Freitag, 2. Juli 2010

Der Nova-Mann – VII

Heute wieder etwas später; der Kater ist auf dem Buch eingeschlafen und ich wollte ihn nicht wecken. Er sah so niedlich und zufrieden aus. Zumindest als Kopfkissen für Katerchens taugt das Buch gar formidabel.

Hook stand Lerdun bis zum Hals.

Die Leute von Lerdun wollten ihn nicht in Frieden abreisen lassen, und an allem, was er ihnen Böses zugefügt hatte, waren sie selbst schuld.
Ryder Hook war ein Mann, der an eine Gerechtigkeit glaubte, die höher stand als die Gesetze einer Regierung oder eines Planeten.


Wie schön. Und wenn man nur dieser Gerechtigkeit folgt, dann braucht man sich um andere Gesetze ja nicht zu scheren. Wie praktisch!

Jedenfalls gehen ihm Lahmacun und vor allem dieser Hauptfiesling Goton Terlander gewaltig auf die Nerven. Die aus Stahl, zweifelsohne.

Für einen ruhigen Menschen mit der Sehnsucht nach einem friedlichen Leben war Ryder Hook reichlich oft gezwungen, gewalttätig und bösartig zu sein.

Jawoll, die Anderen sind Schuld, sind sie! Unser friedliebender Nicht-Supermann möchte ja am liebsten auf einer Farm der Liebe im Grünen täglich Schäfchen streicheln und die Nutzpflanzen mit allerley fröhlichem Hippie-Gesang erfreuen, aber man lässt ihn ja nicht!

Ja, da wäre ich dann irgendwann auch mal sauer. Bin mal gespannt, was MacRyder jetzt tut.

Er legte den Zollbeamten flach.


... ähbittewas?

Wahrscheinlich ein Beispiel für eine gewisse, hüstel, Bedeutungsverschiebung dieses Ausdrucks zwischen damals und heute. Hoffe ich.

*weiterles*

Ja. Denn es kommen zwar Flüssigkeiten vor, allerdings die, die zurückbleiben, als Hook den Zollbeamten versuppt. Goton Telander ist, wie im Zollhof, auf einmal verschwunden. Das feige Gesocks hat wohl Angst um die eigene Solidität.

Gut, jetzt hat MacRyder gerade einen Beamten zu Flüssigkeit verarbeitet, vor Zeugen, und was macht Peraschatzi?

„Oh, Hook! Jetzt können wir an Bord gehen!“


Samma, ist Pera zwischendrin unbemerkt gegen eine Glastür gelaufen? „Oh, Hook! Sie haben einen Staatsbediensteten in den ewigen Ruhestand geschickt! Vor Zeugen! Gehen wir doch einfach an Bord unseres Sternenschiffes und tun wir so, als sei nie was gewesen! Sie werden sehen, das funktioniert.“



Hook erfasst die Situation innerhalb von Sekunden umfassend in all ihrer Bedeutung und bla, ne, wissen wir ja, und ihm ist folglich auch sofort klar, dass das jetzt mit der Abreise erst mal nix wird.

Also auf dem Absatz kehrt gemacht, Pera mitgeschleift (ob sie es nicht langsam schon bereut, ihm nachgelaufen zu sein? Theoretisch hätte ihr Scheff ja einfach das Geld, das die Lahmacuner verlangten, überweisen können und dann wäre es gleich nix mit Sklaverei gewesen. Aber nu.)

Draußen vor dem Raumhafen wird ein Auto gekapert und sich, da unterscheidet sich das 101te Jahrhundert wohl nicht von unserem, erst mal eine heiße Verfolgungsjagd geliefert. Schüsse, aufheulende Elektromotoren, Qualm und allgemeine Aufregung. *handwedel*

Das endet letztendlich damit, dass MacRyder und LaPerla in die Ecke gedrängt und festgenommen werden. Allerdings, so sieht Hooks Heldenauge, wohl nicht von der offiziellen Polizei von Lahmacun. Hmmmm. Was das wohl zu bedeuten hat?

Held und LaPerla werden zu einem protzigen Gebäude geflogen, dessen Interieur verschwenderisch ausgestattet ist.

Sie verließen den Antigravschacht und wanderten durch juwelenbesetzte Grotten, in denen sie parfümierte Luft umfächelte, durch prunkvoll ausgestattete Restaurants, durch Ruheräume und Sportanlagen, vorbei an Schwimmbecken, die in Stasisfeldern aufgehängt waren[.]


Ah. Eine Versicherung.

Nach der Begehung des Anwesens (also ich würde Gefangene, pardon, Gäste jetzt nicht unbedingt durch meine ganzen Freizeiteinrichtungen führen lassen. Gibt's da keine kargen Gänge für? Hat der Architekt nicht nachgedacht? Tsk. Tsktsk. *zungeschnalz*) werden MacRyder und LaPerla getrennt. Sie macht natürlich rollengemäß einen Riesenaufstand mit Flehen und „Hook!!!“-Schreien, ne, muss ja.

Hook himself wird erst mal nackig gemacht und in eine Zelle gesteckt.

Philosophisch legte er sich auf die Couch und schlief ein.


Philosophisch? So nennt man das also in der Zukunft?

„Ihhhh! Sie sind ja ganz philosophisch! Ziehen sie sich gefälligst eine Hose an!“

Passt.

Nach einer Weile bekommt er seine Klamotten wieder und wird erneut querbeet durch den Gebäudekomplex geführt. Das Kapitel endet vor einer scharlachroten, mit Edelsteinen besetzten Falttür und der passionierte Gamer weiß: aha, ein Endboss.

Gucken wir mal.

Kommentare:

Cúchulainn hat gesagt…

Pera bedeutet Birne auf Spanisch. Ich kann den Namen nicht ernst nehmen.
(Wirkt wie eine schäbige Anspielung auf ihre... 'Assets', aber, naja)

Anonym hat gesagt…

Irgendwie komme ich mit dem Plot nicht ganz mit...wahrscheinlich bin ich einfach nicht dazu ausgelegt, Hooks komplexe Gedankengänge in seinen organischen Synapsen nachzuvollziehen xD

Silph hat gesagt…

"Die Leute von Lerdun wollten ihn nicht in Frieden abreisen lassen, und an allem, was er ihnen Böses zugefügt hatte, waren sie selbst schuld."

Klarer Fall von "tell, don't show". Sehr angebracht in diesem Falle, denn das hätte ich sonst sicher nicht gemerkt.

Er legt den Zollbeamten flach und danach ist der Suppe *kicher* Vielleicht ist das der Grund, warum er und Pera lieber doch nicht... ;)

Siliel hat gesagt…

Irgendwie... Ich sage jetzt einfach mal seltsam, um nicht die ganze Zeit zu fluchen.

>Für einen ruhigen Menschen mit der Sehnsucht nach einem friedlichen Leben war Ryder Hook reichlich oft gezwungen, gewalttätig und bösartig zu sein.<

Also ganz ehrlich: Diese Sehnsucht war mir bisher fremd. Also bei IHM. Und überhaupt, das passt nicht zu ihm.

>Er legte den Zollbeamten flach.<

Oh. Mein. Gott. Die Wortwahl ist durchaus falsch. Und das ist so zweideutig, dass man das falsche auch versteht, wenn man es nicht verstehen will.

„Oh, Hook! Jetzt können wir an Bord gehen!“

Pera - Wie alt ist die eigentlich? Erinnert mich entfernt an einen Teenager.

Und dann noch, der obligatorische Endboss(TM). Den kann man wohl nicht so einfach zu Suppe verarbeiten.
Außerdem soll der Hook mal was zu tun haben!

mohrchen hat gesagt…

Sehr geiles Kapitel, der Freund meiner Mutter meinte gerade schon, ich solle doch mal etwas leiser lachen! Der flachgelegte Zollbeamte, Pera, die genausowenig Hirn wie Hook hat -- selbst ein General Solving Program heutiger Bauart hätte sich sinnvoller verhalten als diese Flachpfeife mit organischen Synapsen. (Organisch Synapsen -- ich komme immer noch nicht über diesen Schwachsinn weg!)

Ist Hook eigentlich eine Buchreihe oder ein einzelnes?

Wüstenratte hat gesagt…

Ah. Eine Versicherung.

Hihihihihihi.


@mohrchen: Buchreihe. Der Autor war eh sehr produktiv.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kenneth_Bulmer

Kat hat gesagt…

Vielleicht liegt´s ja an der Übersetzung, aber schon von den Zitatschnipseln her, finde ich das total grottig geschrieben.^^
Und worum genau es da geht, ist mir auch nicht ganz klar...

Philosophisch...XD

Cúchulainn hat gesagt…

Kleine Frage noch: Was ist eigentlich mit den organischen Synapsen? Ich denke ja, dass die Absurdität darin besteht, dass Synapsen per se organisch sind, aber so, wie darauf rumgeritten wird, scheint mir mehr dahinterzustecken?

Cúchulainn hat gesagt…

Kleine Frage noch: Was ist eigentlich mit den organischen Synapsen? Ich denke ja, dass die Absurdität darin besteht, dass Synapsen per se organisch sind, aber so, wie darauf rumgeritten wird, scheint mir mehr dahinterzustecken?

mohrchen hat gesagt…

@Cuchu:
Ja, genau das ist die Absurdität: Es wird im Buch als DIE WAHNSINNSERFINDUNG dargestellt: organische Synapsen. Da hat der Autor einfach zwei Begriffe, die toll klingen, zusammengeschmissen und sich dabei bis auf die Knochen blamiert.

Absurd ist dabei zusätzlich, dass einem Synapsen beim Empfang von Radiowellen welcher Frequenz auch immer so gar nichts nutzen, weil Synapsen ja die Verbindung zwischen zwei Nervenzellen sind und damit vor allem aus einer Lücke bestehen (synaptischer Spalt).

amanda james hat gesagt…

ich hab doch tatsächlich stasifelder gelesen...bin wohl nicht für diesen technikkram gemacht :ugly:

Federfeuer hat gesagt…

Gargh, ist das SCHLÄCHT. Wieviele Kapitel gibts noch?

Luna hat gesagt…

Aber FF, das ist doch nicht schlecht, das ist herrlich :D

*Tränen aus den Augen wisch*

Milui hat gesagt…

>Für einen ruhigen Menschen mit der Sehnsucht nach einem friedlichen Leben war Ryder Hook reichlich oft gezwungen, gewalttätig und bösartig zu sein.<
Liegt es an mir oder der späten Stunde oder ergibt dieser Satz tatsächlich keinen Sinn?

Vinni hat gesagt…

*gacker* Eine Versicherung! Ja, das muß es sein!

DieJo hat gesagt…

Warum denn eigentlich eine Versicherung?

Silph hat gesagt…

Bei dem tollen, repräsentativen Gebäude... Versicherung, ganz klar. Oder Krankenkasse. Aber das ist ja auch eine Versicherung. ;)

Natira hat gesagt…

"Für einen ruhigen Menschen mit der Sehnsucht nach einem friedlichen Leben war Ryder Hook reichlich oft gezwungen, gewalttätig und bösartig zu sein."

Ich stelle mir gerade McRyder vor, wie er seinen geliebten Gartenpflanzen etwas vorsingt. Dabei wird es sich vermutlich um die heavy-metal-Version von Kumbaya-my-Lord handeln, weil er sich wegen seiner ganzen Innenkopf-Gerätschaften kein anderes Lied (Text u. Melodie) merken kann ...