Freitag, 16. April 2010

Mammutjäger – XXVII

So reiten sie schweigend zurück zur Gemeinschafts-WG-Hütte und dort angekommen bedankt sich Karl steif (nein, nicht so!) bei Aspirine.

„Hm ... Ayla?“

Sie blieb stehen und sah auf.

„[...] Ich werde diesen Nachmittag nie vergessen. Den Ritt, meine ich. Vielen Dank.“


Ja, nu, das könnte man jetzt auch wieder so oder so verstehen.

Aspirine scheint auch nicht den Eindruck zu haben, dass da mal ein Gespräch nottun würde; sie schluchzt und heult sich lieber durch den restlichen Tag.
'sch meinte, sie hat doch nun wirklich mitbekommen, dass es da ein Mißverständnis gab. „Ich habe Dich verwarnt! OMG!“ – „Quark, verwonnt hast Du mich!“ (Okay, das schreib-klingt schon sehr ähnlich, das kann man ja mal verwechseln. ) Da wartet man, bis der Hörr Märtyrer wieder ansprechbar ist und klärt das!

Aber nein.

In der Hütte kaut unsere blasse, leidende Schönheit dann zum vierten, fünften oder zwölftausendsten Mal erneut durch, wie das damals beim Clan so war, als sie den Geheimen Trank™ trank und dann außerkörperliche Visionen hatte. Die Erinnerung an ihren Ziehvater Creb, der das nicht gut fand und fortan recht reserviert ihr gegenüber wurde, lockert die ohnehin locker sitzenden Tränchen und dann wird Mamut erst mal gewässert.

Kalle, der am Herdfeuer nebenan sitzt, sieht das und denkt, wie könnte es denn auch anders sein, natürlich gleich, dass Aspi von seiner bösen Verwarnung erzählt hätte.

Mannmannmann! Da wirste doch matschig in der Schaltzentrale!

Aspirine macht sich, wie das sein muss, dann auch wieder Gedanken.

Ranec liebte sie, daran zweifelte sie nicht im mindesten. Er wollte sich mit ihr zusammentun, ein Herdfeuer mit ihr gründen, und wollte ihre Kinder an seinem Herdfeuer.

Jondalar hatte sie nie darum gebeten, sich mit ihm zusammenzutun.


Wie heißt es nochmal in diesem grade so populären Lied von Beyonce? „Cause if you liked it then you should have put a ring on it“. Das wusste schließlich schon Sauron, ne?

Jedenfalls geht es in einer Nussschale wieder darum, dass, jammerjammer, Jodelkarl sie nicht mehr lieben würde, schluchz.
Na, also mal ehrlich, da hätte sie mittlerweile wirklich einiges tun können, um größere Mißverständnisse zu verhindern. Wer schmeißt denn schon seinen Haustürschlüssel in den Gulli, schubst ihn noch mit dem Fuß richtig rein und jammert dann lauthals herum, dass er nicht mehr in die Wohnung könne?

Aber gut. Sie sind ja alle nur Spielbälle des Schicksals. Denn auch Jodelkarl hat das Totem des Höhlenlöwen (er ist gezeichnet!), und wer das Totem des Höhlenlöwen hat, der wird von IHR® ständig vor große Proben gestellt. Jawoll, so ist das.

Sie® sieht offensichtlich gerne Vormittagsseifenopern. Ich sag's nur.

Die nächsten Abschnitte des Kapitels beschäftigen sich ausführlich damit, dass Verwarnungen böööööseböse sind und SIE™® das nicht gutheißt und überhaupt und es endet damit, dass Karl in Tränen ausbricht.

[...] weinte er über den Verlust dessen, was ihm näherging als alles andere. Über den Verlust der Frau, die er liebte.


Seufz. Ja. Super. Leute. Findet ihr nicht auch, dass das langsam viel zu konstruiert ... mpf. Höhlenlöwe. Totem. Probe. Schwere Prüfungen. Weil großes, mächtiges Totem. Ja. JA. Okay. Ist gut. Ja. Ich sag' ja schon nix mehr. Okay. OKAY!



Also weiter.

Die Vorbereitungen für das Frühlingsfest laufen auf Hochtouren, als sich Jodelkarl, immer noch der festen Überzeugung, ein verachtenswürdiger Verwarner zu sein, Aspirine nähert, die draußen grade die Pferde poliert. Müssen ja sauber sein für das große Fest, ne?

„Ich hatte gehofft, doch allein zu finden, Ayla. Wenn du nichts dagegen hast, möchte ich gerne mit dir reden“, sagte Jondalar mit merkwürdig gedämpfter Stimme.

„Nein, ich habe nichts dagegen“, sagte sie.


Na, da bin ich jetzt aber gespannt. *zurücklehn* *arme verschränk* *skeptisch guck*

Und wirklich, das zentrale Thema der sich aufhäufenen, geradezu stapelnden Mißverständnisse kommt nicht aufs Tapet. Stattdessen sagt Karl, dass er hier nicht hergehöre, dass sie jetzt Aspirine von den Mamutoi sei und er aber Kalle von den Zelandonii und er deswegen nach dem Frühlingsfest heimgehen werde. So.

Aspirine zeigt ihre übliche Reaktion: sie leidet leidenschaftlich. Wimmer. Härm. Mitten ins Herz. Ach und Weh. Weil sie nicht will, dass Kalle sie leiden sieht, dreht sie sie zum Pferd um. Karl hingegen interpretiert das als „Ach, es ist ihr egal. Sie wendet sich ab.“

Steckt euch mal eben die Finger in die Ohren bitte.


AAAAAAAAAAAAAAARGH! AAAAAAAAHHHHHHHHH! HIMMELARSCHUNDZWIRN!


*schnauf*

Naisdochwahr!

Mit letzter Selbstbeherrschung meint Aspi noch, dass Karl doch bitte Renner noch ausbilden möge, solange er noch da sei. Der stimmt zu und dann hält es unser Steinzeit-Juliachen nicht mehr aus und reitet weg.

Kind! Nicht wegreiten. Komm, ich schreibe Dir jetzt ein Drehbuch. Ist auch ganz einfach.


  1. Stehenbleiben.

  2. Umdrehen.

  3. Kalle ohrfeigen oder vors Schienbein treten.

  4. Nachdem Du nun seine Aufmerksamkeit hast, beide Ohren packen und küssen.

  5. Ihm sagen, dass Du nur ihn liebst und das da draußen keine Verwarnung sondern eine Verwonnung war.

  6. Ihm sagen, dass Du nur ihn liebst.

  7. Ihn nochmal treten. So rein aus Prinzip.

  8. Glücklich bis ans Lebensende mit ihm zusammen unheimlich wichtige Erfindungen machen.



Ist denn das so schwer?

Ja. Ja. Totemlöwe. Jahaa. Hrmpf.

Dann gibt's noch etliche leicht langweilige Absätze über Latie, die auf dem Frühlingsfest zur Frau werden wird und die deswegen bis dahin nie alleine mit einem Mann sein darf. Weil wegen der Geister und weil sie dann, ogottogott, am Ende bei einer Frau liegen wollen würde. Wenn da was schief geht, mit den Geistern. Jawoll.

Danach geht es, Männer bitte weglesen, um Hügjene. Und zwar die weibliche Hügjene während der Menstruation. Aspi hat schon fast den Tampon erfunden, wenn ich so zwischen den Zeilen lese. Wir sollten ihr alle dankbar sein.

Fralies Baby geht es übrigens wunderbar. Kein Wunder, bei Aspirines Brustkastenerfindung. Die Stimmung am Herdfeuer des Kranichs ist in der letzten Zeit auch viel besser und alle sind entspannter. Zweifelsohne durch die beruhigende Ausstrahlung und Einwirkung Aspirines. Jawohl. Nick.

Doch kommen wir nun zum Knall, mit dem ein Kapitel schon fast traditionell endet:

Da Karl ja ohnehin ohne sie weggehen wird, sieht Aspi keinen andere Möglichkeit mehr und sie stimmt zu, sich mit Randy zusammenzutun. Der ist euphorischer als er sensibel ist und blökt die frohe Kunde gleich in alle Welt hinaus.

„Sie ist einverstanden! Ayla hat sich einverstanden erklärt! Das Verlöbnis, wir werden es ablegen, Ayla und ich.“


Sowas hören die vor Leid bestimmt auch schon gebeugten Ohren des Jodelkarl doch besonders gerne. Kalle erbleicht, sein Gesicht erschmerzt und er rennt Richtung Fluss.

Nezzie ist besorgt, doch Latie weiß nicht, was sie anziehen soll (ernsthaft), und deswegen muss Mutti sich eher um Klamotten als um Karls kümmern.

Neeeneeenee. Immer wenn man denkt, noch verfahrener kann die Situation nicht werden, kommt von irgendwo ein weiteres dummes Mißverständnis her.

Dienstag, 13. April 2010

Mammutjäger – XXVI

Jodelkarl macht uns den Edward:

Ayla auszuspähen war ihm so zur Gewohnheit geworden, daß er kaum noch darüber nachdachte. Es war ihm nicht einmal peinlich; denn sie zu beobachten war einfach ein Teil seines Lebens.


Dass Aspirine nun schon recht lange dem Werben Randys widerstand, hat unseren leidenden Werther in falscher Sicherheit gewogen. So ist er nun überrascht und erschüttert, als er Aspi eines Abends mit Randy zum Herdfeuer des Fuchses gehen sieht.

Aber als es ihm aufging, war das wie eine Explosion in seinem Kopf, die rasenden Schmerz und ein Aufbäumen der Wut durch seinen ganzen Körper schickte. Er war vollkommen erschlagen.


Vermutlich nicht so erschlagen, wie die arme Wölfin neulich. *draufrumreit*

Es geht ihm also nicht überaus gut und die Tatsache, dass das Langhaus keine wirklich gute Geräuschdämmung hat, trägt nicht dazu bei, seine Qual zu lindern. Immerhin leistet ihm Wolf das Wölfchen Gesellschaft; der wurde nämlich auch weggeschickt, der ist noch zu jung für Wonnen, egal welcher Spezies.

Randy und Aspi wonnen also herum. Erstens nicht sooo ausführlich und zweitens ist es mir bei „feuchten Falten“ vergangen; ich verlasse mich also auf eure Phantasie. 's läuft dann auch alles super, und doch, und doch ...

Ranec war ein guter und rücksichtsvoller Mann, und sie hatte die Wonnen durchaus verspürt, aber ... irgend etwas fehlte. Es war nicht dasselbe wie mit Jondalar, doch worin eigentlich der Unterschied bestand, wußte sie nicht zu sagen.


Man lasse mich mal wild raten. Hmmm ... LIEBE?

Karl liegt die Nacht über wach, starrt an die Decke und kaum dämmert am nächsten Morgen die erste fahle Helligkeit herauf, zieht er sich sein Jack Wolfsfell an und geht fort. Fort, fort, nur fort, und keine Wisentkekse der Welt können ihn aufhalten.

Ein paar Stunden später steht er inmitten eines vom Schnee anfangs verdeckten Schmelzwassersees knietief im Wasser, stellt fest, dass er weder Proviant noch Wasserschlauch noch Unterwäsche zum Wechseln dabei hat und entscheidet sich mit dem letzten Restchen Verstand dafür, dann doch jetzt erst mal lieber wieder zurückzulaufen. Brav.

Wieder beim Langhaus angekommen wird er von Talut Bärenbart in Empfang genommen. Den hatte Nezzie besorgt raus in die Kälte geschickt, er solle doch mal gucken, was Karl da so macht.

„Nezzie hatte Angst um dich und hat mich nach dir ausgeschickt. Wo bist du gewesen?“ fragte Talut, als er neben Jondalar Schritt faßte.

„Ich habe einen Marsch gemacht.“


Ja, so kann man das auch nennen.

Karl wird erst mal trockengelegt und legt dann selbst erneut seinen Plan dar, möglichst schnell abzureisen. Talut erinnert ihn an seine Wette mit Tulie und meint, er könne doch von ihr als Wetteinsatz eine Reiseausrüstung mit Zelt und allem Pipapo verlangen; immerhin hatte Tulies Mann, gotthabihnselig, die gleiche Statur wie Kalle.

Karl gefällt die Idee und um sich aufzuwärmen geht er erst mal etwas Suppe fassen; am Feuer sitzt auch Mamut.

Mamut: „Du solltest mindestens noch bis zum Frühlingsfest bleiben.“
Karl: „Mal gucken.“
Mamut: „Neenee, das ist schon wichtig.“
Karl: „Wieso?“
Mamut: „Weil Aspirine zum Behufe des Anlasses wieder die Wurzel kauen und furchtbar spirituelle Dinge tun wird. Da braucht sie alle um sich, die sie lieben.“
Karl: „Aber sie liiiieeeeeehbt mich doch nicht meeeeeehr!“
Mamut: „Ja, nu, Du musst jedenfalls bleiben. Ich habe so eine Vision.“
Karl: „Donnerwetter!“

Zum x-ten Mal entscheidet sich Kalle also um. Momentan wird er also wieder erst nach dem Frühlingsfest abreisen.

„Ich werde bleiben“, sagte er. „Ich verspreche, daß ich erst nach dem Frühlingsfest fortgehen werde.“


Aspirine hingegen teilt von nun an immer mal wieder mit Randy das Bett. Sie hatte zwar zuerst den Verdacht, dass Karls langer Marsch am Morgen nach der ersten (eigentlich ja zweiten) Teilung etwas damit zu tun haben könnte, kommt aber dann zu dem Schluß, dass sie sich irren muss. Nein, Karl liebt sie wirklich nicht mehr. Kummer, Leid, Ach, Weh.

Und mit Randy ist es zwar nett, wonniglich-gemütlich, aber er ist halt kein Jodelkarl. Seufz.

Selbst Rydag, dem Jungen mit gemischten Geistern, ist klar, dass die beiden sich immer noch von Herzen lieben.

„Er möchte sie ja sehen. Und sie ihn auch. Sie geben die richtigen Signale von sich, sagen aber die falschen Worte“, gab Rydag [Danug] mittels Zeichensprache zu verstehen.


Gut. Jeder weiß es. Selbst Rydag, der, wie Aspirine, total auf Körpersprache geschult ist. Wir erinnern uns noch daran, wie Aspi die gute Crozie Kling beim Glücksspiel austricksen konnte, weil sie gar so vortrefflich den Körper zu lesen versteht?

Sie kann also jeden Körper lesen, nur den von Karl nicht? Woher kommt mir das nochmal bekannt vor? Ich komme grade nicht drauf.

Nun. Liebe macht blind (und dum und amnesisch). Anders kann ich mir das nicht erklären, was Aspi und Karl da grade abziehen. Heidenei.

Karl, frisch rasiert und in die schicke Lederkluft von Tulies Mann, erruheinfrieden, gehüllt, trifft vor dem Langhaus auf Aspirine und die ist von seinem neuen, gepflegten Look sehr angetan. Sie ergreift dann auch gleich die Gelegenheit beim Schopfe und schlägt ihm vor, dass er doch heute grade mal die Einreitung von Renner beginnen könnte.

Karl ist einverstanden.

„Steig auf, Jondalar. Wir können zu zweit reiten.“

„Zu zweit? sagte er fast wie in Panik. Daran hatte er nicht gedacht, und er war drauf und dran wegzulaufen.

„Bis wir eine schöne offene Strecke finden. Hier können wir es nicht versuchen, denn Renner könnte in eine Bodenspalte geraten oder den Hang hinunterlaufen“, sagte sie.


Zu zweit auf einem sich rhythmisch bewegenden Pferd, eh? Es kommt, wie es kommen muss:

Tief hatte sie seinen Geruch eingeatmet, war hingeschmolzen in seiner Körperwärme und erschauert, als sie den harten, heißen Knauf seiner Männlichkeit fühlte.

Ich habe gespürt, wie sehr er mich begehrt, dachte sie. Warum hat er es so eilig, von mir loszukommen? Warum will er mich nicht? Warum liebt er mich nicht mehr?“


Jepp. Ein harter, heißer Knauf der Männlichkeit ist doch geradezu das klassische Zeichen des Nichtbegehrens. Tsk. Sowas weiß man doch.



Aber gut, wir sind ja nicht hier, um das auszudiskutieren. Karl besteigt also nicht Aspirine sondern Renner. Der ist (wieder im Gegensatz zu Aspirine) nicht entzückt und geht erst einmal durch. Karl klammert sich fest, Aspi reitet auf Winnie hinterher.

Jondalar verengte des kalten Windes wegen die Augen, dann schäumte eine gewaltige Freude in ihm auf. Er sah, wie der Boden unter ihm verschwamm, und konnte es nicht fassen. Er ritt tatsächlich auf dem jungen Hengst, und es war genauso aufregend, wie er es sich immer vorgestellt hatte.


Nach einer Weile ist Renner ermüdet und bleibt stehen. Aspi ist mit Winnie auch gleich da und alle Anwesenden (gut, die Pferde nicht) sind aufgeregt und euphorisiert.

Ahnen wir es? Wir ahnen es.

Ungeduldig packte er sie mit beiden Händen bei den weichen Lederbeinschlingen, und mit der Gewalt unterdrückter Leidenschaft, die sich nicht länger unterdrücken ließ, hörte sie die Nähte reißen. Er macht sich am Verschluß seiner eigenen Hose zu schaffen, dann er er über ihr, hemmungslos in seiner Raserei, und sein harter, pulsierender Schaft sondierte und suchte. [Anm. d. Katz: :ugly:]
[...]
Den ganzen Winter war sie für ihn bereit gewesen. Keinen einzigen Augenblick hatte es gegeben, da sie nicht bereit für ihn gewesen wäre. [...] Einzig darauf hatte siedie ganze Zeit über gewartet. Tränen der Sehnsucht und der Liebe standen ihr in den Augen[.]
[...]

Sie ergab sich vollständig der Empfindung, wie sein langes, hartes Glied ihre Tiefen durchforschte und sie ausfüllte. Er zog sich zurück, und sie hungerte danach, daß er zurückkahm, sie abermals ausfüllte.

[...]

Wonnewogen ohnegleichen überliefen ihn, kamen in Abständen, die seinen Bewegungen entsprachen.


Und so weiter und so fort.

Prima. Alles wieder gut? Alle Mißverständnisse beseitigt, Romeo und Julia wieder vereint?

Ach, nein. Lieber doch nicht. Packen wir stattdessen noch ein Mißverständnis drauf, ja?

Wir erinnern uns daran, dass Tränen des Glücks und der Liebe über Aspirines göttliches Antlitz strömen?

„Du weinst! Ich habe dir weh getan! Ach, Große Mutter, was habe ich getan?“




Der Rest entwickelt sich dann so:

Karl: „OMG! Ich bin ein Schwein!“
Aspi: „Watt? Wie?“
Karl: „Ich habe Dich verletzt! Also, ich meine jetzt nicht durch mein dämliches, abweisendes Verhalten die ganze letzte Zeit, soviel Selbstreflektion besitze ich nicht, aber jetzt gerade! OMG! ICH SCHAWEIN!“
Aspi: „Äh ... nö?“
Karl: „Was habe ich nur getan?“
Aspi: „Ey! Ich hatte Wonnen! Das passt scho so!“
Karl: „Ich bin sooo schaläääächt!“
Aspi: „Halloho! Es war toll!“
Karl: „Neeeeeeiiiin, wie koooooonnte ich nur! Wie? Ohhhhh, ich Abschaum!“
Aspi: „KAR-TOFF-FELN!“
Karl: „Ich bin unwürdig! Unwürdig!“
Aspi: „Ich geb's auf.“

Ernsthaft. Ohne Schmu. Ich erfinde nichts. Sie sagt ihm, dass alles toll und wonnevoll wonniglich war, und er hört einfach nicht zu.

Sie starrten einander an. verlangten nacheinander, fühlten sich zueinander hingezogen, doch ihr schweigender Ruf der Liebe verhallte ungehört in dem Gebrodel des gegenseitigen Mißverstehens [...].


Ja, so kann man das auch ausdrücken.

Samstag, 10. April 2010

Bonusmaterial: FrauKatz backt Wisent-Kekse

Jawohl! Irgendwer muss es ja tun!

Ich befürchte allerdings, dass die Beschaffung von Wisentfett und Dodo-Ei etwas schwierig werden wird und ich diese Zutaten deswegen substituieren muss. Bei 35.000 Jahre alten Rezepten kann man dann aber doch ruhig Zugeständnisse machen finde ich.

Ich werde hier im Laufe des Samstages peu à peu den Fortschritt des Experiments posten. Eventuell sogar mit Bildern! In bunt! *aufgeregt*






15:00 Uhr
Die Zutaten sind gesammelt. Wir erinnern uns noch mal kurz an das Rezept:

  • 100g gemanschte (süße!) Früchte

  • 200g Wisentfett

  • 300g von Ranec zu Staub gemahlene Körner (oder teilweise noch flockige Körner verwenden, was halt grade da ist, ne?)

  • 1 Dodo-Ei


Alles gut verkneten und für 30 Minuten draußen im Schneesturm kühlen lassen.

Dann 10 bis 20 Minuten im 180°C-Feuer backen.




Nachdem wir in modernen Zeiten *hust* leben habe ich mich dazu entschieden, einen Teil der süßen Früchte zu ersetzen. Durch Rohrohrzucker und Apfeldicksaft. Das ist nicht völlig abwegig und zumindest der Rohrohrzucker wird bestimmt demnächst von Ayla erfunden. Da bin ich ganz zuversichtlich.

Dodo-Eier hatte mein tegut leider nicht. Kurz wurde ich von einer 12-er Packung Bio-Wachteleier in Versuchung geführt (von der Authentifizititäht her bestimmt authentifizitischer, ne?), habe mich dann aber doch für profane Hühnereier entschieden. Der Dodo war ja doch ein veritabler Vogel, da kann so eine Miniwinzwachtel nicht mithalten.

Nachdem das Wisent ja auch nur eine Kuh ist, habe ich einfach Butter genommen.

Der Grieß erwuchs aus der Erwägung, dass Ranec selbst im Liebesrausch die Körner nicht zu einer solchen Feinheit hätte stampfen können, wie wir sie von unserem heutigen Mehl gewohnt sind. Sollte der Teig aufgrund des Apfeldicksaftes zu matschig werden, werde ich eventuell noch ein paar Haferflocken reinwerfen, mal sehen.

Die Vanilleschoten sind alleine auf meinem Mist gewachsen, weil ich der Meinung bin, dass es nie schadet, Vanille in jedwedes Backwerk reinzuklöppeln.

Nun denn. Möge das Experiment beginnen!




15:45 Uhr
Der Teig ist geknetet und in Ermangelung eines Schneesturms habe ich ihn in den Kühlschrank gestellt. Da steht er jetzt bis 16:15 Uhr, dann geht es ans Backen.


Der Wisentkeksteig


Der Wisentkeksteig im simulierten Schneesturm

Schmeckt bislang gut, der Geschmack des Apfeldicksaftes dominiert natürlich. Dank des Grießes ist der Teig vermutlich auch nicht zu matschig geworden. Bislang bin ich zufrieden.




16:30 Uhr
Teig ist in kleinen Portiönchen auf dem ersten Backblech verteilt und im Ofen.
Jetzt bin ich mal gespannt!




16:40 Uhr
Oh, es riecht schon gut!




16:50 Uhr
Ich stelle fest: wenn da steht „10 bis 20 Minuten ins 180°C-Feuer schieben“, dann bedeutet das bei meinem Herd: „OMG SOFORT NACH 10 MINUTEN RAUSHOLEN!!!“

Jetzt waren es 11 Minuten und 20 Sekunden und die Ränder der ersten Fuhre sind teilweise ein wenig ... dunkel. Geht grade noch so. Mist, weil schmecken tun sie, die Wisentkekse der ersten Generation. :-D

In die nächste Fuhre habe ich Dinkelflocken reingemischt. Wenn ich schon mal am Experimentieren bin ...




17:00 Uhr
Zweite Fuhre grade aus dem Ofen geholt, soll jetzt abkühlen. Scheint mir noch etwas weich zu sein, aber beim Kühlen verfestigen sich die Wisentkekse ja noch. Zumindest die ersten taten das.

Hmmmmmm, rieeeeeecht das guuuuuuuut!




17:15 Uhr
Next Generation liegt neben der ersten, dritte und letzte Fuhre ist im Ofen.
Nach näherem Überlegen *mampf* schmecken die Dinger eigentlich *kau* gar nicht so doll. *schluck* Die wollt ihr bestimmt *futter* nicht probieren. *schmatz*




17:30 Uhr
Ich finde auch gar nicht, *muffel*, dass die Dinkelflocken den Wisentkeksen noch den richtigen Pfiff *nuschel* geben.

Fuhre 3 wäre dann auch fertig. Wenn das erste Blech die Originalmischung war, das zweite die nächste Generation ... dann habe ich jetzt Deep Space Nine auf dem Blech.

*mampf*




18:00 Uhr
Keks und Katz sind wohlauf.


Die fertigen Wisentkekse

Wobei die erste Generation nicht so verbrannt ist, wie sie auf dem Foto aussieht. Das täuscht. Die sind noch gut, die kann man noch essen.

Ich bin grade am Überlegen, ob ich einige nicht mit einer Schicht Bionutella zu Doppeldeckern ... aber das wäre dann wirklich nicht mehr steinzeitlich.

Wer also einen Keks will, solange noch welche da sind, der möge mir seine Adresse schicken. Entweder im Grünen oder an fraukatz kringel web pünktli deheh.
Der „solange noch welche da sind“-Punkt ist wichtig, die Anforderungen sollten also möglichst schnell vonstatten gehen.


Soderla, das war's dann. Ich werde nun offiziell die Wiederentdeckung der Wisentkekse für mich beanspruchen. *knicks* Ich hoffe, Sie wurden formidabel unterhalten, ich für meinen Teil hatte Spaß und werde jetzt noch ein paar Kekse kosten. Man will ja sicher gehen, dass auch alle was geworden sind.

Freitag, 9. April 2010

Mammutjäger – XXV

Als die uralte Erde ihren vereisten nördlichen Scheitel unmerklich näher heranneigte an den großen strahlenden Stern, den sie umkreiste, spürten sogar die Landstriche in der Nähe der Gletscher einen sanft wärmenden Kuß und erwachten aus dem Schlaf eines noch tieferen und kälteren Winters.


So blumig geht das noch etliche Absätze weiter, die Aussage ist aber sofort klar: Der Frühling kommt! Whoop-dee-doo!

Die Bewohner des Löwenlagers (das wird WüRa gefallen) sind froh darüber, denn obwohl sie, wie wir immer mal wieder feststellten, sehr hügjenische Steinzeitler sind, müffelt es im Gemeinschaftshaus am Ende des Winters regelmäßig wie im Iltisbau. Oder der Umkleidekabine einer beliebigen weiterführenden Schule. Ich glaube, das war der wahre Grund, warum ich mich seit der 6ten Klasse permanent vor dem Schulsport gedrückt habe, doch ich schweife ab.

Zu diesem Gestank trug Essen in verschiedenen Stadien der Haltbarmachung und der Verwesung bei, gekochtes, ungekochtes und verfaultes; das Lampenöl, das oft ranzig war [...]; die Körbe mit Kot und anderen Ausscheidungen, die nicht immer sofort hinausgebracht und ausgeschüttet wurden; Behälter mit gesammeltem Urin [...] und die Menschen selbst. Wenn auch Schwitzbäder gesund waren und die Haut reinigten, trugen sie nur wenig dazu bei, den natürlichen Körpergeruch zu vertreiben [...].


Ügg. Lecker.

Aspirine hat alle Hände voll zu tun, denn wie die Menschen es heute noch tun rennen die Mamutoi sofort beim ersten Anzeichen des Frühlings im T-Shirt nach draußen und freuen sich der erwachenden Natur. Naturgemäß erfreuen sie sich bald darauf der erwachenden Viren, die veritable Erkältungen mit sich bringen. Doch zum Glück hat man Aspi und ihre Erkältungstees.

Auch Fralie, die gefühlt schon 2 Jahre schwanger ist, fängt sich einen bösen Husten ein. Aspirine ist besorgt. Wie immer. Aber außer sich ständig wiederholender Besorgniselegien kann man halt nichts machen, ne, Frebec hat da ja was gegen. Mamut ist der Meinung, dass es alleine Fralies Entscheidung sei, wie sie sich verhalte, selbst wenn das bedeute, das Kind zu verlieren.

In der Nacht darauf wird Aspi nicht nur von Fralies Husten sondern auch von ihrem Stöhnen geweckt. Empathisch wie sie ist merkt sie sofort: das könnten Wehen sein. Was äußerst ungut ist, denn dafür ist es noch zu früh und bislang hatte sie keine Zeit, den Brutkasten zu erfinden. Also kocht sie stattdessen schon mal einen Sud ab.

So langsam bekommt auch Frebec mit, dass es seiner Fralie nicht gut geht.

„Fralie? Ist alles in Ordnung?“ fragte Frebec. Das Wasser in der Hand stand er immer noch da.

Da sie seine Sorge sah und seine Hilflosigkeit erkannte, versuchte sie, ihm zuzulächeln. „Es ist nur dieser Husten“, sagte sie.


Okay. Fralie (ich muss bei dem Namen immer an „fragil“ denken; passt.) glüht vor Fieber, ist schweißüberströmt, kann sich vor Schmerzen nicht bewegen und hustet sich die Lunge aus dem Leib. Aber ansonsten ist alles paletti.


Selbst dem jetzt durch seine Sorge auf einmal doch recht liebenswert erscheinenden Frebec dämmert es nun, dass Fralie vielleicht nicht ganz aufrichtig zu ihm ist.

„Nun, das Baby ... aber du hast schon zwei Kinder bekommen, du weißt doch, wie so was geht, nicht wahr?“


Männer! Klar, nach dem zweiten Kind ist das alles nur noch Routine. Plopp und raus, zwischen Nachmittagstee und Rommé-Runde. Kerl!

Nach langen Nachtstunden, in denen wohl dank Fralies Leiden keiner im Lager richtig schläft, dämmert endlich ein neuer Tag herauf. Aspirine trifft an der Gemeinschaftsherdstelle auf Karl, sie plaudern tatsächlich ein wenig miteinander, unverbindlich, und jedem von beiden steht die Sehnsucht nach dem Anderen schier ins Gesicht geschrieben; doch sie bekommen es ums Verrecken nicht gebacken. Seufz.

Währenddessen geht es Fralie immer schlechter und die Wehen lassen sich mittlerweile auch nicht mehr so leicht verbergen. Crozie Kling fasst einen Entschluss und zieht Frebec mal auf die Seite.

„Frebec!“ sagte Crozie. „Ich möchte mit dir reden.“

Der Mann machte ein erstauntes Gesicht, denn Crozie redete ihn selten mit Namen und erklärte, sie wolle mit ihm reden. Für gewöhnlich schrie sie ihn nur an.


Crozie stellt klar, dass das Baby kommt, und sein zuerst freudiges Lächeln fegt sie ihm schnell mit dem Hinweis aus dem Gesicht, dass es zu früh käme, eigentlich kaum Hoffnung bestehe, dass es überlebe und zu allem Überfluss auch gar nicht so sicher sei, dass Fralie die Angelegenheit unbeschadet oder gar lebend überstehe.

Ijautsch. Da hätten wir mal eine Situation. [/denglisch]

„Ich dachte, du kennst dich aus in diesen Dingen, Fralie. Du bist eine Mutter. Du hast doch bereits Kinder bekommen.“

[...]

„Fralie? Fralie kann nichts geschehen! Oder? Frauen bekommen doch dauernd Kinder.“


Nein, es sieht schlecht aus, das sagt ihm die verzweifelte Crozie auch deutlich. Und so nervig Frebec auch immer dargestellt wurde bislang, er liebt seine Fralie über alles. Mehr als seinen Wunsch nach Anerkennung, mehr als seinen Stolz.

Frebec sprang auf und schickte sich an, sein Herdfeuer zu verlassen.

„Wohin gehst du, Frebec?“, fragte Fralie.

„Ich werde Ayla holen.“


Ayla kommt, übernimmt souverän die Situation und kann sogar Crozie bezüglich des Babys beruhigen: wenn die Geburt glatt geht und es doch nicht allzu früh kommt, nur ein bisschen, dann gäbe es schon noch was, was man tun könne.

Ah. Hat sie den Brutkasten doch noch schnell erfunden? Fleißig, fleißig.

So beginnt das lange Warten. Die Geburt zieht sich hin und Frebec fühlt sich sehr verloren und hilflos. Die anderen Männer des Lagers stehen ihm bei und Mamut erzählt Fred zur Stärkung von Aspirines Ansehen sogar noch die Geschichte, wie er damals von einer Flachschädelfrau geheilt wurde.

Das Baby, ein Mädchen, wird geboren. Sie ist klein und schwach, doch sie lebt. Aspirine beschließt, dass ein Gestell gebaut werden sollte, das die Kleine permanent an Fralies Brust hält. Sie soll ihre Kraft nur zum Trinken aufwenden und ansonsten soll der Mutterleib durch das Gestell so weit wie möglich imitiert werden.

... äh. Eigentlich habe ich das mit dem Brutkasten nur als Scherz ...

Well. Ein paar Tage verstreichen, das Baby wächst und gedeiht und Ranec tritt mit seinem „Wir sollten heiraten, was wir da an Steuern sparen würden!“-Plan erneut an Ayla heran.

Die denkt mal wieder, und, ich weiß nicht, wie es kommt, gerät auf das schmale Brett, dass ja nur ein Zusammentun mit Randy es ihr ermöglichen würde, ihren Sohn zu sich zu holen. Und wie schön es überhaupt ist, wenn man das Gefühl hat, von einem Mann begehrt und geschätzt zu werden. Das kriegt Karl momentan ja nicht so richtig hin.

„Ich habe gesagt, ich werde es mir überlegen, Ranec“, sagte sie.

[...]

„Gib mir eine Chance, dir zu beweisen, wieviel du mir bedeutest. Sag mir, daß du das wenigstens tun wirst. Komm in mein Bett, Ayla ...“ sagte er und nahm sie bei der Hand.

[...]

Sie schlug die Augen nieder, bemühte sich, sich über ihre Gefühle klarzuwerden. [...]

„Ja, Ranec. Wenn Du möchtest, werde ich heute abend in dein Bett kommen.“


Oi. Karl wird jubilieren.

Dienstag, 6. April 2010

Mammutjäger – XXIV

Falls wir es nicht schon gemerkt haben sollten, wird in den ersten Abschnitten des Kapitels nochmals liebevoll durchgekaut, wie sehr Aspirine die Art, wie die Löwenlagler die Welt sehen, verändert hat:

Die wechselseitige Beziehung zwischen den Pferden und Ayla sowie – im Laufe der Zeit – in unterschiedlichem Maße auch mit anderen Leuten bildete eine ständige Quelle des Staunens für sie. Nie zuvor war es einem von ihnen je in den Sinn gekommen, daß solche Tiere auf Menschen reagieren und eingehen konnten oder daß man sie dazu bringen konnte, auf einen Pfiff hin herbeizueilen[.]


Jetzt hat sie auch noch einen Wolf ins Lager gebracht, und der erstaunt die Lagerleute noch am meisten, denn Wölfe sind schließlich nicht nur Beute sondern auch geachtete Gegner. So da draußen, in der wilden weiten Steinzeitwelt.

Der Wolf heißt übrigens jetzt „Wolf“. Einen Hang zu zweckmäßigen Namen hat Aspi ja, das muss man ihr lassen. In der Krege-Übersetzung würde der Wolf heutzutage wahrscheinlich Tschastin-Lasse heißen. *hust*

In den weiteren Absätzen wird dann ausgeführt, dass sich die Gesellschaftsstrukturen von Wolf und Mensch eigentlich gar nicht so sehr unterscheiden und Aspirines Entschluss, sich des Wölfchens anzunehmen, sonun den Grundstein zur Beziehung Mensch-Wolf/Hund legte. Hurra! Wo ist das Konfetti?



Wolf selbst ist ein entzückender, liebenswerter Welpe, der den Stamm mit seiner Fülle an emotionalen Ausdrucksmöglichkeiten erstaunt und verblüfft.

Die Art und Weise, wie er auf Ayla reagierte, bestärkte das Lager in seiner Vorstellung, sie besitze magische Macht über Tiere.


Jupp, und das außerdem noch.

Kommen wir nun zum zentralen Konflikt der Geschichte. Nachdem Karl nun ausgezogen ist, denkt sich Randy, dass es ja langsam mal Zeit wird, etwas deutlicher zu werden.

„Ayla, du weißt, wie sehr ich dich begehre und wieviel du mir bedeutest“, sagte Ranec, der hinter ihr stand. „Du weißt das doch, oder?“

„Ich denke schon“, sagte sie[.]

„Ich liebe dich, Ayla. [...] Ich habe dich vom ersten Augenblick an geliebt, da ich dich sah. Ich möchte, daß du mein Herdfeuer mit mir teilst und dich mit mir zusammentust. [...]“


Na, wenn das kein waschechter Heiratsantrag ist, dann weiß ich ja nicht. Pömm pömm pömpöm. Pömm pömm pömpöm.

Gut, Randy ist jetzt nicht völlig unsensibel, schließlich ist Karl erst vor gefühlten fünf Minuten ausgezogen, und lässt Aspi natürlich Bedenkzeit. Also denkt sie. Das Übliche.

Waruuuuuuum nur will Karl nicht mehr mit mir schlafen, waruuuuuuum? Ich dachte er liebt mich, vielleicht hat er es sich anders überlegt. Waruuuuuum nur, wiessooooooo?
Und zum dritten oder vierten Mal dengele ich meinen Kopf gegen die Tischkante, denn ich erinnere mich, im offensichtlichen Gegensatz zu Aspirine, nur zu gut daran, wie diverse Leute ihr das mit Karl und der Liebe und der Eifersucht erklärt haben.

Hat Aspi auch spontan die partielle Amnesie erfunden? Das würde zumindest einiges erklären.

Jedenfalls erklärt sie Randy, dass sie in der Tat darüber nachdenken werde.

Ganz klar ist ja auch, dass Karl grade zufällig in diesem Augenblick das Herdfeuer des Mammut beobachtet und ihm auch das entzückte Lächeln und der beschwingte Schritt Randys nach dem Gespräch mit Aspi nicht entgehen. Jammer! Klag! Härm! Ach und Weh!

Das Lager, das die Seelenqualen des Karl ja doch mitbekommt (im Gegensatz zu Aspi. Wollt's nur erwähnen.), ist so grundsätzlich für die praktischste Lösung: Polyandrie. Zack, Dreierbeziehung, alle glücklich. Nur die sensible Nezzie spürt: so einfach geht das nicht!

Ayla würde sich entscheiden müssen.


*dramatische Musik*

Auch Mamut der Weise spürt Aspirines Seelenqualen, doch auch er mischt sich nicht ein. Warum?

Er war überzeugt, Die Mutter[™] habe ihre augenblicklichen Schwierigkeiten geschaffen, weil Sie[™] etwas ganz Bestimmtes damit bezweckte. Deshalb zögerte er, sich einzumischen.


Ahhhhsoo! Aspirine, der Spielball höherer Mächte! Das ganze Leiden (inklusive Amnesie) dient als der Charakterbildung! Dem größeren Ganzen! Wie konnten wir das bis dato nur verkennen, also nee, also nein!

Solches sagt er ihr auch eines Nachts, als ihr Schluchzen ihn weckt.

„Aber warum?“

„Irgendwann wirst du wissen, warum. Ich glaube, dein Leben wird von mächtigen Gewalten gelenkt. Du bist für ein besonderes Schicksal auserwählt worden. [...]“


Child ... of destiny! [/calvin & hobbes]

Ganz kurz wärmt Aspi dann noch die Schnapsidee auf, ihren Sohn zu sich zu holen (der in diesem Frühling schon verheiratet werden wird und sich bestimmt freut, wenn die Frau, die zwar seine Mutter ist, die er aber quasi gar nicht kennt, kommt, ihn aus seiner gewohnten Umgebung reißt und ihn unter Fremden einer anderen Rasse leben lässt).

Also ich wäre ja begeistert.

Mittlerweile hat sich auch Jodel „Mr. Sensibilität“ Karl eingeredet, dass nicht er sie sondern sie ihn zurückgewisen hätte. Schließlich hatte es nicht lange gedauert, bis Randy am Mammutherdfeuer aufgetaucht und Aspirine willkommen war.

Lange haben sie nicht dazu gebraucht, dachte Jondalar. Er war gleich am nächsten Tag da, und sie hat es kaum erwarten können, daß ich auszug und sie ihn mit offenen Armen aufnehmen konnte. Sie müssen regelrecht darauf gewartet haben, daß ich ging. Ich hätte es wissen sollen ...


Ja, na klar. Und wenn Du noch ein bisschen darüber nachdenkst, dann kommst Du bestimmt auch darauf, dass Aspi Dir ganz sicher etwas in den Tee gerührt hat, was temporäre geistige Verstimmungen hervorruft.

Meine Herren! Manchmal möchte man sie schon allesamt mit den Köppen zusammenkloppen, bis sie wieder bei Verstand sind!

Karl elegiert dann weiter, dass er sie aber doch lieeeebe, und ach und weh und warum sie und Kummer und Schmerz.
In seiner augenblicklichen geistigen Verfassung (obwohl er momentan gewisslich weder im wortwörtlichen noch im übertragenen Sinne Aspirines Tee trinkt) kommt er dann zu dem Entschluss, dass er fortgehen muss! Jetztsofort! Auf der Stelle, in fünf Minuten, nur noch mal schnell auf den Erdkorb und dann geht's los.

Talut, den er um Proviant bittet, versichert ihm, dass er jeden Proviant bekommen werde, aber jetzt sei es grade schlecht, weil man grade einen Schneesturm hätte.

Talut: „Ich meine, guck doch mal ausm Fenster!“
Karl: „Oh.“
Talut: „Schneestürme am Ende des Winters sind immer die fiesesten.“
Karl: „Hm.“
Talut: „Siehste.“
Karl: „Na gut ... dann ... dings.“
Talut: „Genau. Dings. Und außerdem dachte ich, dass Du beim Sommertreffen aller Mamutoi noch Deinen tollen Speerwerfer vorführst. Danach kannste immer noch weg, wenns pressiert.“
Karl: „Ach ja. Gut, mache ich.“
Talut: „Braver Junge! Wisentkeks?“
Karl: „Ja, bitte.“



Am nächsten Tag versucht Mamut, Aspirines Abwesenheit nutzend, noch, Randy ein wenig ins Gewissen zu reden, doch der ist Feuer und Flamme für Aspi, sieht gar nicht ein, dass Karl da noch eine Chance gelassen werden soll und überhaupt! So!

Mamut sieht das eher gelassen und meint, wenn es sein soll, wird es sein. Auch so!

Na. Dann sind wir mal gespannt.

Freitag, 2. April 2010

Mammutjäger – XXIII

Durch das ganze Tanderadei bezüglich Wiesel und Wolf und Welpe haben sich Deegie und Aspirine natürlich ziemlich verspätet. Nicht nur Jodelkarl, der vor der Langhütte im Kreis herumtigert, nein, auch der Rest des Lagers ist ein wenig besorgt.

Doch so richtig dramatisch, hervorgehoben durch einen flammenden Sonnenuntergang, tauchen plötzlich zwei Gestalten auf dem Hügel auf.

„Sie kommen! Sie kommen!“ rief Latie.
[Das Lager rennt ihnen quasi geschlossen entgegen.]
„Warum habt ihr so lange gebraucht? Es ist fast dunkel. Wo seid ihr gewesen?„ verlangte Jondalar zu wissen, sobald Ayla die Erdhütte erreichte.


Ja, echt mal jetzt! Hätte wenigstens anrufen und Bescheid sagen können!

Als Deegie die schwarze Wölfin ablegt, werden aufgeregte Rufe laut und Karl erschrickt. Da hätte ja sonstwas passieren können!

Aspi legt noch die erbeuteten Hermeline daneben und dann wird es Zeit für die Wolfswelpenpräsentation. Sie wäre schließlich nicht Aspi, wenn sie mal irgendwas auf normale Art und Weise tun würde. Wie ein normaler Mensch. Neenee. Geht ja gar nicht.

Dann griff sie [in ihrem Überwurf] und holte eine kleine graue Fellkugel hervor. Alle schauten hin, was sie da wohl hätte. Plötzlich bewegte sich das Fell.


Das Lager ist verblüfft, erstaunt, verwundert, sucht es euch aus. Hat Aspi mal wieder alle in ihren Bann gezogen, ei der Daus! Frebec hat, das ist schließlich sein Job hier, auch gleich wieder was zu meckern. Erstens gäbe es hier zu viele Tiere und zweitens seien Wölfe gefährlich, jawohl!

Das Lager ist zwar grundsätzlich auch der Meinung, dass Wölfe keine Kuscheltiere seien, sieht in dem kleinen Miniwelpen, der erst einmal aus lauter Schreck ein Pfützchen produziert hat, keine akute Gefahr.
Fred, für den Moment geschlagen, zieht sich schmollend zurück und Aspi füttert den kleinen Wolf (wer will raten, wie sie ihn nennen wird? ) erst einmal. Der ist schon total und völlig und absolut auf sie geprägt. Ja, das ist so ihre Wirkung auf ... alle Säugetiere.

Nach der Fütterung wird das Wölfchen zum Schlafen in einen alten Korb gepackt und dann können die Erwachsenen die ganze Angelegenheit erst mal besprechen.

Oder beschreien. Die ersten Sätze Karls sind ja noch in vernünftigem Tonfall gehalten, doch seine ungeheure Sorge um die Sicherheit seiner über alles geliebten Aspi bringt ihn und seine Stimmlage in Blitzeschnelle auf höhere Tonlagen.

Er musste seine eigenen Spannungen loswerden und versuchte gleichzeitig, sie zu überzeugen, nie wieder solche Risiken einzugehen.


Ja. Super Vorgehensweise. Klappt bestimmt!

Der Streit eskaliert zusehens und als Karl sich einbildet, dass Randy ein wenig herablassend und triumphierend lächelt, macht es in seinem Hirnkastl endgültig *brizzl*.

„Du hast Recht, Ayla. Du brauchst mich wirklich nicht, nicht wahr? Für nichts.“ Letzteres spie Jondalar förmlich aus, und als er Talut näher kommen sah, fragte er: „Hättest du was dagegen, wenn ich an die Kochstelle umzöge, Talut? Ich werde mich bemühen, niemand im Weg zu sein.“

„Nein, natürlich habe ich nichts dagegen, aber ...“

„Gut, vielen Dank“, sagte Jondalar, raffte seine Schlaffelle zusammen und nahm seine wenigen Habseligkeiten von der Bettplattform, die er mit Ayla teilte.

Ayla war wie vom Donner gerührt.


Gut, dass sie die Tür noch nicht erfunden hat. So kann Karl die bei seinem Abgang wenigstens nicht auch noch zuknallen.

Der Rest des Lagers ist zwar grundsätzlich mitfühlend, aber mei, nun, da steht noch eine aufregende Geschichte zur Erzählung an. Also möge die doch bitt'schönn erzählt werden, privater Herzschmerz hin oder her.

Deegie beginnt, das ganze Erlebnis nochmal zu schildern. Das können wir uns schenken, wir waren ja dabei. Nur eines ist noch bemerkenswert: als Deegie erwähnt, dass Aspi keine Polarfüchse für den weißen Kittel haben wollte sondern Hermeline schließt Karl messerscharf daraus, dass dem so sei, weil derjenige, für den der Kittel sei, schon Polarfuchsfelle hätte.

Und wem hat Aspi bei der Adoption Polarfuchsfelle geschenkt? Hm? Na?

Randy!

Für Sherlock Karl, der seinen Auszug in der Hitze des Gefechts schon wieder bereut, ist die Sache damit klar wie Kloßbrühe. Jammer. Härm. Leid.

Deegie bringt die Geschichte zu Ende und Aspi wird doch tatsächlich ein bisschen gerügt, dass sie sich und Deegie in Gefahr gebracht hätte. Was Deegie nicht so sieht und Aspi hätte sie ja schon vorher heimschicken wollen aber sie wollte ja nicht und überhaupt!

Außerdem, so meint Talut, sei nun ein gefährlicher Wolf keine Gefahr mehr fürs Lager, ne, der Frühling käme ja und die Kinder (denkt denn keiner an die Kinder!!! *maude*) würden dann ja draußen spielen, ne, und dass Aspi den Spuren nachgegangen sei wäre ja auch voll supi, weil sie nun sicher sein könnten, dass die schwarze Wölfin tatsächlich eine Einzelgängerin gewesen sei.

Aspirine muss aber versprechen, dass auch dem Wolfswelpen der Garaus gemacht wird, sollte er jemals einen Angehörigen des Lagers bedrohen.

Gut. Das wäre geklärt. Der Stamm geht schlafen.

Am nächsten Morgen stellt Aspi das Wölfchen ... ich meine, hätte die Wölfin nicht verenden können, Aspi kommt vorbei, stellt fest, dass sie noch warm ist und außerdem säugt, und dann weiter im Text wie gewohnt? Musste sie der Wölfin den Stein auf den Schädel donnern? Musste das sein? *sensibel* *fuchtel* ... wo war ich?

Ah, ja. Sie stellt den Welpen erst einmal den Pferden vor. Dank des raffinierten Tricks, den sie noch aus der Baby(=der Höhlenlöwe)-Zeit kennt, den Welpen mit Pferdedung einzureiben, geht das geruhsam und gesittet vonstatten.

Der kleine Wolf kam zu dem Schluß, daß auch diese vierbeinigen Giganten zu seinem Rudel gehörten, und reckte mit dem normalen kleinhundehaften Eifer zu gefallen den Kopf, um mit seiner winzigen schwarzen Schnauze das weiche, warme Maul der Stute anzustupsen.

„Sie küssen sich die Nase!“ hörte Ayla Latie laut wispernd sagen.


Karl steht im Torbogen, und als er merkt, dass Aspi rüberguckt, wendet er sich schnell ab. Weil er seinen Auszug bitterlich bereut. Was Aspi aber als eindeutiges Zeichen ansieht, dass er sich wirklich nichts mehr aus ihr macht.



Danach kommt es dann noch zu einer weiteren Fred-Crozie-Streiterei. Fred behauptet dann plötzlich, dass sein Herdfeuer zu wenig Platz hätte, was erst einmal nur eine Schutzbehauptung ist, so nicht stimmt und deswegen auch für Unwillen unter den Löwenlaglern sorgt.

Aber weil die Löwenlager-Mamutoi natürlich ein supergerechter Stamm sind, darf jeder sagen, was er denkt, und letztendlch bekommt das Kranich-Herdfeuer dann ein bisschen mehr Platz. Fred ist erstaunt und weiß auch, dass er hier im Löwenlager das erste Mal mit Respekt behandelt wird. Oh, und Aspirine beobachtet das ganze Bohey und analysiert sezierend genau, dass Fred nur so ein Schmerz im Hintern ist, weil er sich immer übergangen und zu wenig geschätzt fühlt.

So. Da hammas.

Damit wir dann auch wirklich mitbekommen, dass Fred so in der Tiefe seines Frettchenherzens ein guter Kerl ist, bringt er Aspi den in der Hitze der Diskussion entlaufenen Bebiwolf zurück.

Frebec, der nie eine Gelegenheit ausließ, über Aylas Tiere zu schimpfen oder sie selber zu schmähen, weil sie sich mit ihnen abgab, hielt das Wolfsjunge zärtlich im Arm. Er reichte ihr den kleinen Wolf, doch merkte sie, daß er einen Moment zauderte, es zu tun, als rücke er das kleine Geschöpf nur widerstrebend heraus. Und sie sah einen weichen Ausdruck in seinen Augen, wie sie ihn noch nie bei ihm erlebt hatte.

[...]

Frebec war noch ganz beschwingt von seinem Sieg an sein Herdfeuer zurückgekehrt – und von etwas Tieferem, das eine ungewohnte herzliche Wärme in ihm aufsteigen ließ; das Gefühl, als Gleicher zu Gleichen zu gehören. Sie hatten ihn nicht einfach übersehen oder sich über ihn lustig gemacht.


Aspirine bringt eben Frieden und Gerechtigkeit für alle. 'woll.