jemand hülfe!

Wie allen, von den Beteiligten mal abgesehen, ist auch Tronie klar, dass Aspi Jodelkarl liebt und die Sache mit Randy so ganz grundsätzlich keine übermäßig tolle Idee ist. Doch der Aspi Wille scheint entschlossen, sie in die Irre und damit Randys Arme zu führen, wer könnte ihr also reinreden?

Karl natürlich. Der will nun einen letzten Anlauf machen und sucht Aspi auf, die sich mit Mamut unterhält und bezüglich Rydag viele humanistisch-philantrope Gedanken äußert, da sie ja nun so ein tiefempfindender, gütiger Mensch ist.

Karl tritt näher und bittet um ein Wort unter vier Augen. Ist jetzt der Zeitpunkt, an dem wir den Rest des Kapitels dazu nutzen, alles aufzuklären ...?

Ayla senkte den Blick, sah dann den alten Mann an und mied Jondalars bekümmerten Blick. Dann sagte sie leise „Ich glaube, wir haben einander nichts zu sagen[.]“


Karl ist wie vor den Kopf geschlagen, nicht einmal reden will seine Herzensliebste mehr mit ihm!

Er machte kehrt und entfloh.


Ja, gut, G'schäft wie gewohnt, aber, äh, hallo? Letztes Kapitel? *aufuhrzeig* Wollt ihr nicht langsam mal in die Hufe kommen?

Erst aber kommen Tulie und Nezzie mit einer Überraschung für Aspi: sie haben ihr ein wunderwunderwunderschönes Hochzeitskleid genäht. Eines, das man hochgeschlossen tragen kann und dann bei der Hochzeit barbrüstig, denn eine Frau muss ihre Assets ja vorzeigen bei einem solchen Anlass.

Sie hat wahrhaftig Brüste, auf die sie stolz sein kann, dachte Nezzie.


Wie schön, dass wir das jetzt aus erster Hand, aber irgendwie haben wir uns das dann doch schon fast gedacht.

Als Aspi zur Froide aller Männer durchs Lager flaniert und ihr Kleid vorführt, wird Karl klar: ich muss weg.

Er nahm sich vor, bis zum Morgen zu warten, allen Lebewohl zu sagen und dann gleich nach dem Morgenmahl aufzubrechen. Bis dahin wollte er niemand etwas sagen.


So isset dann auch. Er verbringt nochmal ein wenig Zeit mit allen Löwenlaglern, dann ist die Nacht auch schon da. Es wird eine unruhige für Karl und mit dem ersten Morgenlicht, das Aspis Hochzeitstag mit sich bringt, rafft er seine Sachen zusammen und macht sich, nur kurz durch eine kryptische Begegnung mit Mamut unterbrochen, auf dem Weg.

Später, zu menschlicherer Stunde, erwacht auch der Rest des Lagers und Aspi mit ihm. Sie hat gleich das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, kommt aber nicht so richtig drauf. Erst nach einiger Anlaufzeit bemerkt sie dann, dass nicht nur Karl sondern auch seine Besitztümer weg sind.

Aspi: „Nezzie! Er ist weg! Er ist weg!“
Nezzie: „Haja, schon? Wen wundert's.“
Aspi: „Aber er hat sich nicht mal verabschiedet! Ich dachte, er bleibt bis zur Hochzeit! Buuhhuuu!“
Nezzie: „Ja, klar, nichts hätte er lieber getan als zuzusehen, wie sich die Liebe seines Lebens mit einem anderen Mann zusammentut. Sowas lässt man sich doch nicht entgehen. Wahrscheinlich ist ihm eingefallen, dass er daheim den Herd angelassen hat. Bei den Zelandonii. Vor 5 Jahren oder so.“
Aspi: „Ahaaaber eher hahat mihich dohoch nihicht meher geliehiehiehiebt!“
Nezzie: „Du bist echt dämlich.“
Aspi: „Wie konnte er mich verlassen? Es war doch abgemacht, dass wir zu den Zelandonii gehen! Unsere Pläne! Wir hatten Pläne!“
Nezzie: „Du bist echt dämlich.“
Aspi: „Wääääähäääähääääää!“ *heulflennschluchz*

Nezzie tröstet die völlig aufgelöste Aspi erst einmal.

Nezzie: „So und jetzt schön in das Wieseltaschentuch schneuzen!“
Aspi: *pllööööörrt*
Nezzie: „So, und jetzt?“
Aspi: „Randy soll sich mit Tricie zusammentun. Die liebt ihn und hat außerdem schon ein Kind von ihm.“
Nezzie: „Ah. Und was ist mit Karl?“
Aspi: „Der liiehiiieeebt mich doch niiihiiicht!“ *flenn* „Was hahaaabe ich ihm nuhuuur getan, dass er mich nicht mehr lieeehieeebt?“
Nezzie: „Du bist echt dämlich.“
Aspi: „Du meinst, ich soll mit ihm reden?“
Nezzie: „Sowas in der Art meinte ich.“

Aspi schnappt sich stehenden Fußes Pferd und Spürhund und los geht die Jagd. Schließlich kann Kalle zu Fuß noch nicht soo weit gekommen sein.

*hoopeldipoppelgaloppel*

Aspi holt ihn ein und nun werden wir Zeuge, wie das ganze Gedöns, um das wir wochenlang rumgeschlichen sind, aufgelöst wird:

Aspi: „Hallo.“
Karl: „Oh. Äh. Hallo.“
Aspi: „Ich liebe dich.“
Karl: „Ich dich doch auch! Heiraten?“
Aspi: „Na klar! Wonnen?“
Karl: „Na klar!“ *klamottenwegreiß**

Ein paar Absätze mit Brustwarzen, Gefühlswellen, „Blütenblättern“, Glied, einem warmen, tiefen Brunnen und ein bisschen Hügjene danach, und alles ist wieder gut. Tirili, Tanderadei.

Kalle und Aspi reiten, endlich glücklich wiedervereint, zurück zum Lager. Der dort schon besorgt herumlaufende Randy will es zuerst gar nicht wahrhaben, aber es ist nicht zu übersehen: Karl hat ihm die Braut ausgespannt.

Randy: „Ach Männo.“
Aspi: „Heirate doch Tricie. Deren Kind ist nämlich von Dir, also nicht nur von Deinem Geist und Zeugs sondern richtig von Dir.“
Randy: „Oha! Cool! Aber ein bisschen betrübt bin ich doch.“
Aspi: „Ja, nun. Das tut mir natürlich in meinem herzensguten Herzen weh, aber 's geht halt nicht anders.“

Dann wird sich noch schnell von allen verabschiedet, denn Aspi und Karl wollen gleich los zu den Zelandonii und heiraten. Alle sagen brav tschüss und dann reiten unsere Helden in den Sonnenaufgang.

Ende.

... ich sag' da jetzt erst mal nix zu, aber ich freue mich auf die Kommentare.

_ _ _ _ _
* Gut, ein bisschen mehr sprechen sie sich schon aus, aber da ist nichts dabei, was sich beide nicht schon zig Trillionen Mal im Laufe des Buches selbst gedacht haben. Grundsätzlich ist die Zusammenfassung aber genau das, was passiert.

Dienstag, 25. Mai 2010

Mammutjäger – XXVI

Zwei Kapitel vor Schluss kommt Karl nun endlich auf den Trichter, dass er Aspirine die Wunderbare gerne zurück hätte. Ganz spontan, weil sie so rosige Wängelein hat, nachdem das böse Mammut sie fast niedergetrampelt hätte. Da fällt ihm dann ein, dass er, ach ja, dann vielleicht doch wieder.

Meine Güte. Wäre sie vor 25 Kapiteln eben ein paarmal ums Zelt gejoggt und hätte sich mit den vor Anstrengung glühenden Bäckchen vor ihn gestellt, man hätte sich einiges ersparen können.

Aber hinterher ist man ja immer klüger, ne?

Um dem romantischen Anlass der neuerwachenden Liebe gerecht zu werden wird erst einmal ein paar Absätze lang beschrieben, wie Talut das Mammut mit energischen Axtschlägen fachgerecht in kleine Stücke haut.

... ich glaube, bei Katzens gibt es heute Abend Käsebrot.

Es wird noch erwähnt, dass erneut die anwesende Menschheit voll des Lobes über Aspis Pferde ist. Denn die können was wegschleppen, das glaubste nicht!

Ansonsten ist alles noch beim alten: Randy ist aufgeregt und fühlt sich durch Jodelkarls Anwesenheit immer noch vage bedroht, obwohl sich langsam Respekt zwischen den Männern entwickelt, außerdem verunsichert unseren Bildschnitzer Wischundwegs Interesse an seiner Aspi. Die wiederum freut sich nicht wirklich auf die Hochzeit, welch Überraschung.

Nur im tiefsten Dunkel der Nacht gab Ayla sich selbst gegenüber zu, daß sie [...] froh wäre, wenn sie nicht an Ranecs Herdfeuer leben müßte.


Denn sie begehrt immer noch Kalle. Aber wie das so ist, wenn man nachts alleine im Fell liegt, sich nach Karl verzehrt und nicht an Randys Herdfeuer will, man kommt auf komische Ideen.

Ihr kam ein Gedanke, und sie runzelte die Stirn. Vielleicht fühlte er sich zu ihr hingezogen, so wie sie sich zu ihm hingezogen fühlte, und vielleicht wollte er das nicht. Ob das wohl die ganze Zeit über das Problem gewesen war?

Sie spürte, daß sie wieder errötete, diesmal freilich aus Ärger.


Ja. JA. Genau das war die ganze Zeit das Problem. Ganz sicher. *winsel*

Aspi beschließt, dass das alles einen Sinn ergibt und sie deswegen von jetzt an Karl aus dem Weg gehen und ihn ignorieren wird, jawoll.

Ayla spürte, wie ihr heiße Tränen in die Augen stiegen. Wie komme ich dazu, ihn zu lieben, wo er mich nicht liebt?


*unartikulierte Laute* Ernsthaft? Wir sind anderthalb Kapitel vor Ende und Aspi entschließt sich jetzt noch dazu, erst mal beleidigt zu schmollen?

OoooOOOOooooOOOOOoooOooOOOoooooohhh Mann!

Gedacht, getan. Gleich mal vor Jodelkarls Augen an Randy rangeschmissen, damit der olle Ex das auch ja mitbekommt.

„Vielleicht sollte ich doch deine Felle mit dir teilen“, sagte sie.

Ranec strahlte über das ganze Gesicht[.]


Ja, andere Teile von ihm bestimmt auch. Hüstel. Karl ist etwas unerfreut und verlässt das Zelt. Kann man ihm jetzt auch nicht wirklich verübeln.

Das Trüppchen Mammutjäger zieht weiter, zurück zum Sommerlager. Doch noch immer dräuen dunkle Wolken um Aspis hohe, reine Stirn und böse Vorahnungen huschen schattengleich durch ihr Unterbewußtsein.

Weswegen auch gleich ein Vulkan ausbricht. Kann ja nicht angehen, dass Aspi umsonst Ahnungen hat.

Plötzlich ließ Ayla den Becher fallen, schlug die Arme um sich, als gälte es, sich zu beschützen, und starrte voller Entsetzen auf den Himmel im Osten. „Talut! Schau!“

Eine dunkelgraue Säule stieg in der Ferne in die Höhe, und eine immer mehr aufquellende dunkle Wolke füllte den Himmel. „Was ist das?“


Man ist sich bald einig: es ist ein Zeichen. Eindeutig.

Karl kann dann auch noch geologische Details beitragen, da für ihn diese Berge kein Mysterium darstellen. Man beruhigt sich just wieder, als Wolf plötzlich im Lager auftaucht. Aspi ist sofort klar: Timmy ist in den alten Brunnen auf der Nordweide gefallen! ... oder es ist was mit Rydag.

Sofort machen sich Aspi und Karl auf den Pferden schnellstens auf den Weg zurück zum Sommerlager. Warum Karl? Nun, Aspi wollte erst Randy als Geleitschutz mitnehmen, aber Randy hat Angst vor Pferden.

Aspi ist erschüttert, kann das aber verständlicherweise jetzt nicht mit ihrem Zukünftigen ausdiskutieren.

Hoppeldipoppelgaloppel geht es zurück zum Sommerlager. Auf dem Weg dorthin reiten sie noch auf halber Strecke den Boten nieder, der ausgeschickt wurde, sie zu holen. Huppla.

Im Lager angekommen ist die Lage ernst. Rydag liegt im Sterben und sein größter Wunsch ist es, als Mensch beerdigt zu werden.

Aspi: „Natürlich, wo ist das Problem?“
Nezzie: „Das Mammut-Lager (sowas wie der Vatikan, also Ansprechpartner in allen spirituellen Belangen UND Wischundwegs Lager) hat aber gesagt, er sei ein Tier und dürfe deswegen nicht als Mensch beerdigt werden.“
Aspi: „Waaaaaaas?“
Rydag: *stirbt*
Aspi: „Dann beerdigen wir ihn eben nach Clan-Riten, da kann das Mammut-Lager nicht reinreden! So!“

So machen sie es dann auch und so starb dann auch jede Hoffnung Wischundwegs auf eine Verbindung mit Aspi, denn die ist nun rechtschaffen sauer auf ihn.

Die Beerdigungsfeierlichkeiten sind würdevoll und feierlich und alle sind gerührt. Die Situation zwischen Randy, Karl und Aspi aber bleibt dieselbe: Randy hängt permanent an Aspis Rockzipfel, die ist distanziert und abweisend und Karl weiß auch nicht, wie er ihr seine unsterbliche Liebe schnell mal eben überzeugend nahebringen könnte.

Er ist eben eher ein Mann der Lenden als des Wortes.

Freitag, 21. Mai 2010

Mammutjäger – XXXV

Läutet die Glocken, zieht eure zellophanverpackten Galaklamotten aus der hintersten Ecke des Schrankes, staubt das urgroßmütterliche Diadem ab und holt den Selbstgebrannten aus dem Keller, denn es ist soweit:

Wir kommen zur Mammutjagd!

Ich pausiere an dieser Stelle, bis sich das Raunen und die vereinzelten Schreie der Erregung im Publikum wieder gelegt haben und trinke derweil ein Tässchen grünen Tee.
*schlürf*

Als aufgeklärter Steinzeitmensch kann man nun aber nicht einfach seinen Speer packen, losmarschieren und alles erlegen, was einem so in den Weg tritt. Nein, so eine Jagd muss vorher rituell eingeläutet werden. Spuren davon finden sich heute noch im Vorglühen vor einer Party oder einem Fußballspiel, das ja auch eine moderne Kampfhandlung darstellt.

Zur Steinzeit war mal allerdings noch spiritueller eingestellt, und so müssen die versammelten Mamuti (Mamut, der wichtigste Mamuti der Mamutoi. Hopp! Dreimal schnell hintereinander sagen!) die Mammuts herbeirufen. Also, geistig. Sie laufen jetzt nicht durch die Gegend, kloppen mit Stecken an Büsche und rufen „Mammut! Feines Mammut! Wo ist das feine Mammut? Komm, kommkommkomm, gibt auch Keks!“

Man „ruft“ die Mammuts also herbei und weil Aspi so schön auf dem Höhlenlöwen geritten ist, sind die restlichen Mamuti der Meinung, dass sie dieses Rufen nicht ohne die glorreiche Anwesenheit unserer Heldin über die Bühne bringen können.

„Aber ich habe dir doch bereits gesagt, daß ich über keine besonderen Kräfte verfüge“, sagte Ayla geradezu flehentlich. „Ich weiß nicht, wie man mit ihnen spricht.“

[...]

„Sie bestehen trotzdem darauf, daß ich dich bitte. Nachdem sie dch auf dem Löwen haben reiten sehen und erlebt haben, wie du ihm befahlst umzukehren, sind sie überzeugt, daß du einen starken Einfluß auf das Geister-Mammut besitzt[.]“


Ich muss an diesen Cartoon denken. Ich weiß auch nicht genau, warum. Ich hatte die letzten Tage sehr wenig Schlaf, vielleicht ist das die Erklärung.

Das Zelt füllt sich mit ehrfürchtigen Mamuti, auch Wischundweg ist darunter.

Vom ersten Augenblick ihrer Begegnung an hatte er an Ayla etwas Geheiminsvolles gespürt[.] Ihre Macht war schon groß. [...] Wenn sie einen Höhlenlöwen beherrschte – wer weiß, wozu sie dann noch fähig war? [...]


Ich würde sagen, sie ist zu allem fähig, aber das klingt jetzt im Zusammenhang etwas seltsam. Hüstel. Jedenfalls geht es dann ein paar Absätze lang um das Glaubenssystem der Mamutoi, neben dem sich der Buddhismus wie ein Kindergartenspiel ausnimmt. Es fallen Begriffe wie „Die Struktur ihres metaphysischen Kosmos“ und das kleine Kätzchen in meinem Ohr sagt Dinge wie „OAR! NEE!“ und rollt mit den Kulleraugen.

Vincavec war genauso wie alle anderen Mamuti inzwischen überzeugt, daß Ayla nicht nur eine Mamut war – Eine Die Der Mutter Dient – sondern daß sie mehr sein mußte. Vielleicht verkörperte sie eine übernatürliche Gegenwärtigkeit; möglicherweise war sie sogar die fleischgewordene Mut selbst.


Hat das Christentum die Sache mit Gott auf Erden und Krams also nicht erfunden. Nein, das war Aspi. Mit ein bisschen Hilfe ihrer geringeren Mitmenschen. Liste! Liste! Man hole den Gabelstapler und mit ihm die Liste!

Die Generalversammlung zeremoniert dann mal ein bisschen, Aspi lässt sich wenigstens zum Zugucken überreden. Als sie ihre Pyritwürfel zum Feuermachen vorführt (ohne Feuer gibt es schließlich keine ordentliche kultische Handlung, ne? Grundwissen!) geben diejenigen unter den Mamuti, die das noch nicht gesehen haben, Rufe der Überraschung und – gibt es dafür wirklich nur einen Ausdruck, der ad vomitum wiederholt werden muss? *mieh* – ehrfürchtiger Scheu (gna!) von sich.

Auch, wenn sie nur zuguckt, sie ist begabter als alle anderen und sie meint hinterher zu Randy, dass vielleicht irgendetwas geschehen sei während der Zeremonie und sie habe jetzt irgendwie ein schlechtes Gefühl.

Am nächsten Tag ziehen die Jäger los. Stock, Stein, heiliger Hain. Woraus mein schlafmangeliges Hirn Hein Blöd mit Heiligenschein macht. Tüdelü.

Wischundweg macht sich zwischendrin auch nochmal an Aspi heran.

Wisch: „Du bist so unglaublich! Ehrfürchtige Scheu ergreift mich, wenn ich an Dich denke. Und Lendendinge. Sag, dass Du mein sein wirst! Komme mit mir an mein Herdfeuer!“

Aspi: „Ich finde Dich zwar äußerst interessant, ne, aber ich bin mit Randy verlobt.“

Wisch: „Pfht. Egal. Bring ihn mit.“

Aspi: „Äh ...“

Wisch: „Ich bin auch den Reizen eines Mannes durchaus nicht abgeneigt.“

Aspi: „... äh?“

Jodelkarl: „Entschuldigt, dass ich so reinplatze, aber ich gehe dann mal das Pferd bürsten.“

Aspi: „Ja! Genau! Uhm, ich meine, ja, werde ich auch tun.“ *flitz*

Sie reiten davon.

Wisch: „Hm, ich frage mich, welche Gefühle Blauauge (ein reizender Mann, fürwahr) Aspi entgegenbringt. Wonnen tut er jedenfalls nicht mit ihr. Hmmhmhmmmm.“

Am Lagerplatz und Gletscher angekommen wird erst gelagert, dann, am nächsten Morgen, klettern Aspi, Karl und Randy hinauf und wer, meint ihr, entdeckt die Mammuts? Naaaa?

Ja.

Eine der Frauen aus Brecies Lager beteuerte einem der Männer gegenüber, sie habe Ayla auf der höchsten Spitze des Eisberges stehen, die Augen schließen und den Kopf so hin- und herdrehen sehen, als sei sie auf der Suche nach etwas oder rufe es möglicherweise auch herbei; dann habe sie die Augen aufgemacht, und siehe da – da waren sie, die Mammuts. Der Mann nickte, als ob damit alles erklärt sei.

[...]

„Ich habe aber gar nichts getan“, sagte Ayla. „Ich habe sie nur zufällig entdeckt.“


Ja, Liebelein, mach das mal Deinem Fanclub klar.

Aspi entdeckt nicht nur die Mammuts, sie findet auch den idealen Weg, sie zu jagen, indem sie in aller Unschuld mit Talut darüber spricht, dass dieser Gletscher ja interessante Biegungen mache und das da drüben ja geradezu eine Schlucht ohne Ausgang sei.

Alle, die sich in diesem Augenblick schmerzhaft frappierend an die Wisentjagd im ersten Drittel des Buches erinnert fühlen, bitte hier links zu mir hinstellen. Die anderen müssen jetzt warten, bis wir fertig sind mit Seufzen und Stöhnen.

Dann gucken wir mal, wer dieses Mal in gefährliche Gefahr gerät.

*blätter*

Der Gewinner ist ... Jondalar Aspi! Man treibt die Wisents Mammuts in die Sackgasse, er sie verwirft seinen ihren Speer, reizt damit einen WisentMamutjungbullen, der auf ihn sie losgeht und in letzter Sekunde von drei zwei Speeren niedergestreckt wird.

Hatten wir ja schon 30 Kapitel nicht mehr, darf man ruhig mal eine Wiederholung bringen.

Wie Aspirine so dasteht, mit blitzenden Augen und geröteten Wangen, noch voll im Adrenalinrausch, da wird Karl (mal wieder, aber wer zählt schon mit. 15.) klar, dass er es sich selbst versaut hat, weil er immer Angst hatte, seine Leute in Ganzweitweg® könnten Aspi ablehnen.

Und dann, das Ende des Buches naht schließlich, beschließt er noch etwas.

„Keine andere Frau bedeutet mir etwas. [...] Doni, ich will sie zurückhaben. Ich weiß, es ist zu spät, aber ich möchte Ayla zurückhaben.“


Zwei Kapitel vor Schluss? Bub, spät ist ja gar kein Ausdruck!

Dienstag, 18. Mai 2010

Mammutjäger – XXXIV

Nun, da Aspi ihr Coming-Out vor der versammelten Menschheit hatte, muss sich das Löwenlager zur Krisensitzung zurückziehen. Ungeachtet der Tatsache, dass sie ihrem Goldstück fein beistanden gilt es den Schaden für das Ansehen des Lagers zu evaluieren.

Dabei kommt heraus, dass im Löwenlager durchaus einige von Aspis gemischtgeistigen Sohn wussten.

Talut: „Was machma denn jetzt?“
Tulie: „Aspi, hättste das denn nicht schon vorher mal erwähnen können?“
Aspi: „Ach, ich spreche so ungern darüber. Trennungstrauma und so.“
Mamut: „Ich hab's gewusst.“
Nezzie: „Ich auch.“
Tulie: „Wott? Warum sagt mir eigentlich nie einer was?“

Man beschließt, nicht abzureisen und abzuwarten, was sich so ergeben wird. Aspi gesellt sich zu Rydag und spricht mit ihm ein wenig über ihre Erfahrungen mit dem Clan, ihren Sohn und dass der mit Uba, ebenfalls gemischtgeistig, zusammengegeben werden wird. Rydag ist fasziniert und emotional aufgewühlt.

„Ich finde es furchtbar hier“, gab Rydag ihr erregt und wütend zu verstehen. „Ich wünschte, ich wäre Durc und lebte beim Clan.“

Was Rydag das(sic) sagte, erschreckte Ayla.


Am Abend schlägt sie Randys Angebot, das Fell zu teilen, aus und geht lieber hinaus zu den Pferden. Jodelkarl beobachtet sie dabei, wie er das standardmäßig zu tun scheint, und erkennt: aha, sie muss denken.

Auch Karl denkt, auf den gleichen Schienen, mit denen er sich schon die letzten 500 Seiten so formidabel in die Ecke gedacht hat. Eine Erkenntnis ist aber immerhin dabei.


  • Oh, alles nur wegen meiner dummen Eifersucht!

  • Als sie damals mit Randy ins Fell ging, da war sie doch nur eine brave Clanfrau, sie kannte es doch nicht anders.

  • Ich habe mich ihrer Vergangenheit und damit irgendwie auch ihrer immer geschämt.

  • Jetzt ist alles zu spät, sie braucht mich nicht mehr, und ich verdiene sie auch nicht. Schluhuchz.



Ja. Er sieht quasi alles ein, aber anstatt wenigstens zu versuchen, da schnell noch was richtigzurücken, versinkt er in jammeriger Situationsanklage.

Aspi hingegen denkt über ihren Wunsch nach, Durc zu sich zu holen.

Einen Jungen, der sich vermutlich nicht mehr an sie erinnert. Der von ihrer „Schwester“ als Mutter aufgezogen wurde. Der, da Neanderthaler schneller altern als Cro Magnons, nun schon bald heiraten wird.

Den will sie einfach aus seiner Umgebung reißen, inklusive Frau, ihn zwischen völlig Fremde stecken, deren Sprache er nicht mal spricht (Aspi: „Aber er könnte sie lernen!! ), nur weil sie seine leibliche Mutter ist und ihr der Sinn nach ein wenig Familien-Heititei steht.

Rein emotional kann ich ihren Wunsch ja ansatzweise nachvollziehen, aber der Plan an sich ist so ... so .... ich meine, jemand, der soviel Ahnung von Hygjene hat und dieses profunde und tiefe Wissen und Verständis für alles Lebende, wie kann so jemand andererseits so dermaßen ... *fuchtel*

Nee, ich rege mich da jetzt nicht mehr auf. Zum Glück sieht Aspi nämlich ein, was für ein gewaltiger Dösbaddel sie wäre, würde sie ihre Absicht weiter verfolgen.

Sie hatte Durc holen und ihn zurückbringen wollen ins Löwen-Lager, damit er bei ihr lebte. Jetzt fragte sie sich, was eigentlich das beste für ihn wäre.

Jetzt fragt sie sich das. Na bravo.

Ob er hier glücklich sein konnte, wo er doch die Möglichkeit hatte, beim Clan zu leben? Konnte er glücklich sein unter Menschen, die ihn hassen würden? Die ihn einen Flachschädel schimpfen würden[?]

Äh ... nein?

Dann versteigt sie sich in die Frage, ob sie denn zum Clan zurückkehren können würde sollte. Gut, sie wurde vom Clan für nichtexistent erklärt und gilt damit als für immer ausgestoßen und ignoriert, aber das soll uns bei den Erwägungen mal üüüberhaupt nicht stören, tut es Aspi ja auch nicht.

Sie müsste Winnie und Renner aufgeben, denn die Clanleute würden sie ihr nicht erlauben. Wäre sie dazu bereit, nur um Durcs Mutter zu sein? Und überhaupt, er hat ja eine Mutter. *ding* Uba, ihre „Schwester“. Eine andere Mutter kennt er doch nicht.

Aber hey, sie könnte zurück ins Tal der Pferde und Durc und Ura dahin holen! Jaaa! Genialer Geistesblitz!

... nicht?

Nach langem Hin und Her kommt Aspi nun doch endlich zur Erkenntnis, dass Durc dort, wo er sich befindet, eigentlich am Besten aufgehoben ist.

Der Clan ist seine Welt; und ob es mir nun gefällt oder nicht, dies hier ist meine Welt. Ich kann nicht zum Clan zurück; Durc kann nicht hierherkommen. Es gibt keinen Ort auf der ganzen Welt, wo mein Sohn und ich zusammen leben und glücklich sein können.


Ja. Nu. Das ist an sich zwar schade, aber gut, dass endlich doch ein wenig Vernunft bei Aspi eingezogen ist. Pfhuuuu.

Der nächste Morgen beginnt mit Selbstanklage. Oh, wegen mir werden jetzt alle das Löwenlager dissen!, jammert Aspi. Naaaain, sagt Nezzie, Aspi habe schließlich nur Rydag verteidigt, das passe schon so. Basta.
Auch im restlichen Sommerlager ist man damit beschäftigt, den eigenen Standpunkt zur Flachschädelgate-Affäre zu finden. Besonders Wischundweg würde mich jetzt ja interessieren, immerhin beabsichtigt er, Aspi zu ehelichen, nö?

Aber was will man schon erwarten? Wischundweg stellt fest, dass Aspi dann ja noch wertvoller ist (), wenn sie schon einen Sohn geboren hat und überhaupt:

„Ich habe das Gefühl, Avarie, all dies wird auf Dauer keine schlechten Folgen zeitigen. Irgendwie hat diese Ayla etwas, daß ich glaube, Die Mutter hat irgendwas mit ihr vor. Vielleicht geht sie mächtiger aus dieser ganzen Sache hervor, als sie es vorher war.“


Ja, na klar. Das Höhlenlöwentotem. Bedeutender als alle anderen. Er spürt es einfach.

Erneut flanieren die Lager bei Tulie und Talut vorbei um ihre Solidarität zu signalisieren. Es sind dieses Mal allerdings nicht ganz so viele.

„Etliche andere allerdings führen ziemlich starke Argumente gegen uns ins Feld. Manche gehen sogar so weit zu fordern, wir sollten abziehen.“


Huh, das ist ja mal eine vertrackte Situation. Immerhin die Hälfte der Lager hält Ayla ebenfalls für die Preview der heiligen Marthe aus Silberstadt, aber genügt das?
Hmmm.

Was könnten wir denn da machen, um auch die zweifelnde Hälfte der Lager von Aspis unglaublicher Unglaublichkeit zu überzeugen? Was könnte sie denn so Unglaubliches und Unerhörtes tun, dass die Ketzerhälfte vor Bewunderung und Ehrfurcht gar hintüber fällt?

Na, wer errät es?

Ah, nun. Am nächsten Tag geht Aspi gemütlich durchs Lager und besichtigt gerade bei Tricie Randys Sohn, da ...

„Ach, Große Mutter! Meine Tochter! Wenn ihr doch jemand hülfe!“ rief eine Frau wehklagend.

„Was ist denn mit ihr? Und wo ist sie?“ fragte Deegie.

„Ein Löwe! Ein Löwe hat sie! Unten auf der Weide.“


Dähdääh! Dähdääh!

Der Höhlenlöwe, zu der Zeit so groß wie ein Endstockmaßpony und das gefürchtetste Raubtier der Steinzeit. Die Männer bewaffnen sich mit Speeren, Aspi mit Vorahnung.

Sie springt auf Winnie und galoppiert an mobilen Rettungsteam vorbei zur Weide. Der Plebs ist empört, schließlich könnte sie den Löwen noch zusätzlich erzürnen mit ihrem kapriziösen Verhalten.

Ahahahaha. Nein. Denn es ist, haben wir wirklich was Anderes gedacht, Baby. Der Höhlenlöwe, den Aspi eigenhändig großgezogen hat!

NEIN! DIESE ÜBERRASCHUNG!

Vor den übergehenden Augen ihres Publikums schmust Aspi mit Baby und um auch wirklich noch Eindruck zu schinden, reitet sie ihn auch noch ein Stückchen.
Ach, ja, und das Mädchen ist natürlich auch gerettet. Baby hatte die nämlich wegen ihrer langen blonden Haare mit Aspi verwechselt, nein, wie drollig!

Endlich riss Jondalar sich von dem faszinierenden Anblick los und bemerkte die Fassungslosigkeit auf den Gesichtern der anderen. Er sah förmlich, was sie dachten. Pferde, das mochte noch hingehen, selbst ein Wolf – aber ein Höhlnlöwe? Sein Gesicht verzog sich zu einem breiten, selbstgefälligen, stolzen und auch erleichtertem Grinsen. Sollte jetzt noch mal jemand seine Geschichten anzweifeln!


Niemals! Denn alle Anwesenden sind wieder in den einzigen Zustand gefallen, der in einem Umkreis von 50 Kilometern um Aspi akzeptabel ist: ungläubige, ehrfürchtige Scheu.

Na, wenn das nicht das Wuppdich war, das Aspi bei allen Lagern völlig rehabilitiert, dann will ich fortan FrauWellensittich heißen.

Freitag, 14. Mai 2010

Mammutjäger – XXXIII

Dieses Kapitel war aus Gründen, die mir nicht ganz klar sind, deutlich mühsamer als die vorhergehenden. Möglicherweise ist meine Geduld mit dem permanent-penetranten Loblied auf Aspi nun doch langsam überstrapaziert.

Urteilt selbst:

Es beginnt damit, dass jedes Pupslager, das auf dem Sommerfest präsent ist, eine Abordnung zum Löwenlager schickt, um Aspi zu adoptieren. Als Schwester. Sie könnte im Löwenlager bleiben, Randy ehelichen, Mamut betüddeln und alles, wäre aber mit jeder Adoption wichtiger und einflussreicher und überhaupt, was natürlich auch auf das Löwenlager den glitzerigen Schimmer der Wichtigkeit werfen würde. Worauf Tulie, wie wir wissen, sowas von abfährt.

„Ich hätte es von Anfang an erkennen müssen“, erklärte Tulie dem Lager später, „daß eine alleinstehende Frau von großem Ansehen, die auch noch schön und begabt ist, eine höchst willkommene Schwester abgeben würde, zumal auch noch das Herdfeuer des Mammut sie adoptiert hat. [...] Wir, oder vielmehr Ayla, braucht keinen von ihnen zu akzeptieren, es sei denn, versteht sich, sie wollte das; die Angebote an sich erhöhen schon ihren Wert.“


Noch mehr Wert? Wie soll das denn überhaupt gehen?

So langsam würde es mich nicht mal mehr wundern, wenn in ihren Fußstapfen Gras wachsen und alles, was sie berührt, zu Gold werden würde.

Aber nicht, dass das schon genug wäre. Nope, als gerade wieder eine Abordnung am Gartentor steht und um Aspi wirbt kommt Wischundweg, der tätowiederte Charismatiker vom Mammutlager ums Eck, drückt Tulie zwei große Bernsteine in die Hand und erklärt, während Taluts Schwester die Augen ob dieses Geschenkes übergehen, nonchalant, dass er gedenkt, Aspi zu ehelichen. Whoopdeedoo.

Ja, jeder will ein Stück Aspi. Und Aspi ist nicht mal sooo abgeneigt, das sieht man. Jaja. Die Sache bleibt spannend. Räusper.

Die Kirsche auf der Lobessahne? Havarie, Wischundwegs Schwester, erzählt, dass sie auf dem Weg zum Sommerfest einem seltsamen Höhlenlöwen über den Weg gelaufen sind, der seltsam unscheu erschien. Seltsam, seltsam, alles.

Wir erinnern uns an Baby, Aylas Schmusehöhlenlöwchen? Wir ziehen in Betracht, dass der Höhlenlöwe das gefährlichste, verehrteste und gefürchtetste Raubtier in der Gegend ist und was für einen ungeheuren Eindruck es auf alle machen würde, wenn Aspi mit einem Höhlenlöwchen kuschelt?

Ayla hörte genau zu und schüttelte dann den Kopf. Nein. Reiner Zufall, dachte sie. Es gibt eine ganze Menge großer Höhlenlöwen.


Jaja. *abwink* Wir wissen, was kommen wird.

Die folgenden Absätze handeln dann davon, dass Jodelkarl über Feuersteinknollen fachsimpelt, das Angebot, sich Tarnegs Lager anzuschließen, freundlich ablehnt und es einen Kampf gibt zwischen Deppen, die ein Sungaea-Lager überfallen wollen (was verboten ist) und denen, die dagegen sind. Die Überfall-Deppen stammen aus Chalegs-Ghetto-Lager, also weiß der Leser sofort, wer hier Schuld hat, jawoll. Ha.

Kalle treibt sich außerdem jede Nacht mit einer anderen Frau herum, was allgemein für Erheiterung und gutwilligen Spott sorgt, bei Aspi aber wieder für ein *pieks* in der Herzgegend sorgt. Nachdem die beigewohnten Damen so voll des Lobes über Kalles Wonnetechnik sind, wird ihm von Tulie sogar angetragen, bei der Eröffnung der neuen Frauen zu helfen, was er aber freundlich ablehnt.

Dann kommt es, wie es kommen muss: als Rydag mal wieder von Leuten aus dem Ghetto-Lager beleidigt wird, tickt Aspi öffentlich aus und meint, die Clanleute seien ja wohl genauso Menschen wie alle anderen, die hätten sie schließlich aufgezogen und außerdem hätte sie auch einen Sohn wie Rydag!

„Jetzt hast du es geschafft, Ayla“, sagte Jondalar ruhig.


Jupp, und natürlich werden vom Publikum zuerst die ganzen abergläubischen Shmonzetten ausgepackt. Dass Kinder von gemischten Geister Scheusale wären, dass Aspi sich von Schwangeren fernhalten sollte, nicht, dass der Geist überspringt und bla und blubb.

Aber guess what? Aspi streckt kämpferisch das Kinn vor und nach der ersten Welle tritt das gesamte Löwenlager, inklusive Frebec, geschlossen wie ein Mann hinter sie und führt eine flammende Verteidigungsrede! Mit Logik und gesundem Menschenverstand, den natürlich nur die Löwenlagler haben, werden die ganzen garstigen Anschuldigungen niedergeschlagen, bis der Rest der versammelten Menschheit feststellen muss: ja, wird sind ganz dumme und fiese Pupsgesichter.



Jodelkarl steigen die Tränen des Stolzes in die Blauaugen:

Nie war er stolzer gewesen als in dem Augenblick, da er sah, wie sie ihre Angst hinunterschluckte und das Kinn reckte, um ihnen allen zu trotzden. Und dann hatte das Löwen-Lager sich auf ihre Seite gestellt, und er konnte es kaum fassen. Diejenigen, die für sie eingetreten waren, waren es, denen sie etwas bedeutete. Als er voller Stolz und Lob über Ayla und das Löwen-Lager nachdachte, vergaß er ganz, daß er der erste gewesen war, der ihr an die Seite geeilt war.


Ja. Whatever. :-p

Dienstag, 11. Mai 2010

Mammutjäger – XXXII

Die Löwenlagler sind wohlbehalten angekommen und die erste Welle der verblüfften, ehrerbietigen Bewunderung ist über sie hinweggeschwappt. Wird also Zeit auszuschwärmen, und die wundersamen Fähigkeiten von Aspirine im Einzelgespräch zu verbreiten.

Zuerst schleift Mamut der Mamut sie zu den anderen Mamuts.

Sie sah in dieser Begegnung eine schwere Prüfung, denn sie war sicher, daß sie sie ausfragen wollten, sie bewerten und sich ein Urteil darüber bilden, ob sie auch wirklich ein Recht habe, in ihren Rang aufgenommen zu werden. Sie selbst hatte nicht das Gefühl, besondere Gaben zu besitzen.


Nein, denn sie ist ja nicht nur erstaunlich und wundertätig sondern darüber hinaus auch noch extrem bescheiden. Man kann es gar nicht oft genug erwähnen, ne?

Frebec wird ob seines Eintretens für Rydag hoch gelobt und strahlt wie eine 31,5cm-Maglite. Endlich wird er akzeptiert, gar gemocht, von Crozie geschätzt und vom Stamm anerkannt. Alles wegen Ayla, tirili, tirila, klar. Die Gruppen- und Familientherapie hat sie also auch erfunden. Ich werd's auf die Liste von Aspis Wunder- und Wohltaten schreiben. Später. Ich musste eine Garage mieten und sie auslagern, es wurde einfach zuviel Papier. Und jetzt nieselt es, da gehe ich nicht raus.

Auf dem Weg zu den anderen Mamuts trifft Aspi auf einen Rotfuß. Das sind Frauen mit rot gefärbten Fußsohlen, die auf diesem Treffen das schwere Los auf sich nehmen, junge Männer in die Wonnen der Wonnen einzuführen. Auch bei den älteren Männern sind sie heißbegehrt, denn es gilt als Ehre, wenn ein Rotfuß einen eigentlich nicht mehr lernbedürftigen Mann auswählt.

Gut, dass wir das jetzt auch mal geklärt hätten. Dezenthüstel.

Im Mamutzelt erkennt Aspi dann gleich, dass Lomie, die erste Heilkundige, sich ein Asthmamittel zusammenbraut und erstaunt diese nicht nur mit ihrem Wissen sondern gibt Mamut auch noch die Gelegenheit, holdes, überschwängliches Lob anzubringen. Dass Aspi ja sooo begabt sei, am Ende noch mehr als Lomie selbst, und dass Die Mutter™ ihn ja nur so lange hat leben lassen, damit er Aspi adoptiere. Nur deswegen. Jawoll. Aspi ist sein Lebenszweck, jetzt wissen wir's.

Aspi tut dann, wie das halt so ihre Art ist, ganz bescheiden und meint, sie könne bestimmt ganz voll doll viel von Lomie lernen, auch wenn Mamut behaupte, sie sei bereits besser, weil, sie hätte mal gelernt, dass man nie auslerne. Das erwärmt die Herzen der anwesenden Mamuts und wenn man gerade schon mal in der Gegend ist, erwärmt Aspi auch gleich noch die dazugehörigen Hintern mittels ihres Feuersteins.

Kurz, das Treffen der geistig-spirituellen Elite läuft super und als Randy sie abholt, damit sie sich mit den ganzen Bildschnitzern der verschiedenen Lager trifft, ist Aspi erfreut und erleichtert.

Auf dem Weg treffen sie auf Tricie, die letztes Jahr rote Füße trug und, huppala, vor Kurzem einen Sohn geboren hat, der aussieht wie Randy. Ja da guck. Aber nicht nur das, auch Randy war im letzten Jahr wohl sehr von Tricie angetan und wollte sich mit ihr verloben. Ei der Daus. Kein Wunder, dass Miss Ex-Rotfuß im Moment ein wenig giftig und schlecht auf ihren verflossenen Galan zu sprechen ist.

Ayla ist – natürlich – nett und höflich zu ihr und entspannt die Situation ein wenig, macht sich aber dann doch schnell mit Deegie aus dem Staub, damit Randy und Tricie sich mal in Ruhe aussprechen können. Was Randy selbst nicht so richtig gut findet, aber was willste machen.

„Kein Wunder, daß sie mit ihm reden wollte. Im vorigen Jahr war es in aller Munde, daß sie vorhatten, einander zu verloben.“

„Sie hat ein Kind, weißt du. Einen Sohn.“

„Nein, davon habe ich nichts gewußt. [...] Das steigert ihren Wert und damit erhöht sich auch ihr Brautpreis. Wer hat es dir erzählt?“

„Mygie, eine von den Rotfüßen. Sie sagt, der Junge sei von Ranecs Geist.“

„Dieser Geist kommt aber viel herum! Es gibt ein paar Neugeborene von seinem Geist in diesem Jahr.“


Da guck, der gute Randy ist ein notorischer Schürzenjäger.

Mit Deegie geht Aspi dann zum Haus der Musiker und macht Musik, erstaunt und verblüfft alle mit den Clan-Rhythmen und ihrer Fähigkeit, Vögel nachzupfeifen. Business as usual.

Nach der Jam-Session kommen Aspi und Deegie noch am Ghetto des Lagers vorbei, wo die Zelte fadenscheinig, der Boden schmutzig und die Kinder ungepflegt und unerzogen sind.

Zwei der Kinder, Bruder und Schwester, prügeln sich und werden von Aspi und Deegie vor den Rat geschleppt. Der sagt, ganz modern, dass Prügel keine Art wären, Konflikte zu lösen, und bindet die beiden Kinder für zwei Tage aneinander, auf dass sie lernen mögen, miteinander auszukommen.

Apropos auskommen ... nach der juristischen Diktion sieht Aspi, wie Jodelkarl mit einem Rotfuß spricht, der sehr angetan von dem Blauäugling zu sein scheint. Es macht *pieks* in der Koronargegend der Aspi. Deegie hingegen gibt zu bedenken:

„Er hat körperliche Bedürfnisse, Ayla, genauso wie du.“


Das sieht unsere Heilige natürlich gleich ein, und doch, und doch ...

[A]ber sie wußte auch, warum sie etwas dagegen hatte. Sie wollte daß er die Wonnen mit ihr teilte. Es war nicht so sehr, daß er sich Mygie ausgesucht hatte; es ging darum, daß er [Ayla] nicht gewählt hatte.


Aber Deegie hat Recht und überhaupt, so sagt sich unsere Heroine, sei sie mit Randy verlobt und dann würde sie nach der Hochzeit ihren Sohn Durc holen und der könne seine Frau gleich mitbringen und dann lebe sie hier mit allen ihren Freunden und ihrem Sohn und der Schwiegertochter und den Tieren und überhaupt ... und ohne Jodelkarl.

[Aylas] Gemüt verdüstete sich.


Mirwegen, aber bloß nichts tun, Kind! Nur nicht zu Karl gehen und in einem Satz sagen, was Du empfindest! Das würde sonst das ganze schöne, mühsam aufgebaute Drama wie eine Seifenblase zerplatzen lassen! Also vorsicht hier!

Freitag, 7. Mai 2010

Mammutjäger – XXXI (Details)

Das Löwenlager zieht weiter durch Fluss und Tal und von Sickerstoffen schäumendes Gletscherwasser. Bäume gibt's auch, alles wunderbar.
Schließlich erreichen sie einen Steinhaufen mit einem Wolfsschädel: das Zeichen des Wolfslagers, gleichzeitig auch Gastgeber des Sommer-Tanderadeis. Nur noch über den Fluss, dann sind sie da:

Von den Steilwänden beschützt, duckte sich vor ihnen etwa ein halbes Dutzend Rundhütten in die vielleicht eine halbe Meile tiefe Senke. Aber es waren nicht diese Hütten, die Ayla den Atem raubten.

Das waren die Menschen. [...] Weit über tausend Leute aus über dreißig Lagern hatten sich zum Sommer-Treffen der Mamutoi zusammengefunden. Die gesamte schluchtartige Senke war mit Zelten bedeckt. Hier waren mindestens vier- bis fünfmal so viele Leute zusammengekommen wie zum Clan-Treffen – und alle starrten sie an.


Jawoll! Alle! Ausnahmslos! Was auch sonst, ne? Sie, die Pferde und den Wolf. Letztere sind von dem Gewimmel allerdings so gar nicht angetan und werden unruhig. Renner will sogar steigen. Rydag und Mamut der Weise werden also schnell vom Pferderücken gepflückt, nicht, dass da noch was passiert. War ja jetzt auch unmöglich vorherzusehen, dass die Tiere auf eine solche Menschenmenge irritiert reagieren könnten, nicht?

Tulie hat, ganz die Anführerschwester, gleich wieder den Ruf und das Ansehen des Löwenlagers im Auge.

Tulie hatte mit der Reaktion der Leute gerechnet und war nicht enttäuscht worden. Sie waren beim Überqueren des Flusses gesehen worden, und jetzt drängten sich alle, um die Ankunft des Löwen-Lagers mitzuerleben.


Vor meinem inneren Auge erfindet die Generalversammlung der Mamutoi gerade die La-Ola-Welle. Ich denke, es ist der Situation angemessen, zumindest was die innere Logik des Bandes betrifft. Dass der eine Mamutoi da hinten links in meiner Vorstellung eine Drucklufttröte ertönen lässt (*möööööp*) muss ich ja niemandem sagen.

... hoppla.

Gut, das Löwenlager ist schrecklich gut erzogen und so wird von der Direktion beschlossen, zum Wohle der Tierchen inklusive Aspi den Zeltplatz am Rande des Geschehens aufzuschlagen.

So geschieht es dann auch.

Viele eilten herbei, um das Löwen-Lager zu begrüßen, und erboten sich, beim Zeltaufbauen und Einrichten zu helfen, und wurden auch herzlich begrüßt, doch wechselten Talut und Tulie mehr als einmal vielsagende Blicke. Sie konnten sich nicht erinnern, jemals so viele hilfreiche Freunde gehabt zu haben.


Klar, die wollen schließlich alle nur Aspi und ihren Kleinzirkus begucken. Weil das Leben in der Steinzeit so laaangweilig ist und sowas Unglaubliches wie Aspi nur alle paar Jahrtausende mal vorkommt.

Auch Marlie und Valez, das dem Wolfslager vorstehende Geschwisterpaar, kommt vorbei um die Neuankömmlinge zu begrüßen. Marlie wirkt krank und ich habe so ein Gefühl, dass Aspi da mal wieder, wie überall, wo sie hinkommt, ihre überragenden medizinischen Kenntnisse spielen lassen wird.

Auch Marlie und Valez reden über nichts anderes als das Wunder der Pferde und des Wolfes. Immerhin sind sie vernümpftig und meinen, der Public-Relations-Beauftragte des Löwenlagers solle das lieber am Abend erzählen, wenn alle zuhörten. Dann müsse die Geschichte nur einmal erzählt werden.

Wir erfahren dann noch, dass die Mamutoi bei solchen Treffen ein wenig swingen, was für die Auffrischung des Genpools ja auch nicht das Schlechteste ist, wenn ich meinem Biolehrer von damals glauben darf. Der übrigens sehr attraktiv war und ein wenig wie MacGyver aussah. Hach. Herr K. Hach. Große Schulliebe. Hmmmhmhm ... *sinnier*

[...]

Ähja. Nezzie und Aspi haben darüber ein Gespräch und am Ende denkt sich unsere heldenhafte Mutter Teresa folgendes:

Ayla nickte verständnisvoll. Dann runzelte sie nachdenklich die Stirn. Was tun, wenn da zwei Männer sind und beide einen lieben?


Den nehmen, den man selbst liebt?

Aber ich denke wahrscheinlich wieder zu abwegig. Wenn man nur für das Wohlergehen der Anderen lebt ist es wohl zu eigensüchtig. Ein schweres Los. Bestimmt wieder dieser verdammte Totem-Höhlenlöwe! Der steckt immer hinter sowas!

Jodelkarl trifft dann auch eine Dame aus dem Stamm, den er früher mit seinem Bruder besucht hat. Brecie. Die ist superneugierig und fragt Kalle nach den üblichen Höflichkeitsfloskeln gleich mal über Aspi aus. Geht ja schließlich nicht an, dass wir hier ein anderes Thema hätten. Pfht. Wo kämen wir denn da hin, huh?

Kurz darauf, Aspi hat Wolf just zu Rydag geschickt, kommt es zum Grund, warum der Junge so ungern auf die Treffen geht:

„Nun seht euch das an! Sie redet sogar mit Flachschädeln. Kein Wunder, daß sie so gut mit Tieren ist!“ ließ sich höhnisch eine laute Stimme aus der Menge vernehmen. Ein paar Leue lachten.


Aspi verschlägt es vor Zorn die Stimme. Doch sie muss gar nichts sagen. Die Wolken öffnen sich, Sonnenstrahlen zentrieren sich, der Wind verstummt, die Hintergrundgeigen hingegen erschwellen: Frebec tritt mit wehendem Wisent-Cape auf die Bühne und gibt dem fiesen Spötter Saures! Ja, Frebec! Da seht ihr, was für einen guuuuuten und heilenden Einfluss St. Aspi auf alle hat!

Und weil man solchen tumben Toren allein mit Worten nicht beikommt, gibt Rydag Wolf auf Frebecs Zeichensprachaufforderung hin das Zeichen, in Angriffsstellung zu gehen.

Plötzlich saß Wolf nicht mehr friedlich da. Mit einem Satz war Wolf auf den Mann zugefahren, sträubte die Nackenhaare, bleckte die Zähne und stieß ein Knurren aus, daß sich einem jeden der Zuschauer die Nackenhaare sträubten.


Der dumpfe Pöbel ist angemessen erschüttert. Glücklicherweise ist die Anführerin des Gastgeberlagers anwesend und konnte sich dadurch selbst ein Bild machen, dass eigentlich alles relativ harmlos und überhaupt Chaleg-Spötters Schuld war.

Im Folgenden werden noch Kleinigkeiten geklärt. Dass Aspi Marlie einen Heiltrank brauen wird und dass die Pferde besser irgendwie gekennzeichnet werden sollten. Nicht, dass sich bei den ganzen Jägern im Lager zufällig ein Schuß löst, Pferd ist schließlich Pferd. Aspi erfindet also schnell die Pferdedecke und alles ist wunderbar. Crozie bringt sogar ein wunderbar verziertes Leder vorbei, das sie, laut Eigenaussage, ohnehin nicht mehr bräuchte.

„Wenn diese Haut hilft, das Tier zu schützen, ist es(sic!) nicht mehr unnütz, dann gewinnt die Arbeit doch noch einigen Wert. Ich möchte, daß du ihn(sic!) nimmst – für das, was du mir gegeben hast.“

Ayla nahm das Geschenk, machte jedoch ein verwirrtes Gesicht. „Was soll ich dir gegeben haben, Crozie?“

„Das ist belanglos“, sagte diese unvermittelt. „Nimm es einfach!“

Frebec wollte ins Zelt hinein, sah sie und lächelte selbstzufrieden, ehe er hineinging. Sie erwiderte das Lächeln.


Die Anwesenden unterhalten sich kurz darüber, wie sehr Frebec sich doch verändert hätte, dass er Rydag verteidigt und alles. Crozie stimmt dem zu und sagt darüber hinaus noch mehr Lobendes über ihren Schwiegersohn.

Branag sah Deegie an und dann – über Crozies Kopf hinweg – Ayla. Seiner Meinung nach hatte Crozie sich womöglich noch stärker verändert als Frebec.


Und Frieden für alle. Amen.

Freitag, 30. April 2010

Mammutjäger – XXXI

[FedCon-FrauKatz-muss-Tahmoh Penikett-und-Joe Flanigan-anschmachen- und-hat-jetzt-keine-Zeit-Edition]

Das Löwenlager kommt beim Sommerfest an. Tausend Leute wimmeln herum und fallen vor Ehrfurcht alle miteinander nahezu auf die Knie, als sie Aspirine und ihre Tiere sehen. Das wird ordentlich und über mehrere Begegnungen ausgewalzt.

Frebec(!) verteidigt Rydag, als der von irgendeinem Blöd-Mamutoi angemacht wird. Auch Crozie hat sich verändert und ist nicht mehr gar so garstig. Dank Aspi haben Frebec und Crozie zueinander gefunden und kommen nun gut miteinander aus. Engels-Chöre.

Dienstag, 27. April 2010

Mammutjäger – XXX

„Von dem Löwenlager kommen wir, unsere Ayla ist die Schönste dort und hier, zähmt die Wölfe und die Pferde, ist die Weiseste der Erde, ja vom Löwenlager kommen wir!“


Über Stock und Stein geht die Reise der Mamutoi zum Sommerlager, und dieses Mal ist sie dank der Pferde viel leichter und angenehmer, da die Huftiere nicht nur Rydag und Mamut den Weisen sondern auch noch den Großteil des Gepäcks tragen.

Es vergeht wirklich keine Minute, ohne dass die ungeheure Wohltätigkeit der Aspirine für ihren Stamm offenkund wird.
Doch um der Ausgeglichenheit willen wird für dieses Kapitel ein Gastleser ..., uhm, -sprecher eingeladen. Willkommen Herr Sielmann! Erzählen sie uns doch mal was über die Tierwelt, der die Mamutoi auf dem Weg so begegnet.

Die baugrabenden Steppennager taten dem Land nur gut, denn sie lockerten den Boden und wendeten ihn, einige von ihnen jedoch legten so ausgedehnte Gänge und Bauten an, daß sie den Charakter des Landes veränderten. [...]
Ziesel waren die bevorzugte Beute der Gabelweihen, doch närten sich diese langschwänzigen Falken auch von anderen Nagern sowie von Aas und Insekten.

Die anmutigen Greifvögel erspähten die ahnungslosen Ziesel für gewöhnlich, wenn sie in großer Höhe ihre Kreise zogen, doch konnten die Gabelweihen genauso wie die heimischen Turmfalken rütteln, also durch schnellen Flügelschlag fast auf der Stelle stehen, oder im Tiefflug dich über dem Boden dahinschießen und ihre Beute überraschen.

Außer Habichten und Falken ernährte auch die Sumpfohreule sich von den sich schnell vermehrenden kleinen Nagern.


Vielen Dank Herr Sielmann! Applaus bitte, für diese interessanten Informationen über die heimische Steinzeittierwelt!

Gut, es klang jetzt frappierend danach, als wäre es aus einem Biologiebuch abgeschrieben worden, aber immerhin haben wir was gelernt, nicht wahr? „Rütteln“. Man weiß nie, wann man das mal brauchen kann.

Auf dem Weg zum Sungaea-Lager kommt das Löwenlager an einem Wegzeichen vorbei. Ein Knochenhaufen mit Mammutschädel (umgedreht), an dessen Stoßzahn ein verbranntes Stück Holz hängt (weil im Lager eine tödliche Krankheit herrscht), am Unterkiefer zwei Rückenwirbel (weil das befallene Lager zwei Tage entfernt ist) und um den zweiten Stoßzahn ein rosa Schleifchen aus Bast (weil der ganze Knochenhaufen of Doom so wenigstens nicht ganz so unfreundlich wirkt).

„Dies Zeichen hier wurde nicht aufgestellt, um Hilfe zu erbitten, sondern um die Leute zu warnen, nicht näher zu kommen.“

„Oh, Talut! Aber ich muß hin. Ihr anderen braucht ja nicht hinzugehen, aber ich muß.“


Ganz klar, Talut wird die größte Errungenschaft des Löwenlagers seit Erfindung der Wonnen doch nicht alleine durch die Gegend irren lassen und bescheinigt Aspi mit großer Geste, dass sie alle gehen würden, jawoll, weil ein Lager, eine Familie und überhaupt.

Im Sungaea-Lager angekommen stellt sich dann heraus, dass es zu spät ist. Die zwei Kinder des Anführers, wichtig, weil sie selbst mal Anführer werden würden, sind schon gestorben. Ein paar andere Leute aus dem Lager sind zwar auch noch krank, aber nicht so ernsthaft. Aspi guckt mal kurz, verabreicht ein paar Kräuter, aber so die große Wunderheilung kann sie nicht bieten.

Das Wichtigste ist aber erst einmal, dass die Sungaea, ungeachtet der allesverschlingenden Trauer, Aspis Pferde, den Wolf und überhaupt ihre Schönheit das erste Mal sehen und völlig erstaunt und verblüfft und ehrfürchtig sind.

Tulie hatte die Reaktionen des Sungaea-Lagers sorgfältig beobachtet und erkannt, was für einen gewaltigen Eindruck diese folgsamen Tiere gemacht hatten, Sie hatten das Ansehen der Leute, die damit zu tun hatten, und des Löwen-Lagers insgesamt vergrößert.




Danach beschließen Talut und Tulie, dass man zwecks Tauschhandel ja ruhig noch einen kurzen Abstecher zum Mammutlager machen könnte, das gute Beziehungen zum Bernsteinlager hat. Dank der Pferde ist man ohnehin so zügig unterwegs, ne, da könnte man diese Gelegenheit wahrnehmen.

Noch mehr Leute, die man erstaunen, verblüffen und verehrfurchten kann! Nein, wie schön!

Beim Mammutlager angekommen werden die Löwenlagler von dem Häuptlingsgeschwisterpaar begrüßt, Avarie und Vincavec. Vincavec ist tätowiert, aufgrund seiner Intelligenz und Willenskraft ein attraktiver Mann und fällt, wie sollte es auch anders sein, sofort dem Marthe-Effekt zum Oper.

Plötzlich lachte er, und in seinen hellgrauen Augen leuchtete es wohlgefällig auf. Außerdem spürte [Ayla], daß er ihre Weiblichkeit zu schätzen wußte.


Achwatt? Sag bloß.

Die Löwenlagler helfen dann freundlich mit bei der Errichtung einer Hütte, tauschen, was zu tauschen ist und Avarie erkundigt sich auffällig unauffällig bei Tulie danach, ob Aspirine eigentlich, ich frag' nur so aus Interesse, ne, noch verfügbar wäre.

Tulie weiß sofort, dass Bruder Vincavec dahintersteckt, der sich mit Aspi zusammentun will. Die ist zwar mit Ranec verlobt, aber wie wir wissen, ist das noch eher so ein „Ach, ja, warum nicht, man kann es ja mal andenken“ als ein festes Versprechen. Und so eine Verbindung zwischen Mammut- und Löwenlager wäre schon prestigeträchtig.

Übrigens merkt selbst Vincavec stehenden Fußes die Spannungen zwischen Aspi, Randy und Karl.

Das Löwenlager zieht dann mal weiter, durch Matsch und Morast, Feld und Flur, über Hag und Hügel. Aspi sammelt Blümchen und es herrscht allgemeine Idylle.

Nur im Herzen der Aspi nicht.

Bei einer der Blumenbestimmungszusammenkünfte, auch Karl ist anwesend, erwähnt Deegie, dass sie beim Sommerfest ja mit Dingsbums zusammengegeben wird, genau wie Aspi mit Randy. Zing!

Jondalar erhob sich. „Ich muß gehen ... und ... uh ... meine Schlafrolle ausbreiten“, sagt er und enteilte.

Deegie beobachtete, wie Aylas Augen ihm folgten, und war fast sicher, daß ihr die Tränen kommen wollten. Sie schüttelte den Kopf. Ayla wirkte einfach nicht wie eine Frau, die bald mit einem Mann zusammengegeben werden und mit dem Geliebten ein Herdfeuer gründen sollte.

In ihr war keine Freude, keine Erregung. Irgend etwas fehlte. Etwas, das Jondalar hieß.


Ich find's ja immer wieder schön, dass jede verdammte Wühlmaus weiß, was Sache ist, nur die Beteiligten, die bekommen es so gar nicht gebacken.