Mittwoch, 1. Juni 2011

Die Nebel von Avalon XXXVIII

Das große „Wir haben gewonnen!“-Fest mit Ringelpiez und Fragerunde, das nun schon seit ein paar Kapiteln vorbereitet wird, findet nun endlich statt, halleluja! Gähne tüddelt Gwünny die Haare zurecht, während die sich aus ihrer Garderobe das schickste Kleid aussucht. Kleider und Haare. DIE Frauenthemen schlechthin. Hier kommen sie endlich zu der ihnen gebürenden Würdigung. Meine schweinchenrosa Mehdchen-Seele singt in unbändigem Entzücken.


Von Haaren und Kleidern mal abgesehen gibt es auch wieder die üblichen Gesprächsthemen, bei denen Gähne findet, dass Artus mal ruhig wissen könnte, dass er einen Sohn hat und somit aufhört, sich die Schuld an Gwünnys Kinderlosigkeit zu geben. Und stattdessen Gwünny die Schuld gibt? Immerhin gibt es mittlerweile, so denkt Gähne nicht völlig ungehässig, schon zwei Männer, die es nicht schafften, die Königin zu bekindern.

Doch irgendwann muss man auch mal raus aus der Kemenate und sich unters Volk mischen. Und welch' illustres Volk anwesend ist! Balin beispielsweise, an den sich bestimmt keiner mehr erinnert.

„Besucht ihr die Messe, Lady Morgaine? Habt Ihr den Teufeln von Avalon abgeschworen und den sündigen Ort verlassen? Betet Ihr jetzt zu unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus, Herrin?“


[Zur Erinnerung:
Vivi bekam ja regelmäßig Söhne, die sie dann von diversen fremden Familien aufziehen ließ. Einer dieser Söhne ist Balan, der bei Priscilla und ihrem Mann aufwuchs und deren Sohn praktischerweise gleich so ähnlich hieß, nämlich Balin.
Nun war Priscilla krank und vor einigen Kapiteln musste Vivi sie gehen lassen, was bei Balin, der, wie die obige Aussage zeigt, ein hirnloser, religiöser Fanatiker ist, nicht gut ankam, um es mal vorsichtig auszudrücken.]

Wir merken uns Balin mal, der wird noch wichtig. *extrem subtiles Foreshadowing*

Es werden aber nicht nur religiöse Themen erörtert, nein, auch Gareth, der jüngste Sohn der Morgi, wird heute zum Ritter geschlagen! Vor lauter Aufregung verplappert der sich glatt und erwähnt Gähne gegenüber den guten Wesley. Gwünny spitzt natürlich die gottesgefälligen Öhrchen, als sie da etwas von einem Gähnesohn hört.

Gwünny: „Wie jetzt? Sohn? Huh?“
Gähne: „Hajamei! Ich habe lediglich eure Sitten geachtet, denn ich habe damals der Göttin nach den Beltaneorgien einen Sohn geboren. Ich wusste, dass ihr das nicht gutheißen würdet und habe deswegen geschwiegen. Na, und, wollt ihr das jetzt weitertratschen, hm?“
Gwünny: „Aber nein! Selbst Artus werde ich nichts sagen. Er ist Christ durch und durch, auch er wäre entsetzt.“
Gähne: „Du ahnst ja nicht, wie sehr.“
Gwünny: „Hö?“
Gähne: „Ja, er wäre wohl sehr entsetzt, Du hast völlig recht.“

Die Ritterspiele finden statt und hier sind Gähne und ich uns mal einig: wir finden sie zum gähnen. Die ebensolchige macht sich dann auch schnell aus dem Staub und – trifft auf Vivi, die soeben eintrifft! Da heute zur Feier des Festes jeder eine Audienz mit dem Großhörni bekommt, der eine will, dachte sie, sie gucke doch mal vorbei und erinnere Artus an das Versprechen, das er damals bei seiner Krönung gab. So mit Avalon ehren und die alten Sitten hochhalten und Gedöns.
Vivi ist auch ganz zuversichtlich, hat sie doch noch ein Ass namens Wesley im Ärmel. Immerhin kann Gähne sie davon überzeugen, dass es etwas kontraproduktiv wäre, wenn Vivi das Wesley-Geheimnis vor versammelter Mannschaft beim Festmahl herausblöken würde.

Ja, ich glaube auch, dass „Übrigens, Du hochheiliger Christenkönig, Du hast ein Kind mit Deiner Schwester!“ nicht mit Freude aufgenommen würde. Hüstel.

Inzwischen haben die ganzen Ritter auch fertiggespielt und man geht zum Essen über. Gleichzeitig empfängt Artus seine Untertanen. Schon der erste ist bemerkenswert. Meleagrant, der vorher schon mal behauptet hat, Leos Sohn (und damit Gwünnys Bruder) zu sein, verlangt die Übereignung des Sommerlandes, eben weil er Leos Sohn sei. Gwünny lehnt das mit der Begründung ab, dass Leo den Grantlhuber nie als Sohn anerkannt hätte und auch Artus lässt Grantl abblitzen. Der zieht seine Axt, doch die Leibwache des Großkönigs ist auf Zack und nimmt sie ihm ab. Der ungehobelte Grantl stampft daraufhin wutentbrannt von dannen, seine Axt liegt unbeachtet in der Gegend herum. Das merken wir uns, das wird nochmal wichtig. *noch subtileres Foreshadowing*

Der nächste Fall ist ein klassisch-salomonischer: zwei Männer streiten sich um eine Windmühle, und bei diesem Fall kann man wunderbar aufzeigen, woran das Buch krankt.

Es wird schön geschrieben, dass der Fall mit viel Lachen und Lustigkeit abgehandelt wird, Artus sich aber schön ernsthaft alles anhört und dann ein weises und gutes Urteil fällt.

WARUM gelacht wird und WIE das Urteil aussieht, das wird nicht beschrieben. Nichts, null, nada, niente. „Und sie lachten und alles war ganz furchtbar witzig, hihi, und dann fällte Artus ein beeindruckend weises Urteil. Wiewaswo kann sich gefälligst jeder selbst ausmalen. Weiter im Text.“

Toll. :-p

Beim nächsten Fall schickt Artus Jungritter Gareth los, um irgendeinen Roten Ritter, der räubernd die rauhen Regionen ... irgendwo am Pöppes von GB marodiert, in seine Schranken zu weisen. Keine Ahnung, ob das mal wichtig wird. Ich erwähn's einfach mal.

Und dann, jaa, dann steht Vivi auf.

Artus: „Huch! Ja, da guck. Öhm. Ja, was gibt's denn?“
Vivi: „Ich wäre dann mal hier, um euch an euer Versprechen ...“
Balin: „AAAAAAAAAHHHHHHHRGH!“

Ja, und das war's dann mit Vivi. Balin, der christliche und geistig verwirrte (obwohl das hier ja schon ein tautologischer Pleonasmus ist) Holzkopp springt auf, greift sich die herumliegende Axt des Grantlhubers und erschlägt die Herrin vom See.

Der Saal verharrt in schockiertem Schweigen, was Balin die Gelegenheit gibt, noch ein wenig mit Schaum vor dem Mund religiösen Schwachsinn von sich zu geben. Er wird natürlich von Artus' Leibgarde abgeführt, doch mit Vivi ist nun jede Chance erloschen, den ehemaligen Hörni von seinem ultrachristlichen Weg abzubringen.

Viviane überbrachte Artus die Botschaft aus Avalon nicht. Dies ist die Halle eines christlichen Königs. [...] Gwenhwyfar könnte jubilieren, wenn sie es wüßte ...


Legen wir eine Gedenkminute ein.

[...]

So. Lebbe geht weiter. Vivi ist tot und gemäß seiner gwünnigen Ausrichtung will Artus sie auf Glastonbury beerdigen lassen, auf dass ihr Grab ein Wallfahrtsort werde. Gähne hingegen ist der Meinung, dass Vivi doch eindeutig nach Avalon gehöre. Kevin, der ein eher fortschrittlicher und gelassener Merlin ist, steht in dieser Frage eher auf Artus Seite und so kommt es zum Streit und zum vorläufigen Bruch zwischen ihm und Gähne.

Balin wird dann übrigens vom Ziehbruder und Vivisohn Balan erschlagen, der dann später ebenfalls seinen Verletzungen erliegt. Na wunderbar, da haben jetzt ja alles was von.

Im nächsten Winter erführen wir, daß Meleagrant sich zum König des Sommerlandes hatte ausrufen lassen. Aber im Frühling riefen Artus dringende Pflichten in den Süden. Auch Lancelot war davongeritten, um in Caerleon nach dem Rechten zu sehen. Eines Tages schickte Meleagrant einen Unterhändler. Er bat seine Schwester Gwenhwyfar, mit ihm über die Herrschaft im Sommerland zu sprechen, die sie beide beanspruchten ...


Ja wunderbar. Ich bin mir sicher, die kluge, bedächtige, weise Gwünny kann das ohne Artus und/oder Lancelot hervorragend alleine klären. Ein religiöses Dummbrot wäre hier natürlich verloren, aber Gwünny, Gwünny wird das schon wuppen.

...


Habe ich noch Popcorn?

Kommentare:

DieJo hat gesagt…

Booah man, da denkt man immer, es kann nicht noch schlimmer kommen...

Apropos "wir haben gewonnen". Ist meine Mail an die werte Frau Katz untergegangen?

Halefa hat gesagt…

Ich erinnere mich, dass Viannes Tod sehr dramatisch und ich zutiefst entsetzt war. Erinnere ich mich falsch oder teilst du nur nicht meine Meinung, dass die Dramatik einem konkreten Zitat Genüge tut?

Ranwen hat gesagt…

Wenn ich mich nicht falsch erinnere, hieß die dramatisch geaxtete Dame allerdings Viviane. ;)

Nashi hat gesagt…

So viele Namen...ich bin verwirrt. o.O Und jeder scheint jeden umzubringen, na gut, da hab ich nichts gegen. :ugly:

amanda james hat gesagt…

doh.

muemel hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
muemel hat gesagt…

Ich bin sprachlos. Soviel d'oh auf einen Haufen!
Dass ich selbst gerade das Lied von Eis und Feuer lese, macht den Eindruck aber auch nicht gerade besser. Wegen Kontrast und so…

A. Nym hat gesagt…

Aaaahh... jetzt wird es langsam spannend! Gwünnies eventueller Halbbruder, an den kann ich mich sogar noch erinnern!

*popcorn*

Kat hat gesagt…

Ich glaube, ich habe irgendwann aufgehört zu lesen, denn an Vivis Ende kann ich mich so gar nicht erinnern... o.O

DieJo hat gesagt…

Wer lässt denn bitte eine Axt unbeaufsichtigt rumliegen o.O

Ach ja... christliche Männer.

Silph hat gesagt…

Balin erschlägt Viviane... damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. Irgendwie ist es vollkommen bedeutungslos, aber trotzdem...

Das Mühlenurteil hätte mich allerdings auch mal interessiert.

Vinni hat gesagt…

Daran kann ich mich alles überhaupt nicht mehr erinnern... ich hoffe, das heißt, daß es dem Ende zugeht. Aber muß Gähne nicht auch noch heiraten? *kopfkratz*

Silph hat gesagt…

Das dauert bestimmt noch. Oder haben sie alle schon den Gral gesucht und ich habs nur nicht mitbekommen?

muemel hat gesagt…

Wird Gwünni nicht auch noch entführt? Oder war das schon?

DieJo hat gesagt…

@ Silph, Vinni & muemel:

Waren das jetzt Spoiler oder Gesichte?


So wie mir das erscheint, wird das wohl die Hälfte vom Buch sein.

Vinni hat gesagt…

Ach, so viel Visionieren, wie die Avon-Damen kann ich allemal... Ich sehe Bluut vor dem Thron. Bluuuut! *drama*

Silph hat gesagt…

Ich hab bloß das Schicksalsbuch gelesen ;)

Nia hat gesagt…

Die Axt, Balin, Balan und Vivi tot - ja mei, frage mich auch gerade, ob ich im Mittelteil völlig geschlafen hab *amKopfkratz*. Ach egal, so spannend ist es nu gerad nicht. Hoffe, es wird noch peppiger - auf ein besser kann man ja beim besten Willen nicht hoffen :ugly:...

Anonym hat gesagt…

Wartet, warum ist Balan jetzt tot? Und wichtiger: war er ein Ork?

Zitrone hat gesagt…

Na, gottseidank sind jetzt sowohl Balin als auch Balan tot. Zwei weniger, die man verwechseln könnte. Und - 'tschuldigkeit, aber ich muss es einfach wissen: Wie viele Seiten haben wir geschafft und wie viele kommen noch?????