Freitag, 26. März 2010

Mammutjäger – XXI

Ein Füllselkapitel!

Die Zeit vergeht, der Winter nicht, der wird im Gegenteil immer winteriger. Die Löwenlaglers beschäftigen sich mit allerlei eitlem Zeitvertreib wie beispielsweise Nähen und Perlenschnitzen und ... Glücksspiel!

Aktuell ist es Crozie Kling, die gerissen und trickreich alle anderen abzockt. Aspi sitzt dabei, mag aber nicht so gerne spielen, sie hält sich für unzureichend begabt.

Crozie lässt nicht locker und überredet Aspirine zu „Knöcheln“. Quasi das Hütchenspiel unserer Vorfahren: der eine Spieler mischt zwei Mittelhandknöchel eines Moschusochsen (einer bemalt, einer nicht) in seinen Händen und hält diese dann dem anderen Spieler hin. Der muss raten, in welcher Hand sein gewählter Knochen ist und wenn er richtig liegt, hat er gewonnen.

Als Einsatz setzen sowohl Crozie Kling als auch Aspirine ihr Können ein.

Crozie beginnt mit dem Schütteln, lenkt Ayla schnell ab („Da! Hinter Dir! Ein dreiköpfiger Affe!“), guckt heimlich nach, in welcher ihrer Hände der blanke, von Aspi gewählte Knochen liegt, und streckt dann die Hände vor.

Die ersten Male testet Aspi noch aus, doch dann ist klar: dank ihrer überragenden Beobachtungsgabe und ihrer Fähigkeit, kleinste Abweichungen in der Körperhaltung zu erkennen, hat Crozie (dank ihrer Schummelei, durch die sie weiß, in welcher Hand der entsprechende Knochen ist) keine Chance.

Warum Crozie unbedingt wissen muss, in welcher Hand welcher Knochen ist, obwohl das für sie in diesem Spiel völlig irrelevant ist, wird leider nicht erwähnt. Schaaade.

[Ayla] wollte Crozie nicht allzusehr verunsichern, doch hatte sie gelernt, die unbewußten Körpersignale, die die Frau beim Spiel von sich gab, zu deuten, und wußte daher genau, in welcher Hand sie den unverzierten Knöchel hielt, als ob Crozie es ihr gesagt hätte.

Es hätte Crozie sehr betroffen gemacht, wenn sie gewußt hätte, daß sie sich so leicht verriet, doch besaß Ayla einen unschätzbaren Vorteil. Sie war es so sehr gewohnt, feine Haltungs- und Ausdrucksunterschiede zu deuten, daß es ihr fast zur zweiten Natur geworden war.


Was sollen wir noch lange um den heißen Brei herumreden, Crozie gewinnt die erste Runde (weil Aspi das so wollte) und unsere Heldin die zweite, so dass beide jeweils ihr Können für die andere einsetzen.
Aspi, auf unschuldig-heilige Weise durchtrieben wie sie ist, weiß, dass Crozie Kling ihre medizinische Hilfe gegen Arthritis und Rheuma und Wasweißichnoch nie einfach so annehmen würde, weil sie dazu viel zu stolz ist; nun aber, da sie ihre Behandlung als Bezahlung einer Wettschuld verbrämen kann, nimmt Crozie die Hilfe für ihre schmerzenden Glieder an.

... wie viele Heiligenscheine hat Aspi eigentlich schon?

Im Gegenzug bringt Crozie St. Aspi bei, wie man weißes Leder macht. Vielmehr, sie wird es ihr beibringen, sobald Aspi genug von ihrem ... Wasser gesammelt hat.

Nun ja, das war die Steinzeit, da musste man nehmen, was man kriegen kann. Hüstel.

Danach gibt es noch ein wenig heilpflanzliches Schubiduah mit Mamut. Ayla bewahrt die einzelnen Heilpflanzen beispielsweise in unterschiedlichen Beuteln auf, die mit unterschiedlichen Schnüren mit unterschiedlichen Knoten verschlossen sind. Das verhindert Verwechslungen.

„Klug ... sehr klug“, sagte Mamut.


Na, also, Mamut, hat Du etwas anderes erwartet?

Am Abend gibt es wieder die herzzerreißende Szene mit Karl im Bett, bei der sich jeweils der Eine sichtlich nach dem Anderen verzehrt, wenn der grade nicht hinguckt oder schläft.

Der nächste Tag bringt dann für Karl eine Überraschung: Aspi kommt zu ihm und fragt, wie er sich denn nun eigentlich die Ausbildung von Renner so vorstelle. Karl ist erfreut, hatte er doch schon befürchtet, dass Aspi nun Randy diese Aufgabe übergeben wolle. Beflügelt davon erfindet Karl mit Hilfe von Danug noch schnell die Zügel. Wheee.
Darüber hinaus gibt es aber keinerlei klärende Konversation zwischen Aspi und Karl. Hätte mich jetzt auch gewundert.

Der Tag geht ins Land und nachdem Karl und Danug grade etwas erfunden haben, kann Aspi doch nicht nachstehen und erfindet mal eben flugs die Nähnadel. Bislang durchstachen die Damen des Löwenlagers das Leder und stopften den Faden dann mühsam durch, aber Aspirine findet das zu anstrengend und weil Fralie ohnehin grade kleine Perlen durchbohrt kommt ihr die geniale Nähnadelidee.

Nach einer betriebsamen Gemeinschaftsarbeit (Wymez macht den Bohrer mit Jondalar, Randy sucht das Elfenbein aus, Ayla schärft die daraus gefertigten Nadeln und Tronie durchlöchert sie) ist die erste Nähnadel der Welt (Engelschöre und zentrierte Sonnenstrahlen auf die Nadel bitte) vollendet.

Das Löwenlager ist begeistert:

„Ja, [...] dieser Fadenzieher ist schon sehr klug.“

Jeder einzelne Lager-Angehörige probierte das neue Gerät aus und pflichtete Wymez bei. Es erleichterte das Nähen sehr, etwas zu haben, was den Faden nicht durchdrückte sondern durchzog.

Talut hielt das kleine Nähgerät in die Höhe und betrachtete es von allen Seiten.
Bewundernd nickte er. [...] Warum ist nur keiner früher auf die Idee gekommen? fragte er sich. Es war so einfach, und hatte man es einmal gesehen, lag der Wert auf der Hand und war das Gerät unglaublich praktisch.


Ein furioses Ende für ein furioses Kapitel. Aspi lernt das Glücksspiel sowie die Herstellung weißen Leders und dann gibt es noch zwei Erfindungen obendrauf, ohne die unsere Welt heute nicht die wäre, die sie ist!

Und wir live dabei! Da kann doch kein Fußballspiel mithalten!

Kommentare:

Milui hat gesagt…

Und ich dachte immer, mein Englisch wäre zu schlecht, um das Spiel zu verstehen.

Dabei macht es nur einfach keinen Sinn, was da steht. :ugly:

Anonym hat gesagt…

Ich würde jetzt gern meinen Kopf auf den Tisch hauen, aber ich brauche ihn heute noch, am besten, um auch noch eine welterschütternde Erfindung zu machen ... :P

Alcarinque hat gesagt…

Sie ist bei einer anderen Rasse aufgewachsen, kann aber die Körpersprache (nach wie lange? einem halben Jahr?) einfach so komplett lesen und verstehen?

Die sollte Tierärztin werden, dann könnte sie an der Körpersprache des Goldfisches sehen ob er Zahnschmerzen oder Verstopfungen hat.

Undomiel hat gesagt…

@Alcarinque: aber das ist sie doch schon, irgendwie. Die Clan-Leute werden doch von den Cro-Magnons als Tiere angesehen ...

FrauKatz: mit dem Wort "Füllsel" hast Du mich beinahe aus der Geschichte geworfen. Für einen laaangen Moment hatte ich George Stark "Hier unten nennen wir das Metzgerfüllsel" im Kopf.
Ich lese wohl zu viel Stephen King *grusel*

Silph hat gesagt…

Es ist doch ganz klar, warum Crozie nachgucken muß, wo welcher Knöchel ist. Wenn sies selbst nicht wüßte, könnte sie keine unbewußten Signale senden, das Spiel wäre eine reines Glücksspiel und die Beschreibung damit unendlich langweilig.

Und außerdem jugendgefährdend. ;)

Die Jo hat gesagt…

"[Ayla] war es so sehr gewohnt, feine Haltungs- und Ausdrucksunterschiede zu deuten, daß es ihr fast zur zweiten Natur geworden war."

Ihre zweite Natur scheint sie bei Jondalar regelmäßig zu verlassen. Gabs bei den Neanderthalern etwa keine Eifersucht?

Wüstenratte hat gesagt…

Oi. Nu reichts aber langsam mit den Erfindungen. :augenroll:
Es wir wirklich lächerlich.
Jaa, klar, all das wurde in der Steinzeit erfunden. Aber können wir bitte einmal auf eine Sache stoßen, die nicht von Ayla oder Karli erfunden wird, sondern einfach schon in Gebrauch ist?

Und - weißes Leder bekommt man meines Wissens nach nicht mit Pipi, sondern mit Hirn. Hehehehe.
Beschreiben Sie das mal, Frau Hühnchen-schmeckt-besser-als-Wisent (jaa, ich komm nicht drüber weg).

Beri hat gesagt…

Das mit dem Hirn kommt noch. Im 3. Teil... die Sharamudoi, bei denen Jondalar mit seinem Bruder eine Zeitlang lebte, bearbeiten nämlich ihre Lederhäute mit Hirn und sie wird dadurch besonders weich. So wars, glaub ich...

Evangelina hat gesagt…

Was ich mich ja gerade fragen - hat unser Superschenie eigentlich schon Tampons oder so erfunden? :D
Weil nur die Pille ist ja voll langweilig.