Freitag, 12. November 2010

Die Nebel von Avalon XIII

Nachdem die Technik nun wieder so will, wie ich mir das vorstelle, geht es zügig weiter im Entenwatschelgang.

Wir waren nun also Zeuge, als Galalotti sich als Bommelbirne entpuppte und Gähne das kleine, hässliche Herz brach. Und alles nur wegen Gwenni, einer Dumpfnudel mit blondem Wallehaar.
Gut, dass das alles schon ein paar hundert Jährchen her ist; heutzutage würde das als „zu clichéhaft“ abgelehnt werden.

Wir machen dann einen Sprung von einem Jahr und dort, also, eher dann, treffen wir den Merlin wieder. Schon wieder ein Mann, ich dachte, wir lesen hier das feministische Manifest schlechthin? Na gut. Vielleicht sagt er wenigstens was Deppertes.

Der Merlin kommt also nach Avalon, standesgemäß spätnachts und im peitschenden Regen eines Wintersturms. Vivi ist erstaunt, denn normalerweise verbringen Rentner solches Wetter doch lieber unter dichten Dächern. Doch der Merlin nahm, wie der Jungdruidenbote mitteilt, nicht einmal die geräuschlose Barke sondern kam „auf geheimen Wegen“. Wir merken: es ist wichtig. Und dringend. Und geheimnisvoll, woll.

Vivi bereitet Speisen vor und schon bald kommt der trockengelegte Merlin ums Eck. Erst wird ein wenig gegessen, dann kokett über das Alter parliert. Ach, Viviane, ihr nennt mich Vater, meint ihr denn, ich sei alt, aber nein, aber ihr wart halt der Geliebte meiner Mutter, ne, und habt zwei meiner Schwestern gezeugt(sic), haltet ihr mich denn für zu alt um auch eure Tochter sein zu können, haha, aber nein, liebste Vivi, ihr seid doch alterslos, wie ein schwarzer Blazer, der geht auch immer, und überhaupt.

„Selbst jetzt könntest du dir noch so viele Liebhaber nehmen, wie du möchtest.“

Na, Hauptsache. Das ist ja nun mal das wichtigste Ziel im Leben einer Frau, sich noch jederzeit 'ne Arschvoll Liebhaber anlachen zu können, pardon my french.

Gut, aber Taliesin ist ja nun sicher nicht hier, um die hypotetischen Liebhaber der Viviane einer Volkszählung zu unterziehen. Der muss ja noch was Wichtiges wollen. Zumindest hoffe ich das.

Zuerst aber träumt Vivi noch ein bisschen herum, dass sie mit ein paar Jährchen weniger doch gut selbst Uther hätte heiraten und den neuen König gebären können, hachja. Der Merlin sieht das nicht ganz so.

„Ich glaube nicht, daß Galahad ... er lässt sich jetzt, hörte ich, Lancelot nennen ... aus dem Stoff ist, aus dem Könige gemacht werden. Er ist ein Träumer, ein schwankendes Rohr im Wind. [...] Er läßt sich beherrschen, Viviane, und herrscht nicht.“


Vivi hört das, ganz klar, nicht gerne. Schließlich ist es Naturgesetz, dass alles, was sie fabriziert, viiiieeeel besser ist als der Krams der Stümper, die sonst noch so durch Britannien latschen.
Wenn Uther Lottis Vater gewesen wäre, wenn Lotti nicht nur als Bastard am Hof erzogen worden wäre, dann wäre er doch gaaaanz bestimmt ein ganz formidabler König geworden.

Merlin:

Gut.

Wer reitet so spät durch Nacht und Regen?
Es ist der Merlin, auf geheimen Wegen.
Er hat die Neuigkeit, so wichtig, dabei,
doch ist er erst da, ist's einerlei.

„Mein Merlin, was willst du noch länger zaudern?“
„Ach Vivi, lass uns doch erst mal gemütlich plaudern.
Der Weg hierher war ein gar anstrengend Marsch,
das Feuer wärmt mir so schön die Hände.“

Gut. Nach stundenlangem (*übertreib*) Bohey rückt Taliedings dann endlich mit dem Grund für seine Reise heraus: Uther liegt im Sterben. Huh. Ja, okay, da kann man dann schon mal raus in den Regen für.

Offensichtlich befand sich Uther vollumfänglich in der Midlife-Crisis und hat seine Männer noch in die Schlacht geführt, obwohl er doch lieber seinem Alter gemäß am Feuer ein Süppchen schlürfen, pardon, hinter den Linien wichtige strategische Kernfunktionen hätte ausführen sollen. Er wurde also verwundet und theoretisch hätte ihm der Merlin helfen können, aber das wollten die christlichen Ärzte und die christliche Iggy nicht. Und außerdem stand's schon in Uthers Augen, dass es das jetzt war. Bestimmung, ne?

Vivi: „Und, wie macht sich Iggy so?“

Merlin: „Sehr christlich. Trägt immer schwarz, weil sie alle sonstigen Kinder verloren hat und ist der Meinung, das sei ihre Schuld. Haben ihr diese Christen jedenfalls eingeredet. Will nach Uthers Tod ins Kloster. Ich habe ihr ja Avalon angeboten, aber sie meint, das schicke sich nicht für sie als christliche Königin.“

Vivi: „Ich bin EMPÖRT! In Großbuchstaben!“

Merlin: „Ja, hömma, Du hast sie doch in dieses Leben gesteckt! Also mach ihr mal keine Vorwürfe, Miss Selbstgerecht.“

Vivi: „Hmpf!“

Merlin: „Du bist schon so ein bisschen machtfixiert, ne?“

Vivi: „Nur zum Wohle Britanniens!“ *keif*

Merlin: „Na, isses denn nicht wahr?“

Vivi: „Hmpf. Und was ist mit Uthers Sohn? Isser fertig?“

Merlin: „Muss ja.“ *schulterzuck* „Ist ein gebildeter junger Mann geworden. Unter Römern aufgewachsen.“

Vivi: „Und was ist mit Avalon? Darauf muss er ja auch schwören, schließlich soll er auch über Stämme und Pikten herrschen.“

Merlin: „Ja, passt schon. Aber er muss sich der alten Prüfung unterziehen, auf der Dracheninsel. Um seine Würdigkeit zu beweisen.“

Vivi: „Muss das sein?“

Merlin: „Jawoll. Ist viel dramatischer.“

Vivi: „Ja, aber wenn er, uhm, versagt?“

Merlin: „Dann isses eben so. Außerdem sind Morgis Söhne auch ganz gut geraten.“

Vivi: „Watt? Datt Kroppzeug!? Hast Du einen am Sträußchen?“

„Nein, Uthers Sohn muß es sein. Er darf nicht versagen!“
„Der Göttin Wille geschehe!“ sagte der Merlin streng. „Hüte dich davor, deinen Willen für ihren zu halten!“
[...]
„Ich warne dich vor deinem Stolz, Viviane ... du glaubst zu wissen, was für jeden Mann und für jede Frau das beste ist.“


Poah! Da darf endlich mal jemand Tacheles mit Miss Vivi „alles muß nach meiner Nase gehen“ reden! Ich bin beeindruckt.

... er stirbt bald, oder?

Dann geht's noch kurz darum, dass Arti dann bei der Prüfung noch einer jungfräulichen Jägerin begegnen muss (nein, wer mag DAS nur sein?) und dann sind die beiden älteren Herrschaften auch redlich müde. Das Schicksal eines jeden zu bestimmen ist halt harte Arbeit, jaja.

Der Merlin geht derweil schon mal ins Bett während Vivi noch ein wenig darüber kontempliert, wie sie dereinst auch dem gehörnten Jäger begegnete und dass sie Iggy doch irgendwie beneidet, weil die wenigstens mal Liebe erlebt hat, so richtige echte Liebe mit hachseufz und synchron schlagenden Herzen und rosa Zuckerwatte. Sie hatte immer nur Sehks und Ehrfurcht und son Gedöns. Seufz.

Doch dann besinnt sie sich. Denn Gähne liebt sie und sie liebt Gähne.

Aber nun würde wohl auch diese Liebe enden. Der Wille der Göttin würde geschehen.

Kommentare:

LaLei hat gesagt…

>Na, Hauptsache. Das ist ja nun mal das wichtigste Ziel im Leben einer Frau, sich noch jederzeit 'ne Arschvoll Liebhaber anlachen zu können, pardon my french. <

Jetzt habe ich mich vor lauter Lachen gerade an meiner Zahnbürste verschluckt =D

Hach, schön dass es jetzt wieder weiter geht mit den herrlichen Verkatzungen^^

Birthe hat gesagt…

Hach, wie schön, es geht weiter!

Ich liebe den Erlkönig-Vers. *g*

Hm - ich lese schon seit dem "Amulett" mit, und jetzt kommentiere ich hier zum ersten Mal, so weit ich weiß... Na, besser spät als nie, gell? ;-)

Silph hat gesagt…

Wenn der Merlin stirbt, kommt bestimmt ein anderer Merlin und alle tun, als wärs derselbe, so wie in diesen Daily Soaps. Daher auch das Gerücht, daß er unsterblich ist.

Siliel hat gesagt…

Mann, es fehlt ja echt noch, dass sie sich anfangen, zu prügeln. Das wäre dann auch mal interessant.

Die Sache mit dem "Erl-Merlin" war wirklich cool! Ich hab mich halbtotgelacht!

Ach ja: Schön, dass es weitergeht! Ich hatte schon Entzugserscheinungen.

SilentAngel hat gesagt…

Wow.. ich hab mir schon fast sorgen gemacht, dass die FrauKatz fort ist *schnief* ..

Danke für diesen tollen Blog, ich wurd vor einigen Wochen im Krankenhaus drauf aufmerksam und habe mich dann Tapfer durch ALLE seiten gelesen..

Deine Verkatzungen haben meinen Heilungsverlauf mind. um 2 tage verzögert, da das permanente kichern sicher nicht gut war für die rippen. aber lachen ist ja auch gesund *hihi*

ich harre gespannt der Fortsetzung!

Danke schön!

LG

Engerl

Alienor hat gesagt…

>> "Gut. Nach stundenlangem (*übertreib*) Bohey rückt Taliedings dann endlich mit dem Grund für seine Reise heraus: Uther liegt im Sterben."

Merlin plaudert also erstmal fröhlich mit Vivi übers Wetter, Vivis Liebhaber und Uthers und Vivis hypotethische Söhne - und DANN erwähnt er freundlicherweise, dass Uther übrigens grad mal so ein bisschen im Sterben liegt?

Prioritäten und so?

Obwohl ... ok, Uther ist ja nur ein Mann. Also eh unwichtig, gell? ;-)


Und außerdem hab ich schon wieder den Überblick verloren, wer jetzt nochmal wessen SchwesterTochterMutter ist. Iggy ist eh aus dem Spiel, Vivi ist die Schwester von Iggy und die Mutter von Morgause - achnee, die Schwester von Morgause und Tante von Morgähne und Mutter von Lotti. Oder so. *sortier*

Ranwen hat gesagt…

Die Gähnethik ist simpel, wenn man eins im Kopf behält: Vivi, Iggy und Morgause sind Schwestern. Und dann werden die Kiddies entsprechend zugeordnet. Väter sind ja eh unwichtig ;).

Möchtegern ... hat gesagt…


Der Weg hierher war ein gar anstrengend Marsch,
das Feuer wärmt mir so schön die Hände.“

*lach* Das finde ich ja nun wirklich göttlich! … Öhm … göttinlich?

Und kann es sein, dass die sie einzige Person, die in dem Roman öfter mal was sinnvolles sagt, ein MANN ist? - Mal davon abgesehen, das Tarlesin es nicht so mit Prioritäten hat ;) Oder zählt der Merlin nicht als männliches Wesen?

amanda james hat gesagt…

alter!

aber danke an frau katz, das es weiter geht.
auch ich, fing so langsam an mir sorgen zu machen ;)