Montag, 29. Juni 2009

Eragon XI – Ein schicksalhafter Flug

Eragorn rennt, trotz wackeliger Knie, so schnell es geht nach Hause. Dort angekommen kontaktiert er gedanklich Saphira. Die kommt angeflogen und er schildert ihr, ich vermute ebenfalls gedanklich, die Vorgänge in Carvahall. Als er die beiden Fremden erwähnt, reagiert Saphira leicht intimidiert. Aber nur ganz leicht. So mit Aufbäumen und ohrenbetäubend herumbrüllen und wildem Schwanzwedeln, das Eragon fast ins Jenseits befördert.

Panik und wilder Blutdurst lagen in der Geste.
Feuer! Feinde! Tod! Mörder!
[...]
Sie brüllte erneut auf und hieb die Klauen in die ERde, sodass der gefrorene Boden aufriss. [...]
Schwüre gebrochen, Seelen getötet, Eier zerschlagen! Überall Blut. Mörder!

Ja, es scheint so, als sei das Drachenmädel ein wenig aufgewühlt. Eragon versucht sie zu beruhigen und klettert dazu in die Sattelkuhle unter ihrem Nacken. Logisch. Von woanders kann man Drachen nicht beruhigen, das ist bekannt.

Sie entspannt sich auch zuerst ein wenig, nur um dann unvermittelt abzuheben.

Eragon brüllte vor Schreck, als der Boden unter ihm wich und sie sich über die Bäume erhoben.

Eragorn muss einen ziemlichen Hosenverbrauch haben. Armer Bub.

Je nun, sie fliegen jedenfalls nun erst einmal und Eragon hat genug damit zu tun, nicht runterzufallen. Zwischendrin fleht er Saphira immer wieder an, zum Hof zurückzukehren. Sie müssten Garrow warnen, denn die beiden Fremden seien, dank Slaon, bestimmt auf dem Weg zu ihm. Saphira hat aber irgendwie keine Lust, ihm zuzuhören, und fliegt verbissen weiter.

Irgendwo im Buckel schließlich lässt Madame sich zu einer Landung hinreißen. Eragon rollt schmerzerfüllt von ihr herunter und muss feststellen, dass er sich aufgeritten hat. Jautsch. Hosenverbrauch, ich sagte es schon. Er kann nicht mehr laufen, weil Aua, Saphira scheint auch von Sinnen und die Sonne geht langsam unter. Super Situation.

Eragon versucht, die Sache auszudiskutieren, aber so richtig kommt dabei nichts heraus. Saphira bedauert zwar, dass er beim Ritt verletzt wurde, aber ihr Handeln findet sie immer noch völlig in Ordnung.

Jut, da ist kein Blumentopf zu gewinnen. Außerdem wird es nun wirklich dunkel und kalt. Eragon kuschelt sich an Saphira und schläft erst einmal eine Runde. Kurz vor dem Einnicken gehen ihm noch ein paar Gedanken durch den Kopf.

Konnte er noch vor den Fremden den Hof erreichen? Und wenn icht, was würde dann geschehen? 'Selbst wenn ich mich noch einmal überwinde, Saphira zu reiten, würden wir frühestens am Nachmittag zurück sein. Dann sind die Kerle längst dort gewesen.'

Er schloss die Augen und spürte, wie eine einzelne Träne über sein Gesicht kullerte. 'Was habe ich bloß angerichtet?'

Kommentare:

amanda james hat gesagt…

jetzt weiß ich wieder, was mich an saphira so genervt hat. die war so ein absoluter dickschädel und unvernünftig :gnah: ich hab mich jetzt schon wieder beim lesen geärgert. und ja, der herr paolini weiß anscheinend wovon er redet in bezug aufs (drachen)reiten. wund gerieben:ugly:

Alienor hat gesagt…

Das ist immerhin mal was, was mir bei Paolini gefällt: In manchen Punkten ist er echt herrlich "normal". In den meisten anderen Büchern könnte doch jeder, der noch nie geritten ist, locker den ganzen Tag im Sattel verbringen, ohne dass das irgendwelche unangenehmen Folgen hätte. ;-)

Ranwen hat gesagt…

@Alienor: :nick:
(Ich hatte übrigens auch nur selten Kommentierprobleme... Opera. Manchmal wollte gar nichts, aber meistens funktioniert's. I blame the server.)

Und Saphira muß an der Stelle nerven, denn sonst wäre EraLuke ja sofort zu Onkel GarrOwen zurückgelandspeedert und von den Imperialen Dingsen auch noch erwischt worden. Was nicht sein darf, ne. Wir brauchen den noch. (Er muß ja seinen Onkel rächen.)

Ich fand Eragon nie schlääächt, nur manchmal halt ausgesprochen vorhersehbar. Das wiederum fand ich eher amüsant als alles andere. Mei, der Kleine kann noch lernen, und erst mal bei den Profis klauen ist nicht unbedingt schläächt.

Anonym hat gesagt…

"Was habe ich bloß angerichtet?"
Wieso du, Eragon? Dass dein Drache völlig ausflippt, konntest du ja kaum ahnen, oder?

Hoffentlich verfällt der Bengel nicht in den Marthe-Heulmodus.

Elveny hat gesagt…

Wobei meine erste Idee, um einen wütenden Drachen zu beruhigen, auch nicht die "ich kletter mal auf sie drauf"-Variante wäre. Wobei Saphiras Wissen über Die Bösen™ ja sehr eindeutig für die Wiedergeburt-Variante spricht und damit den Namen erklärt.

amanda james hat gesagt…

aber wenn wiedergeburt-gilt das dann auch für eragorn? wobei, man weiß ja nicht, wer der vater bzw. warum seine mom abgehauen ist. und nein, ich weiß es auch nicht-hab nämlich nur den ersten teil gelesen...und der zweite steht hier irgendwo rum:kopfkratz:

Silph hat gesagt…

Und nicht zu vergessen erreicht man den Hof ganz sicher rechtzeitig, indem man sich zusammenrollt und heult. Oder schläft.