Freitag, 5. Juni 2009

Eragon II – Die Entdeckung

Wir lernen den Helden der Geschichte kennen, und wie es sich für einen Helden gebührt ist er grade dabei, heldenhafte oder zumindest männliche Dinge zu tun. Eragon ist auf der Jagd, 15 (ja, so ein Zufall! Wie Herr Paolini zum Zeitpunkt der Geschichte!), hat dunkle Brauen und eindringliche Augen. Darüber hinaus kann er einer Fährte folgen, obwohl dichter Nebel den Boden bedeckt. Das soll ihm erst mal einer nachmachen!

Außerdem ist der er Einzige, der sich in den Buckel wagt, diesen unzugänglichen Gebirgszug, in dem es nicht ganz geheuer sein soll und über den seltsame Geschichten umgehen.

Kannste mal sehen! Der Eragon, der fürchtet sich nämmich nicht!

Trotzdem fürchtete Eragon diese raue Gegend nicht – er war der einzige Jäger in der Umgebung von Carvahall, der es wagte, das Wild bis in den Buckel zu verfolgen.



Siehste?

Er jagt also grade, und weil er der Gute ist, jagt er eine hinkende Hirschkuh, die ohnehin in allerkürzester Kürze von einem Raubtier gerissen worden wäre. Er pirscht sich heran, zieht seinen Bogen, zielt und – KRAWUMS! Explosion!

Die Herde der hinkenden Hirschkuh, inklusive Hirschkuh, schreckt auf und sucht das Weite. Eragon schießt noch schnell einen Pfeil ab, trifft aber nicht.
Mist.

Hinter ihm, wo eben noch die Hirsche gewesen waren, schwelten Gras und Bäume in einem kreisrunden Areal. Viele der Kiefern waren nackt*, hatten all ihre Nadeln verloren. Das Gras, das die verkohlte Stelle umgab, war platt gedrückt. Kleine Rauchfahnen stiegen in die Höhe und verströmten einen brenzligen Geruch. Im Zentrum des Explosionsherds lag ein polierter blauer Stein.


Aha, der Stein der Elfin. (*kleines zuck*) Wir haben ja den Prolog gelesen, wir sind informiert. Eragorn nicht, und so beguckt er den plötzlich so spektakulär aufgetauchten Stein mit hinreichendem Mißtrauen.

Als mehrere Minuten lang nichts weiter passiert entspannt er sich dann aber und betatscht das blaue Schmuckstück erst einmal. Viele Fragen tauchen auf, Fragen wie „Wo kommt denn der bitte her?", „Was tut er?" und „Sollte ich ihn finden? War es höhere Bestimmung?". Doch Fragen füllen keinen Magen, und Aragorn Eragon scheint mir eher praktisch veranlagt zu sein.

„Zumindest kann man ihn bestimmt gegen ein paar Lebensmittel eintauschen", dachte er und schob den Stein achselzuckend in den Rucksack.


Dann geht er in den Wald, legt sich unter ein paar Farnwedel**, isst ein bisschen Brot und Käse und schläft ein.

_ _ _ _ _
* Boahey! Schweinskram! :-O

** Gut, es sind nicht direkt Farnwedel sondern eher die herausgerissenen Wurzeln eines Baumes. Aber das ist so gut wie Farnwedel. Eigentlich schon fast das Gleiche.

Kommentare:

Ranwen hat gesagt…

Wir lernen den Helden der Geschichte kennen, und wie es sich für einen Helden gebührt ist er grade dabei, heldenhafte oder zumindest männliche Dinge zu tun. Eragon ist auf der Jagd, 15 (ja, so ein Zufall! Wie Herr Paolini zum Zeitpunkt der Geschichte!), hat dunkle Brauen und eindringliche Augen. Darüber hinaus kann er einer Fährte folgen, obwohl dichter Nebel den Boden bedeckt. Das soll ihm erst mal einer nachmachen!

Doll, jetzt hab ich das Bild zu *Männer können alles...* im Kopf. Aragorn halt ;).

Daß Paolini selbst erst 15 war, dachte ich, würde ihn vielleicht dazu befähigen, einen 15jährigen auch etwas realistischer darzustellen als die üblichen Verdächtigen (*hust*). Ich fragte mich allerdings im Lauf des Buchs ernsthaft, ob ich mit 15 etwa genauso war oder aber der Autor doch etwas weiter von der Realität entfernt wohnt. :ugly:


Außerdem ist der er Einzige, der sich in den Buckel wagt, diesen unzugänglichen Gebirgszug, in dem es nicht ganz geheuer sein soll und über den seltsame Geschichten umgehen.


Der "Buckel" heißt im Original übrigens "The Spine", was IMO doch wenigstens etwas eindrucksvoller klingt als ein 'Buckel' (unter dem Namen stelle ich mir eher so einen mickrigen Hügel vor).

Joah, der Stein, ne.

Laßt mich raten, Eragon tauscht ihn gegen ein paar Lebensmittel ein, vergißt ihn und lebt den Rest seiner Jahre friedlich in seinem Tal als Jäger und Bauer?

Wo ist doch nur gleich der "not gonna happen"-Smiley?

Zikädsche hat gesagt…

Was hat es mit dem Farnwedel auf sich?

Lt. Klischeeliste (Mist, hier kann man nicht pasten, ist das doof) müsste der Junge doch schwächer als die anderen sein, ein schmächtiger Ausgestoßener, der den Stein kaum vom Boden heben kann. Von daher ist das hier doch mal ne schöne Abwechslung. :-D

Ranwen hat gesagt…

Farnwedel: siehe die ersten Einträge zu "Bis(s) zum ... " ;)

FrauKatz hat gesagt…

@Ranwen
„The Spine“ klingt zumindest schon mal viel besser als „Der Buckel“. Ich käme jetzt aber spontan auch auf nix besseres als „Der Grat“ oder sowas. :gruebel:

@Zikädsche
Der Farnwedel ist der rote Faden, der sich seit dem ersten Twilight-Band durch die Lesungen zieht. :zahn: Da rannte Bella in den Wald und setzte sich unter einen Farnwedel. Dann tat Marthe zufällig das gleiche und deswegen müssen auch bei Eragon Farnwedel vorkommen, unter die sich der Held der Geschichte setzt. :nick:


Klischeeliste? :-D Link, Link!

Ranwen hat gesagt…

@Farnwedel: So ab http://fraukatz.wordpress.com/2009/02/14/dfb-–-kapitel-vii/ ;)
(Einfach nach Bella und Farnwedel gegoogelt, und tada... ;) )

@Spine: na, außer "Rücken" (duh) hätte ich auch nichts gewußt. In so einem Fall hätte man aber drauf kommen können, es gar nicht mit einer wörtlichen Übersetzung zu versuchen und stattdessen ein passendes Wort zu designen. Alter Wald, Haulewald, Mattiswald, Aldheorte - alles Wälder, die eben mal nicht der 08/15-Wald vom Wandrand sind, und das wird auch klargemacht. Wenn Spine sich nicht gut übersetzen läßt, nimmt man eben was anderes. *)

"Spine" hat für mich etwas von einem alten, geheimnisvollen Tier, das da eben so als Gebirge nun rumliegt, während "Buckel" nicht im mindesten klingt wie etwas, vor dem man Angst haben könnte (und diese Angst der anderen Leute wird noch wichtig, haja *g*)

*) Einige sehr gelungene Beispiele einer Nicht-Übersetzung sind IMO:

- Sam und Gandalf im Auenland:
OV: "Eavesdropping, sir? I don’t follow you, begging your pardon. There ain’t no eaves at Bag End, and that’s a fact."
D: "Hast du etwa gehorcht?!" "Ich gehorche immer, Herr Gandalf!"

Hat nix mit dem Original zu tun, trifft aber den Sinn der Szene.

- Bones/Pille und Kirk im neuen Film:
OV: "She got the planet, and all I got left are my bare bones."
D: "... und das war schon eine bittere Pille."

Gut gelungen IMO, und das, obwohl sowohl "Bones" als auch "Pille" eigentlich Anspielungen auf seinen Beruf waren. In einer anderen Zeitlinie ;).

Zikädsche hat gesagt…

Interessant, hier lernt man noch was.

Stina hat gesagt…

Buckel klingt wie etwas, wo man hingeht um Holz zu holen. Oder den Müll hinbringt. "Ich bin mal schnell beim Buckel." - "Nimm nen Schirm mit."

Farnwedel hat gesagt…

Farnwedel sind essentiell. :nick:

"Spine" könnte man noch mit Rückgrat übersetzen, am besten noch mit irgendeiner Ergänzung. ("Rückgrat der Welt", "Drachenrücken" oder sonst was)

Centaurea hat gesagt…

> Viele der Kiefern waren nackt*, hatten all ihre Nadeln verloren.

Ich visualisiere gerade Bäume, die rot werden und ihre Blöße bedecken. Gnihi..