Dienstag, 23. März 2010

Mammutjäger – XX

So, da wären wir wieder und um uns herum tobt das wilde Drama! Das Dreiecksverhältnis Aspirine – Karl – Randy hat sich endlich manifestiert (na, mal ehrlich, wir haben ja auch lange genug darauf hingearbeitet!) und ließe sich nur noch durch schnelle Kommunikation der Betroffenen auflösen. Also, miteinander.



Ja, da glaube ich auch nicht dran.

Das nächste Kapitel beginnt damit, dass Aspirine im Schneesturm nach draußen rennt um herauszufinden, was die Pferde so treiben, wenn sie ihren Unterstand verlassen. Sie findet es heraus (sie grasen in der Flußbiegung) und kehrt zurück. Der Stamm ist mittlerweile in heller Aufregung, immerhin ist Aspirine ... also, ohne sie geht es schließlich nicht! Da hätte ja sonstwas passieren können!

„Weißt du denn nicht, daß die Leute sich Sorgen machen, wenn du bei einem solchen Schneesturm rausgehst?“ sagte Jondalar in sehr zornigem Ton.


Ah. Ja, nein, das hört sich nicht so an, als hätte da irgendwer irgendwas angesprochen.

Aspirine entschuldigt sich erst mal: sie hätte so lange alleine gelebt, sie sei es noch nicht gewohnt, dass sich Leute um sie sorgten. Das stürzt Karl wiederum in erneute Selbstvorwürfe. Wie konnte er ihr Tun in Frage stellen, sie hat doch Recht, sie ist gut alleine zurechtgekommen und hach und weh und eigentlich hatte er sich doch auch nur rasende Sorgen gemacht und härm und jammer. Damit niemand seine innere Aufgewühltheit mitbekommt wendet er sich ab, was von Aspi, ganz klar, wieder als Zurückweisung interpretiert wird.

Meimeimei.

Ayla hatte Ranecs Lager nicht noch einmal geteilt, doch stand Jondalar Nacht für Nacht erneut Ängste aus, sie könnte es tun. Das macht ihn verspannt und nervös, und er gewöhnte es sich an, sich vom Herdfeuer des Mammut fernzuhalten, bis sie zu Bett gegangen war. Legte er sich schließlich auf dem Lager neben sie, kehrte er ihr den Rücken zu und widerstand dem Verlangen, sie anzurühren, weil er Angst hatte, er könnte die Beherrschung verlieren, zusammenbrechen und sie anflehen, ihn zu lieben.

Ayla jedoch begriff nicht, warum er sie mied. Versuchte sie, mit ihm zu reden, antwortete er nur einsilbig oder tat so, als schlafe er; legte sie den Arm um ihn, erstarrte er und ging nicht darauf ein.

Ihr kam es vor, als möge er sie nicht mehr[.] Nachdem ihre gutgemeinten Vorstöße eine Zeitlang immer wieder zurückgewiesen worden waren, wußte sie überhaupt nicht mehr, was sie von alledem halten sollte, und zog sich ihrerseits von ihm zurück.


Ich habe die vage Vermutung, dass hier genau der zentrale Konflikt in Gänze beschrieben ist, der nun die nächsten 300 Seiten, unterbrochen von diversen Aspirine-Wundertaten, ausgewalzt werden wird.

Randy, ganz der empathische Junge vom Feuer nebenan, leidet gleich noch mit. Schließlich würde er mit Aspi gerne mal wieder wonnen, aber die zeigt sich da nicht ganz so kooperativ, wie er sich das wohl wünschen würde.

Je weiter der Winter fortschritt, desto schlimmer wirkte sich das ungelöste Mißverständnis zwischen Jondalar und Ayla aus. Jondalar hatte nachgerade Angst, sie für immer an den dunkelhäutigen, exotischen und einnehmenden Mann zu verlieren.


Die nächsten Seiten des Kapitels, wir können ja nicht durchgehend rumleiden, ne, beschäftigen sich damit, dass Ayla Leder bearbeitet und färbt. Es wird, quod erat expectandum, gar wunderbar, jaja.

Dann geht sie zu Mamut, plauscht ein bisschen mit ihm, doch auch das nur mit halbem Ohr und Herzen.

[D]och worum es ihr wirklich ging, war, daß jemand ihr einmal erklärte, warum Jondalar nicht mit ihr reden wollte.


Okay. OKAY. Ich bin ja sehr geduldig. Nachsichtig. Verständnisvoll. Miss Verständnis in Reinform. Aber ...

WIE OFT DENN NOCH!?

Muss Nezzie es tatsächlich vortanzen? Muss Mamut die Flipchart erfinden? Müssen die restlichen Stammesmitglieder ein Laienschauspiel aufführen, damit Aspi „Toastbrot“ Rine endlich versteht, dass der Kerl einfach eifersüchtig ist, weil er in sie verliebt ist?

Mannmannmann! Perlen vor die Säue, echtmaljetzt!

Danach geht es um Medizin. Mamut und Ayla plauschen über den Clan und darüber, wie erstaunlich Ayla ist, weil sie ja die Clanerinnerungen (das wohl genetisch weitervermittelte Wissen, wir berichteten) nicht hatte und trotzdem so viel lernte. Und wie begaaaaaabt sie auf diesem Gebiet sei! Dass sie gleich sähe, was einem Menschen fehlt und pliplaplupp.

Am Ende gibt es noch ein wenig Aufregung, da Mamut meint, Aspirine müsse die Geisterwelt kennenlernen, um die Beste Heilerin Der Welt™ zu werden und unsere wackere Doktorin da seltsamerweise nicht so zieht, im Gegenteil. Es stellt sich heraus, dass Aspi in ihrer Jugend mal den streng geheimen Clan-Medizinmännern in eine Höhle gefolgt ist (was, wie immer, streng verboten war, aber Aspi ist ja nun mal SO INDIVIDUELL und ein solcher Freigeist!) und dort unter dem Einfluss von Drogen schon mal so eine Geistesreise vollzogen hat. Das macht ihr jetzt Angst.

Nun hat Aspi aber die Drogenwurzel noch bei sich, immerhin die die heilig, die wirft man nicht einfach in den nächsten Haufen Wisentdung. Mamut ist entzückt und meint, es sei doch am hilfreichsten, wenn Aspi gleich mal auf der Wurzel rumkauen und ihren Geisterweltängsten ins Auge schauen würde.

Als Ayla die Augen wieder aufschlug, hatten sie einen bekümmerten Ausdruck angekommen; aber sie schluckte ein paarmal und nickte dann. „Ja, Mamut, ich will versuchen, mich der Geisterwelt zu stellen – wenn du mir dabei hilfst.“


Leid, Leder und Übersinnliches – na das kann ja noch was werden.

Montag, 22. März 2010

Dies und Das

Der Flix kennt meine Wohnung. Faszinierend. (Und ist das Bücherregal im letzten Panel nicht zum Piepen? :-D)



Oh, und weil bei Google ziemlich oft „fraukatz belletristik“ und dergleichen eingegeben wird, um mein Blog zu finden (offensichtlich ist die URL doch etwas zu lang): fraukatz.de tut's auch.

Freitag, 19. März 2010

Mammutjäger – XIX

Wir sind noch mitten im Fest und es geht hoch her. Talut Bärenbart schenkt seinen Schnappes (Das Zeug heißt halt wirklich so!) literweise aus und so langsam werden alle, inklusive Ayla, so ein wenig betütert.

Ayla bemerkte Jondalar oft, erkannte, daß er sich irgendwie im Hintergrund hielt, schickte sich auch mehrere Male an, auf ihn zuzugehen, doch irgend etwas kam immer wieder dazwischen. Es waren so viele Menschen da, und alle schienen darin zu wetteifern, ihre Aufmerksamkeit zu erregen.


Achwatt? Und das ist neu, weil ...?

Taluts Getränk war dafür verantwortlich, daß sie nicht ganz Herrin ihrer Sinne war und sich leicht ablenken ließ.


Alles klar. Sie ist also völlig unschuldig! Der Alkohol war's! ... äh, wird's sein. Uhhhhhhh-huuuuu! *foreshadowing* *handwedel*

Während Karl also im Hintergrund herumschmollt, feiert Aspirine fröhlich ihre Adoption. Randy (Dank an Nithi für den Namen :-D) singt sie mit einem frechen Lied an, sie singt zurück, es wird getrommelt und getanzt. So nach und nach verkrümeln sich dann die ersten. Die Kinder werden müde und gehen schlafen, die Erwachsenen folgen. Auch Karl zieht sich zum Mammut-Herdfeuer zurück. Schmollen und leiden kann er da schließlich genauso gut.

Langsam wird es einsam am Feuer. Wymez wird von Tulie in die Felle vergeführt und schließlich sitzen Randy und Aspi alleine am Feuer herum.

Soll ich nochmal andeutungsvoll mit den Händen wedeln und dunkle Uhhhhhhhh-Foreshadowing-Geräusche machen?

Nu, jedenfalls ist Aspirine sternhagelvollblau und meint, schwankend, dass sie jetzt wohl ins Bett gehen sollte.
Findet Randy richtig gut.

„Vielleicht sollten wir das“, sagte er lächelnd.


Ja. Nun. Reden wir nicht um den heißen Brei herum, Randy gibt Aspi „das Zeichen“ (also er betatscht sie und reibt seinen erigierten *beep* an ihr; das, so hat Aspi gelernt, ist „das Zeichen der Anderen“) und sie folgt ihm brav und schafig zu seinem Feuer.

Was Karl, der im eigentlich gemeinsamen Lager herumleidet, natürlich sieht. Und sich ungelogen eine ganze Seite darüber aufregt, wie denn die Frau, DIE ER LIEBT, sowas machen kann. Ungeachtet der Tatsache, dass er das früher ja auch und es ja auch weder verboten noch unüblich ... aber WO SIE DOCH DIE FRAU IST, DIE ER LIEBT!

Wie oft kommt das mit FRAU DIE ER LIEBT eigentlich vor? Wartet mal kurz, ich suche nach einer passenden Textstelle.

*ommnombomdumdedumdemurmel*

Ah, da. So ungefähr wird die Seite gefüllt, auf der es darum geht, dass sie schließlich DIE FRAU, DIE ER LIEBT! ist:

Aber wie konnte sie das tun? Sie war schließlich die Frau, die er liebte! Wie konnte sie jamnd anders erwählen, wo er sie doch liebte? Jondalar quälte sich und war verzweifelt, nur – was sollte er tun? Ihm blieb nichts anderes übrig, als die Biutterkeit seiner Eifersucht hinunterzuschlucken und zuzusehen, wie die Frau, die er liebte, einem anderen Mann auf seine Lagerstatt folgte.


Ich hoffe, das hat jetzt auch jeder mitbekommen, dass Aspi die Frau ist, die von Karl geliebt wird? Ja? Wirklich? Sicher? Ich meine, das Buch neigt ja zur Subtilität, und nachdem sowas ja grundsätzlich nicht wiederholt wird, muss ich hier schon sicherstellen, dass auch alle solche zwischen den Zeilen eingestreuten Hinweise mitbekommen.

Man hat ja Verantwortung, ne?

Gut. Seid's ned bös, aber die mehrmaligen Wonnen mit Randy lasse ich mal ausfallen. 's gibt es nix Neues, selbst die Männlichkeit ist wieder „strotzend“, Aspi ist wunderwunderschönperfekt und tralala. Die Wonnen sind wonnig und weil das Langhaus so eine gute Akustik hat, bekommt Karlchen das dann auch wunderbar mit. Er packt dann seine Schaffelle (... jetzt musste ich an Alcas Bekannten denken! ALCA! ) und zieht zu den Pferden in den Anbau. Da isses zwar kalt, aber er muss wenigstens nicht die wonnigen Geräusche hören. Stattdessen kann er sein Ego hätscheln, das nicht damit zurechtkommt, dass DIE FRAU, DIE ER LIEBT sich einfach einem anderen hingibt.

Seit seiner Zeit bei Dalanar hatte der großgewachsene, muskulöse, stattliche, ja beinahe schön zu nennende Mann unter allen Frauen wählen können. Ein deutlicher Blick aus seinen unglaublich blauen Augen, und jede Frau, die er begehrte, war sein.[...] Und jetzt, wo er diese einzige Frau [...] gefunden hatte, die einzige Frau, die er liebte, teilte sie das Bett eines anderen.


Was lernen wir daraus? Männer haben nicht nur Lenden, sie haben auch Ego.
Mei, da kann Dr. Sommer aber einpacken hier! Das sind harte Fakten des Lebens, fürwahr.

Am nächsten Tag hat Aspi einen Kater. Gut, dass sie Dr. Med. Aspi Rine ist, denn so kann sie sich den Wundertee gegen Kater brauen. Und weil sie die heilige Dr. Med. Aspi Rine ist, braut sie auch noch gleich für alle anderen was mit.

Draußen vor dem Langhaus stehen Talut, Wymez, Mamut und Karl herum und unterhalten sich. Aspi geht zu ihnen, verteilt den Tee und ist erst einmal, in ihrer gar so entzückenden Naivität, die sie SO liebenswert macht, ganz furchtbar arglos.

„Was macht der Kopf, Talut?“ fragte sie im Näherkommen.

„Bietest du mir etwa etwas von deinem Zaubertrank an?“

„Ich habe Kopfschmerzen und daher Tee gemacht. Drinnen ist mehr“, sagte sie, um sich dann, wo sie ihn gefunden hatte, mit einem arglosen, glücklichen Lächeln Jondalar zuzuwenden.


Tjo. Der ist aber eher zickig-biestig und lässt sie eiskalt abtropfen. Talut guckt einmal hektisch von links nach rechts und dann fällt ihm spontan ein, dass er den Herd angelassen hätte, er müsse dann grade mal ...
Auch Wymez empfiehlt sich und nachdem Karl erst mal sauer zu den Pferden gerannt ist, bleiben nur noch der kopfschüttelnde Mamut und die kreuzunglückliche Aspirine zurück.

Mamut musterte sie und sagte dann: „Ich glaube, du solltest mal zu mir kommen und mit mir reden, Ayla.“


Ja, das glaube ich aber auch.

Im Langhaus fragt sie Nezzie dann auch nochmal, was sie denn nun falsch gemacht hätte, und Nezzie erklärt ihr haargenau, dass Karl und Randy halt beide in sie verliebt seien und dass manche Männer deswegen eifersüchtig und nicht nicht teilen und lieben und der männliche Stolz und wollen nicht, dass man es ihnen anmerkt und Eifersucht und Eifersucht und Eifersucht.

Ich meine, Nezzie tanz es ihr schon fast vor, und Aspi sitzt mit leerem Gesichtsausdruck daneben und rafft nichts! Hnngh!

O, Mamut hilf!

Was er dann versucht.

„Mamut, Nezzie sagt, Jondalar sei zornig, weil ich Ranecs Bett geteilt habe. Stimmt das?“

„Ja, ich glaube, es stimmt.“

„Aber wo doch Ranec mir das Zeichen gegeben hat! Wie kann Jondalar zornig sein, wo Ranec mir das Zeichen gegeben hat? [...] Und gestern abend hat Ranec mir das Zeichen gegeben. Und dann hat er gesagt: 'Ich will dich. Komm in mein Bett.' Er hat mir den Befehl erteilt.“

Mamut hob die Augen zur Decke und sagte: „O, Mutter!“


Danke, Mamut. So ungefähr fühle ich auch.

Ungeachtet der Tatsache, dass Jodelkarl höchstpersönlich (wir waren schließlich dabei) seiner geliebten Aspi schon mal erklärt hat, dass sie sich nicht hingeben müsse, dass das bei Cro Magnons daheim anders liefe, erklärt ihr Mamut nochmal alles von den Blümchen, den Bienchen, der Selbstbestimmung und der Emanzipation.

Dass sie einfach selbst entscheiden kann, egal was ein Mann will oder sagt. Basta.

Vielleicht hört Miss Perfekt da jetzt mal ordentlich hin. Heidenei!

Schließen wir nun das Kapitel mit einer gradezu epiphanischen Erleuchtung:

„Ich bedaure, daß Jondalar böse ist. Ranec versteht sich darauf, gute Wonnen zu bereiten, aber Ranec ... Ranec ist nicht Jondalar.“


Wäre es denn so eine abwegige Idee, das auch mal Jondalar zu sagen? Hm? ... ach, vergiss es. *wedel*

Was ich hochinteressant finde, ist dieses Ayla-konnte-doch-nicht-anders. Sie hatte nicht einfach mal Lust, fremdzuvögeln, nein, sie war erstens besoffen und zweitens ist da ja noch der Umstand des Zeichens! Sie ist also grundsätzlich eine reine und weiterhin anständige junge Heilige, die nur durch die Umstände zu Fall gebracht wurde.

... und die Tatsache, dass sie praktischerweise unter selektivem Gedächtnisverlust leidet und deswegen nicht mehr weiß, dass ihr vor ein paar Kapiteln schon mal en Detail gesagt wurde, dass sie dem Zeichen nicht unbedingt folgen müsse, weil das bei „den Anderen“ auch ganz anders geregelt sei.

Aber wo sollte sonst das Drama™ herkommen, huh?

Schauen wir mal, wie sich das weiterentwickelt.

Dienstag, 16. März 2010

Mammutjäger – XVIII

Gescheeeenkeeeee – ohoh! Gescheeeeeenkeeeee – ohohohoh!

Das folgende Kapitel beschäftigt sich fast ausschließlich mit den Geschenken! Ist das toll oder was?

... wait. Don't answer that.

Gut, dann geht es los. *händereib*

Von Mamut bekommt Aspirine einen Armreifen, der quasi ihre lebenslängliche Mitgliedskarte zum Herdfeuer des Mammut (also, allen Herdfeuern des Mammut, die wo existieren tun) darstellt. Whoopdee!

Aspirine selbst schenkt ihm eine selbstgeschnitzte Schale. Klingt jetzt erst mal nach Durchschnitt, aber die wurde immerhin von Aspirine selbst hergestellt, daher:

[Die Schale] war rund und kräftig, doch die Wandung gleichmäßig dünn. Die Schale wies weder ein Farb- noch ein Ritzmuster auf, nur die feine Holzmaserung, die wunderbar ausgewogen war.
[...]
Tulie besah sie sehr kritisch und hielt sie zuerst für nichts Besonders(sic), weil ihr der zusätzliche Schmuck fehlte, sie also weder bemalt noch beschnitzt war, so wie sie es gewohnt war.

Doch als sie genauer hinsah, die Finger über die bemerkenswert fein geschliffene Wandung fahren ließ und die Symmetrie und die vollkommene Form der Arbeit erkannte, mußte sie zugeben, daß es sich sehr wohl um ein ganz vorzüglich gefertigtes Stück handelte, vielleicht sogar um das feinste Stück Handwerksarbeit, das sie je gesehen hatte.

[...] Jetzt war jeder der Anwesenden gespannt, ob wohl jedes Geschenk so wunderschön und ungewöhnlich wäre wie dieses.


Ohhhh bitte! Natürlich! Wir sprechen hier schließlich von der unvergleichlichen Aspirine, und alles, was das Mädel anpackt, wird zu reinem Gold! Tulie, Tulie, das solltest Du aber langsam mal mitbekommen haben. Tsk.

Ich schätze mal, dass alle von Aspirines Geschenken auf den ersten Blick schlicht und einfach wirken, schließlich hat ihr nie jemand Schnitzen, Färben, Bemalen etc. beigebracht. Aber innerhalb ihrer Möglichkeiten hat sie aus diesen Sachen dann dank ihrer unendlichen Begabung wertvolle Einzelstücke erschaffen, die ästhetisch und qualitativ alles Vergleichbare weit hinter sich lassen. In einer Staubwolke. Hustend. Jawohl!

Was bekomme ich, wenn ich Recht behalte? Na? Will denn keiner mit mir wetten? Hallo?

... Mist!

Gut, machen wir weiter. Hier geht es schließlich um Geschenke, das ist wichtig. *räusper* *zurechtsetz*

Talut schenkt Aspirine ein tolles Messer mit Elfenbeingriff. Der Griff von Ranec geschnitzt, die Klinge von Wymez geschlagen. Sehr schick. Im Gegenzug bekommt er von ihr ein ganzes Wisentfell, das er sich gleich um die Schultern wirft und das ihn nochmal so würdevoll und groß wirken lässt.
Oh, und er ist bass erstaunt darüber, wie weich das Fell ist und wie gut es fällt. Sowas können die Löwenlagerer nämmich nicht, neenee.

Dann bemerkte er die Art und Weise, wie der Umhang fiel, nämlich in schönen Falten, und da untersuchte er die weiche und geschmeidige Innenseite des warmen Umhangs genauer.

„Nezzie! Schau dir das hier an!“ sagte er. „Hast du jemals ein geschmeidigeres Wisentfell gesehen? Und wie warm es ist! Ich glaube, ich möchte nicht, daß etwas anderes daraus gemacht wird, nicht mal ein Überwurf! Das trage ich so, wie es ist!“


Von Nezzie bekommt Aspirine eine Halskette aus Knochen und Muscheln, sie bekommt vom Goldmädchen dafür einen großen, meisterhaft geflochtenen und in Fächer unterteilten Korb voller Obst, Gemüse und Kräuter.

Der Korb schien ganz einfach. Keines der Gräser, aus denen er geflochten war, war gefärbt worden, und die Korbwand wies keinerlei bunte geometrische Figuren, stilisierte Vögel oder Tiere auf. Bei näherem Hinschauen fiel jedoch ein sehr feines Flechtmuster auf, und Nezzie erkannte, mit wieviel Geschick der ganze Korb geflochten war, daß er kein Wasser durchließ, sich also durchaus als Kochkorb eignete.

Nezzie hob den Deckel in die Höhe, woraufhin das gesamte Lager sein Erstaunen äußerte.


Weil der Korb toll ist und toll gefüllt ist und irgendwas fehlt, wenn Aspirine nicht regelmäßig bestaunt wird. Also, jetzt nicht nur passiv lesen hier sondern mitmachen! Auf! Hopp!

„Ahhhhhh! Ohhhhhhh! Uuuuuiiiiii!“

Von Tulie, der ewigen Skeptikerin, bekommt Aspirine eine mit Muscheln beklebte Schatulle voller Salz, was so fern vom Meer schon eine rechte Kostbarkeit darstellt. Daher ist Aspi auch froh darüber, ein ebenfalls sehr feines Geschenk für Tulie ausgesucht zu haben: den Pelz eines Schneeleoparden.

Dieses Geschenk war offensichtlich etwas völlig Unerwartetes, und Tulies Augen leuchteten vor Freude, doch erst als sie der Versuchung nicht mehr widerstehen konnte, sich den kuscheligen dichten Winterpelz um die Schultern zu werfen, wurde ihr klar, daß es sich bei dem Schneeleopardenfell um die gleiche einzigartige Qualität handelte, die auf Talut einen solchen Eindruck gemacht hatte.


Von Wymez bekommt Aspi eine prächtige Speerspitze, er erhält eine geflochtene Bodenmatte, die, wir wollen es nicht überstrapazieren mit den Zitaten, natürlich wieder ganz exquisit und ungewöhnlich und toll ist.

Dann ist Rydag dran und gibt Aspi eine Knochenpfeife und bekommt eine Kapuze aus Vielfraßfell. Deegie schenkt ihr tolles Kleid her, was Aspi sehr rührt, und erhält dafür ein Service aus verschiedenen Schalen und Bechern. Deegie wird sich schließlich bald verheiraten und als junge Frau braucht man eine ordentliche Aussteuer, jawohl!

Frebec (muss ja) überreicht Ayla steif ein Paar Pelzstiefel und bekommt Rentiersommerfelle. Fralie gibt die passenden Fäustlinge dazu und bekommt – HA! – einen wunderschönen Kochkorb, der mit Kräutern gefüllt ist.

„Ich hoffe, du magst diesen Tee, Fralie“, sagte sie und sah sie dabei bedeutsam an, gleichsam als wolle sie ihre Worte unterstreichen. „Es tut gut, gleich morgens beim Aufwachen einen Becher davon zu trinken und vielleicht noch abends vorm Schlafengehen. Wenn du möchtest, kann ich dir mehr davon geben, sobald der Tee aufgebraucht ist.“


Nein! NEIN! Also ... nein! Wie raffiniert eingefädelt ist das denn jetzt!? Mir bleibt die Spucke weg, fürwahr. Da kann der gute Frebec nur leicht argwöhnisch gucken, aber machen kann er nix, denn Aspi gibt Fralie ja nur ihr Geschenk, ne? Alles gaaaanz harmlos.

Von Crozie gibt es einen schicken Beutel mit Nähzeug. Alte Leute schenken ja gerne mal sowas, das ist heute noch so. Jaja.
Im Gegenzug bekommt die Else Kling des Löwenlagers von Aspi eine Holzschale mit Deckel. Was da drin ist? Talg, der mit Rosenöl beduftet wurde.

„Für die Hände, fürs Gesicht, Ellbogen, Füße. Fühlt sich gut an und macht die Haut glatt“, sagte Ayla [...]. Nachdem sie es ihr in die Haut eingerieben hatte, berührte Crozie sie mit der anderen Hand, schloß dann die Augen und fühlte genüßlich die ungewohnte Glätte.


Also wenn ihr es nicht sagt, ich sage es: OIL OF AYLA!



Ja. So geht das mit den Geschenken und als Letzter kommt Ranec an und überreicht Aspi feierlich eine kleine Winnie. Ein Winnie-Mini-Me quasi. Unsere Heroine ist ü-ber-wäl-tigt und entzückt und verlendet und übergibt ihrem Verehrer zwei Polarfuchspelze. Der ist ebenfalls beglückt und meint, er werde immer an sie denken, wenn die Pelze auf seiner nackten Haut lägen.

Ähja. *wedel*

Als Ranec sie herzlich an sich drückte, hätte er nicht glücklicher sein können. Sie reagierte genauso, wie er es sich ersehnt, ja erträumt hatte, und der Ausdruck der Liebe in seinen Augen, als er sie ansah, war so auffällig, daß Nezzie die Augen feucht wurden. Sie sah zu Jondalar hinüber und erkannte, daß es diesem nicht entgangen war. Zorn malte sich auf seinen Zügen. Wissend schüttelte sie den Kopf.


Da wären wir also wieder.

Aspirine geht sich dann erst mal umziehen, schließlich hat sie jetzt ein tolles neues Kleid, nimmt Crozies Nähbeutel als neuen Totembeutel (der alte war ja schon schäbig und hätte die Wirkung des Kleides verdorben, ja, so war das) und takelt sich allgemein ein wenig auf.

Als Ayla zum Herdfeuer des Mammut zurückkehrte, war sie jeder Zoll eine Mamutoifrau, eine schöne, wohlgekleidete Mamutoifrau von großem Ansehen und offenkundigem Wert.


HAT DAS JETZT AUCH JEDER MITBEKOMMEN? Oder muss ich noch mal streng in die Runde blicken? Hm? Hat jeder verstanden, WIE toll Aspirine ist? Die Hälfte des Buches ist schon fast rum, so langsam sollte es auch zum tumbesten Leser durchgesickert sein.

Wir können schließlich nicht das ganze Buch damit füllen, wie toll Aspirine denn so ist, ne?

... gut, wir können und wir werden. Aber so ganz prinzipiell ... jetzt habe ich den Faden verloren. Hm. Machen wir erst mal mit dem Kapitel weiter.

Tulie, Stammesname Die-auf-der-Leitung-steht, hat es nämlich auch erst jetzt mitbekommen, wie schlichterdings wunderbar Aspi so ist.

„... aber ich hatte ja keine Ahnung, daß sie solchen Reichtum besaß. Schaut euch doch allein die Pelze an! Das Wisentfell und die weißen Pelze der Polarfüchse, und das Fell des Schneeleoparden – davon bekommt man nicht viele zu sehen ...“

Ayla lächelte, und das Gefühl freudiger Erregung kehrte wieder zurück. Ihre Geschenke waren akzeptabel gewesen und wurden geschätzt.


Aber das war ja nun noch nicht alles, denn die Pyr-Steine müssen ja auch noch verteilt werden. Das zieht Aspi brav durch, dann müstiziert Mamut noch ein wenig herum, so mit Schattenspielen und Krams. Danach gibt es eine Wiederholung (das Buch neigt ja sonst nicht zur Redundanz, ne, da kann man das mal durchgehen lassen. Hust.) des Ereignisses vom vorigen Fest (Mamut fliegt geistig durch die Gegend, um Wisente für die Jagd aufzutun, Ayla fliegt dank ihrer großen Begabung hinterher), Ranec flirtet mit Aspirine, Jodelkarl ergeht sich in Schmerz und das war's dann.

Ja. Nu. Hm. Vielleicht kommt ja in der zweiten Buchhälfte ein bisschen Handlung auf? Hoffen kann man ja mal.

Freitag, 12. März 2010

Mammutjäger – XVII

Nach dem Schwitzbad, das natürlich nach Männlein und Weiblein getrennt abgehalten wird, treffen sich Aspirine und Karl in ihrem Separée wieder. Beide nackt, was die Geschlechtertrennung beim saunen irgendwie ad absurdum führt, wenn danach alle ohnehin im Adamskostüm durchs Langhaus sausen.

Aber gut, bietet sich doch eine formidable Gelegenheit für Karl, ein wenig anzuwonnen.

Dann konnte er nicht mehr widerstehen. Es nahm sie in die Arme, küßte sie und begann, ihren warmen Körper zu streicheln. Sie reagierte bereitwillig, überließ sich seinen Liebkosungen, und er hörte sie leise aufstöhnen, als er den Kopf beugte, um eine ihrer Brustwarzen in den Mund zu nehmen.

„Große Mutter, Frau, kannst du einen verlocken!“ sagte er, nachdem er sie losgelassen hatte.


Aber man kann ja hier nicht, ne, wenn draußen die ganzen anderen Leute mit Blumen und Pralinen herumstehen und darauf warten, dass der Ehrengast zur Feier der Adoption mal das eigene Fest beehrt.

Wobei Aspirine nochmal erwähnt, dass sie das fertigbringen würde, schließlich habe Karl Das Zeichen™® gegeben, und da gäbe es dann kein Halten mehr.

Damit wir es auch ja nicht vergessen.

„Ist das wirklich wahr? [Die Frau] weigert sich nie?“ fragte er. Er konnte es immer noch nicht recht glauben.

„Dazu wird sie erzogen, Jondalar. So verhält sich eine anständige Clan-Frau“, antwortete sie sachlich.


Wird das etwa nochmal wichtig? Könnte das sein? Wäre das möglich? Ich meine ja nur, weil es nun schon ... wenn nicht noch öfter erwähnt wurde. So langsam keimt in uns doch so ein gewisser Verdacht, nö?

[Die Katze sitzt grade direkt vor dem Monitor und putzt sich das Popöchen. Ob sie mir damit was sagen will?]

Aber nu, auch Steinzeitlers haben sowas wie eine rudimentäre Erziehung und so lässt Jodelkarl bedauernd von Aspirines Zwillingshügeln ab und geht schon mal vor, während sie sich noch ein wenig zurechtmacht. Draußen wird er von vom weisen Mamut abgefangen und darf ihm bei der Vorbereitung der ganzen müstischen(sic) Dinge helfen.

Ranec sitzt auch schon am Feuer und als Aspirine aus dem dem abgetrennten Mammut-Herdfeuer-Bereich tritt, ist er nichts weniger als entzückt.

Zwar konnte man es bei seiner dunkeln Haut nicht erkennen, aber er errötete bei ihrem Anblick. Er spürte, wie sein Herz schneller schlug und sich in seinen Lenden etwas regte.


Ein Tag ohne Lenden ist ein verlorener Tag, huh?

Wollen wir uns noch ein wenig schmalzige Schwärmerei geben? Hm? Ach, wir tun es einfach, man gönnt sich ja sonst schon so wenig.

Je mehr er von ihr sah, desto schöner erschien sie ihm. Die langen Sonnenstrahlen, die durch das Rauchloch herniederströmten, lenkten ihr strahlendes Licht absichtlich aus sie – zumindest kam ihm das so vor. [...] Wenn er an sie dachte, sah er gleichsam alles übertreiben. Das üpprige Haar, das ihr in weichen Wellen ums Gesicht fiel, war in seinen Augen eine goldene Wolke, die mit den Sonnenstrahlen spielte; ihre natürlich-unverkrampften Bewegungen stellten für ihn das Äußerste an Anmut dar.


Oooooooonlyyyyyy yoooooouuuuuu ....

Man versammelt sich und dann geht es ungelogen auf 6(!) Seiten nur darum, wer was trägt, welche Elfenbeinperlenketten wer im Haar oder sonstwo hat und welche Verzierungen die Klamotten haben.

Nachdem Haute Couture, Prêt à Porter und dergleichen abgehandelt sind, werden erneut alle Feuer gelöscht und Ayla entzündet sie nochmal offiziell mit Stein und Flöte. Danach treten Talut und Tulie vor, es gibt eine großartige Ansprache und dann soll entschieden werden, welches Herdfeuer Aspirine nun genau adoptiert.

Geplant war das des Löwen, also Taluts und Nezzies Herdfeuer. Doch bevor die auf die rituelle Frage antworten können, spricht Mamut ein Machtwort und adoptiert Aspirine ans Herdfeuer des Mamut. Weil sie doch pschikologisch und spüritüll so begabt ist, ne?

Tulie versucht zu widersprechen, schließlich sei man übereingekommen, dass Talut und Nezzie und Mamut könne doch nicht einfach und überhaupt, doch der zeigt sich unbeeindruckt.

„Ich habe nicht gesagt, sie wird eine Tochter vom Herzfeuer des Mammut. Ich habe gesagt, sie ist eine Tochter vom Herdfeuer des Mammut. Sie wurde als eine solche geboren, von der Mutter Selbst dazu auserkoren.“


Nun, dem kann Tulie nicht widersprechen und Ranec würde aufgrunddessenalldieweildeswegen am liebsten in wilde Lambada-Tänze ausbrechen; ist er doch selbst ein Sohn des Löwenherdfeuers und hätte in Zukunft nicht mehr um Aspirine werben können, wäre auch sie vom Löwenfeuer adoptiert worden. Bruder und Schwester, das war schon in der Steinzeit igittpfuibäh. Er hätte sich dann von einem anderen Feuer adoptieren lassen müssen, dann wären Talut und Nezzie bestimmt gekränkt, so ein bisschen zumindest, und was das für ein Aufwand gewesen wäre, also nee ... da ist das so schon viel besser und einfacher.

Dann werden noch die letzten rituellen Worte gesprochen, Aspirine wird adoptiert, indem sie Blutsbruderschaft mit einem Stück Elfenbein schließt und dann ist sie endlich Ayla von dem Mamutoi.

Wheeeee!


... und was ist jetzt mit den Geschenken?

Donnerstag, 11. März 2010

Werbung!

... zumindest sowas Ähnliches.

Ich bestelle Seifen ganz gerne bei Blickfang Wohlgefühl. Hochwertige, selbstgemachte Seifen aus natürlichen Zutaten, wunderbar, tirili.

Bei meiner letzten Bestellung habe ich auch mal zum Probieren eine Körperbutter mitbestellt, und zwar die Körperbutter „Honey, Milk and Nut“. Das hörte sich gut an und schöne, weiche Hände macht die Körperbutter ja auch. Das ist nicht das Problem.

Das Problem ist das beigemischte Parfum und meine Erwartungshaltung. Wenn ich eine Körperbutter öffne, die mit „Honig, Milch und Nuss“ bezeichnet wird, erwarte ich einen leichten, natürlichen Duft und keine Wolke, die eher Douglas-Assoziationen weckt.

Aber ich bin in der Hinsicht ohnehin als überempfindlich bekannt. Ich kann auch keinen Weichspüler an meiner Wäsche haben, weil ich mir dann einbilde, erstinken zu müssen.

Kurz und knapp, ich will das Zeug loswerden. Ich habe mit dem beiliegenden Spatel auch nur einmal oben drauf rumgekratzt und meine Hände probeweise eingecremt, ansonsten ist der Tiegel noch unberührt.
Hochwertig ist die Körperbutter ja und grundsätzlich gut riecht es auch. So ein bisschen Richtung orientalisch/würzig. Nur eben zu stark für meine empfindliche Katzennase.

Wer es mal versuchen möchte, schicke mir eine PM im Grünen oder eine E-Mail mit Adresse an FrauKatz kringel web pünktli deh-eh. Der Schnellste bekommt den Zuschlag. Und die Auflage, hinterher zu vermelden, ob's gefallen hat oder nicht.

Dienstag, 9. März 2010

Mammutjäger – XVI

Kommen wir nach dem ganzen Hin und Her wieder zurück zu Aspirine und Jodelkarl, die just auf der Rückreise zum Löwenlager sind. Auf halbem Weg allerdings überrascht sie ein Scheesturm und so suchen sie mit den Pferden Schutz an einem Steilufer.

Am nächsten Morgen sind sie in ihrem Zelt eingeschneit und Aspirine reagiert ganz merkwürdig. Gut, die Luft ist ein wenig stickig im Zelt, aber Karl kann problemlos seinen Speer durch Rauchabzug und Schneedecke stecken und die Sonne hereinlassen.

Derartig in Angst zu geraten entsprach sonst so gar nicht ihrer Art. Vielleicht stimmte wirklich etwas nicht.
[...]
Mit dem Speerende stieß er durch den Schnee hindurch. Schnee rieselte auf ihre Schlafpelze, Sonnenlicht fiel herein, und ein frischer Luftzug kam in das kleine Zelt.


Ayla geht es sofort wieder gut, aber so richtig überzeugend kann sie weder Karl noch sich selbst erklären, warum sie so übertrieben reagiert hatte.

Well. Die Karawane zieht weiter und schon im nächsten Absatz stoßen wir auf Talut, der vor dem Löwenlager patrouilliert und als Erster die ersehnte Wiederkunft der Einzigartigen und ihrem Mann erlebt. Glücklich heißt er sie Willkommen und jeanpützt gleich ein wenig: „Ich habe da schon mal was vorbereitet.“

Nicht nur er, der ganze Stamm hat quasi einen Lehmhöhlenanbau mit den eigenen kleinen Händen an das Langhaus gebaut, weil der Unterstand für Aylas Pferdchen weggeweht worden war und man ihr mit diesem Stall, dauerhafter als Erz (exegi monumentum, ne?), eine Freude machen wollte.

Hach!

Auch Ayla ist angemessen gerührt.

„Ach, Talut“, sagte sie mit erstickter Stimme. Dann hob sie die Arme, fiel ihm um den Hals und drückte ihre kalte Wange an die seine. Ayla war bisher so zurückhaltend vorgekommen, daß ihre spontane Geste der Zuneigung und der Dankbarkeit eine wunderschöne Überraschung für ihn war.


Der Reststamm, von Aylas strahlender Unglaublichkeit angelockt wie die Motte vom Halogenscheinwerfer, trudelt dann auch ein und die seit Menschheitsgedenken wichtigste Frage nach einer Reise wird gestellt. „Hast Du uns auch was mitgebracht?“

Jawohl, hat Aspirine, die Grundgute, natürlich!

„Für jeden habe ich etwas mitgebracht“, antwortete sie, woraufhin sich jetzt alle fragten, was für ein Geschenk sie wohl erwartete.


Jahaaaa, aber das sagen wir nicht gleich! Neenee! Spannung, hier! Denn die nächsten Absätze dreht es sich (wohlrecherchiert, muss man schon sagen) erst einmal wieder darum, die denn genau die Pferdehöhle von dem Löwenlaglern gebaut wurde. Praktischerweise ist sie noch nicht ganz fertig, und so darf Ayla beim Fertiglehmen mitmachen, ein bisschen ausrutschen und ein ganz kleines bisschen Ranec in die Arme fallen.

Neeee, wattn Zuuuuufall aber auch!

Als Ayla zu Jondalar hinüberblickte, bestätigte sich ihr, was sie befürchtet hatte. Er war wütend, hatte die Hände zu Fäusten geballt, und in seinen Schläfen pochte es. Rasch wandte sie den Blick ab.

Inzwischen verstand sie seinen Zorn ein wenig besser, begriff, daß er ein Ausdruck seiner Angst war, trotzdem erboste seine Reaktion sie ein wenig. Schließlich konnte sie nichts dafür, daß sie ausgerutscht war; außerdem war sie dankbar, daß Ranec grade zur Stelle gewesen war, um sie aufzufangen.

Abermals schoß ihr das Blut zu Kopf bei der Erinnerung daran, wie sie auf seine Berührung reagiert hatte. Doch auch dafür konnte sie nichts.


Bevor die Angelegeneit sich weiter verkrampfen kann, beschließt der schlammverschmierte Reststamm, dass es jetzt Zeit für die Sauna wird. Jawohl, das Langhaus hat auch zwei Saunen, eine für Männer, eine für Frauen, beide mit Fichtennadeln, damit es auch gut riecht.



[Ich tippe hier übrigens grade blind, alldieweil sich das Flüff mit voller Breitseite vor den Monitor gesetzt hat. Ich sehe nur noch aufgeplustertes Flauschefell mit Öhrchen. Eventuelle Tippfehler sind demzufolge allein des Flüffens Schuld, so.]

So trippeln die Frauen alle in die Sauna oder auch das Schwitzbad, wie sie es nennen, und schwitzen ein wenig. Ist ja auch hügjenischer, nachdem man stundenlang im Dreck gewühlt hat, ne?
Die ungewohnte, rein weibliche Versammlung gibt Ayla nun auch endlich die Gelegenheit, Fralie zu untersuchen und festzustellen, dass es sich nicht um die übliche Morgenübelkeit handelt, von der die Schwangere geplagt wird.

„Ich stell' dir was zusammen, damit das Essen dir nicht mehr hochkommt. Du wirst doch besser fühlen. Und es hilft gegen die Schwellung. Würdest du es einnehmen?“

„Ich weiß nicht“, sagte Fralie. „Frebec entgeht nicht, was ich zu mie nehme. Ich glaube, er macht sich Sorgen meinetwegen, will es aber nicht zugeben. Er wird mich fragen, wo ich es herhabe.“
[...]
Ayla nickte. „Ich glaube, ich weiß einen Weg“, sagte sie.


Natürlich weiß sie einen Weg! Ich wäre entsetzt, wenn nicht!

Schalten Sie auch am Freitag wieder ein, wenn wir erfahren, mit welcher raffinierten Methode Aspirine ihrer Patientin unter den mißtrauischen Augen des fiesen Frebec die Medizin einflößt und vor allem, welche wunderbaren Geschenke sie jedem Löwenstammler machen wird.

... oh! Ob da ein Zusammenhang ...? Wir werden ja sehen.

Montag, 8. März 2010

Die Welt ist im Wandel ...

... und alles wandelt mit, auch die FrauKatz.

Seit doch einiger Zeit, besonders den letzten beiden Jahren, habe ich Pflichten, Anforderungen, steigendes Arbeitsaufkommen, Hobbys und Aufgaben einfach genommen, wie sie kamen, und gestapelt. Alles oben druff, irgendwie geht das schon. Man kennt das ja von Bücherstapeln: mit einiger Planung kann das eine Weile gut gehen, aber irgendwann kommt das Gebilde gefährlich ins Schwanken.

Bei mir ist es jetzt soweit und nolens volens muss ich den metaphorischen Stapel verkleinern, bevor er völlig umkippt und ein heilloses Chaos anrichtet.

Nachdem das Blog hier eines meiner Freizeit-Highlights ist und überhaupt die entzückendsten und liebenswertesten Leser aller Zeiten hat, fällt mir das an dieser Stelle natürlich besonders schwer, aber watt mutt, datt mutt, ne? *brummel*

Im Klartext bedeutet das: ich fahre erst mal die Postingfrequenz herunter. Statt Montag/Mittwoch/Freitag gibt es von jetzt an Dienstag/Freitag die neuen Kapitel.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir weiterhin treu bleibt und denke, wir werden trotzdem weiterhin viel Spaß mit Büchern haben.

Donnerstag, 4. März 2010

Wir unterbrechen unser Programm ...

... für eine (hoffentlich) kurze Pause. Isses jetzt doch soweit. Hngh!

Diese Woche wird es wohl nichts mehr mit Ayla, aber ich blicke einfach mal hoffnungsvoll auf die nächste. ;-)

Montag, 1. März 2010

Mammutjäger – XV

Richtig, es war – Feuer! Ayla hat das Feuer erfunden, zumindest die Sorte, die mittels Schiefer und Pyrit in Sekundenschnelle entzündet werden kann.

Gewonnen hat Halefa, die sich auf einen besonders katzigen (= seltsamen) Gewinn freuen kann.

Aber gut, wenden wir uns wieder Karl und Aspi zu. Die sind in ihrer ersten gemeinsamel und lauschigen Ein-Zimmer-Höhle voller Erinnerungen angekommen und es ist alles richtig idyllisch als Karl am nächsten Morgen aufwacht. Aspi hat ihm schon den Zahnputzzweig und ein lecker Teechen bereitet und so kann der Tag kommen.

Er nahm den Zweig zur Hand, zerkaute das eine Ende, um es zu zerfasern und sich die Zähne damit zu reiben, und ging dann nach draußen. Danach spülte er sich den Mund mit einem Schluck Tee aus und begab sich ans Ende des Simses, um sein Wasser abzuschlagen. Er warf den Zweig fort, spuckte den Tee aus, stellte sich dann an den Rand des Simses und sah sinnend dem dampfenden Bogen nach.


Sag ich doch. Idylle.



Danach kommen Seiten um Seiten darüber, was ich „steinzeitliche Hausfrauengemütlichkeit“ nennen möchte. Aspi jagt Schneehühner, Karl jagt Pyritsteine, dann wird sortiert, was man so alles in der Höhle herumliegen hat, was mitgenommen wird, was dableibt und was verschenkt werden kann. Karl macht sich außerdem noch Gedanken darüber, wann es an der Zeit wäre, Renner einzureiten und überhaupt ist alles friedlich und gemütlich.

Bis Karl am Abend von den Schatten seiner Vergangenheit (dun-dun-dun-duuuuuuuun!) heimgesucht wird und nicht umhin kommt, Aspirine sein ganzes Herz auszuschütten.

Weil ich eine nette Katz bin, fasse ich das seitenlange Gejammer, Gehärm und Geselbstanklage kurz und knackig zusammen.

Bei den Zelandonii ist es so Sitte, dass die jungen Männer von etwas älteren Damen, äh, an die Wunder der Wonnen herangeführt werden. Umgekehrt genauso. Dabei ist das alles aber gar schröcklich ritualisiert und auf einem strikt professionellen Level zu halten.

Das klappte bei Karl nicht, er verliebte sich in seine Mrs. Robinson und die sich auch in ihn. Das ging eine Weile gut, dann flogen sie auf, weil ein gar schändlicher Jungschurke, der ebenfalls ein Auge auf Mrs. Robinson geworfen hatte, ihnen auf die Schliche kam. Er versucht, Karl und die Mrs. zu erpressen und Karl schlägt ihm daraufhin sämtliche Zähne aus.

Das riesige Lager der Zelandonii geriet in Aufruhr.

Mrs Robinson nahm den Schleier und wurde EineDieDerMutterDient, Karl wurde zu seinem Vater nach Ziemlichweitweg (Karls Eltern sind geschieden, jaja) geschickt. Dort ging es ihm ganz gut, außer natürlich, dass er von Schuldgefühlen zerfressen wurde. Mrs Robinson ist dann auch ganz in ihrer neuen Berufung aufgegangen und Karl musste feststellen, dass Die Mutter™ ihn damit bestrafte, dass sich sämtliche Jungfrauen, die er zeremoniell „öffnen“ durfte, sich in ihn verliebten, während er für keeeeiiiine Liebe empfand, zumindest nicht über den Akt hinaus. Härm. Seufz. Stöhn. Ach! Und Weh!

Aspirine: „Öhm. Und Du machst Dir jetzt Vorwürfe, weil ...?
Karl: „Weil es nicht sein durfte! Sowas macht man einfach nicht!“
Aspirine: „Aber kann denn Liebe Sünde sein?“
Karl: „Öhm. Hm. Aber so isses halt.“

Raffiniert, wie Aspirine hier das Problem, das die katholische Kirche mit dem Zölibat haben wird, schon antizipiert. Beeindruckend. Wow.



Am nächsten Morgen fangen Ayla und Karl damit an, Renner an ein Gewicht auf dem Rücken zu gewöhnen. Mit dem ganzen Zeug, das Ayla mitnehmen will, wäre Winnie alleine überfordert. Das dauert ein paar Tage, dann macht sich unsere Reisegruppe wieder auf den Weg zurück zum Löwenlager der Mamutoi.

Auf dem Rückweg gehen sie noch an der Stelle vorbei, an der Karls geliebter Bruder Thonolan dereinst den Tod fand, und auch Karl findet, nämlich einen glitzernden, schimmernden Stein.

„Ayla, schau!“ sagte er und zeigte ihr den Stein. „Auf der Vorderseite sieht er aus wie ein ganz gewöhnlicher Stein. Aber schau, sieh dir an, wo er losgebrochen ist. Die Farben scheinen von innen heraus zu leuchten. Man hat fast das Gefühl, als wäre der Stein lebendig.“

„Vielleicht ist er das. Aber vielleicht ist es auch ein Stück vom Geist deines Bruders“, erwiderte sie.


Womit sie Karl auf einen Schlag die Sorge genommen hat, dass Die Mutter® seinen Bruder nicht finden könnte, um ihn in die nächste Welt zu geleiten. Denn mit einem Stück Brudergeist in einem Stein würde das alles kein Problem mehr sein.

Aspirine hilft wirklich in allen Lebenslagen. Donnerkeil!