Dienstag, 29. Juni 2010

Der Nova-Mann – VI

So sind Hook und sein Per-schweinchen endlich wohlbehalten im Mars-Venus-Hotel angekommen. Nun brauchen sie nur noch passende Akkomodation.

[Hook] tastete seine Bestellungen ein.
Pera machte: „Oh!“
„Ein Doppelzimmer, Pera.“
„Es muss wohl sein“, gab sie nach.


... ja? Wenn mir jetzt noch jemand erklären könnte, warum? Wahrscheinlich wegen der knallroten Unterwäsche.

Auf dem Zimmer gibt es dann ... Essen und Schlafen.

[Hook] sah sich Pera an, die schlafend auf dem Bett lag. Durch den Riß in ihrer Hose leuchtete es feuerrot. Er war nicht weiter an ihr interessiert, als daß sie für ihn ein Mittel darstellte, den Planeten verlassen zu können. Aber ihr Leben in Gefahr bringen wollte er um keinen Preis.


Weil er eben ein feinfühliger Gentleman ist, unser Hook. Oder auf rote Unterwäsche steht.

Am nächsten Morgen gibt Herr Hook dann seinem Spieltrieb nach und staffiert sein Anziehpüppi ansprechend aus.

„Bestellen Sie sich Sachen, wie Sie sie zu einer geschäftlichen Konferenz anziehen würden, und die gleichzeitig den Direktoren die Augen aus dem Kopf quellen lassen.“


Nachdem Pera ausstaffiert ist, machen sie sich auf den Weg. Nach irgendwo, denn ein festes Ziel gibt es ja nicht. Auf dem Weg wird fein Konversation gemacht, auf dass Pera endlich auf das komme, von dem Hook will, dass sie draufkommt. Als sie dann aber draufkommt, kommt er drauf, dass sie schon längst draufgekommen ist, dann aber auch gleich drauf kam, dass der Plan Schwachfug ist.

!

Kurz und gut, Hooks so unglaublich raffinierter Plan, auf den sie selbst kommen sollte, bestand darin, dass Pera ihren Scheff um genug Geld für zwei Fahrkarten anbettelt, damit sie und Hook vom Planeten kommen. Pera hatte da zwar auch schon vor einiger Zeit dran gedacht, das aber wieder verworfen, da ihre Gesellschaft keine Außenstelle auf Lahmacun unterhält und das mit dem Geld deswegen schwierig sei.

„Wenn Sie glauben, ich würde Pattens beziehungsweise Mr. Porten anrufen und ihn bitten, mir MEtallgeld zu überweisen – also wirklich, Hook, Sie sind nicht nur ein Ekel, sie sind ein Schwachkopf.“
[...]
„Warum wollen Sie es nicht tun?“
Sie fuchtelte gefährlich mit ihren Armen unter seiner Nase herum.


Achgottchen. Junge Liebe. Wie schön. Oder so.

Gut, es kann aber nicht angehen, dass jemand Hook einen Schwachkopf nennt, ihn, der eine Situation in Sekunden, ne! Und sei Pera noch so blauäugig und rothosig, das geht nicht!

Hook guckt also, er ist schließlich der Mann hier, ganz furchtbar eisig und Pera wird dann auch sofort wieder brav. Sie gehen ins nächste Computerhaus (*pffrgnihihi*!), Pera wählt die Nummer ihres Scheffs, während Hook die Zeitschaltuhr des Computerbildtelefondingenses mit Münzen füttert.



Mister Porten, der Scheff, verspricht dann auch gleich, das entsprechende Geld zu überweisen. Was dann doch ganz einfach geht, er überweist es einfach an ein Konglomerat, das auf Lahmacun vertreten ist.

... und warum sollte sich Pera dann nochmal schnell wie eine Playboy-Sekretärin auftussen? Welchen Zweck hatte das?

So schlendern Hook und Pera zur Roboterausgabe von Interstell-Imp, holen ihr Packerl ab und machen sich auf den Weg zum Raumhafen. Hook musiert darüber, dass es ihm seine organischen Synapsen problemlos ermöglichen, sich in jedes Kommunikationsnetz einzuwählen, nur, ja, nur eben in die der Polizeinetzwerke der gesamten Galaxie nicht.

... soll hier eine kleine Logiklücke gestopft werden, die gerade noch rechtzeitig bemerkt wurde? Na? Hm?

Auf dem Raumflughafenklo tarnt Hook zuerst Pera und dann sich selbst mit Gesichtsgel und Perücke und allem Pipapo (wie praktisch, dass man das alles an Automaten auf dem Flughafengelände selbst bekommt!) als älteres Ehepaar.

Als Pera ihre Brustschalen nicht abnehmen will und trotzig meint, Hook solle das doch tun, tut er es. Ungerührt. Pera ist beleidigt. Ich auch. Obwohl ich bezweifle, dass Sehks das Buch noch retten könnte. Hüstel.

Am Check-In kommt es aufgrund von Hooks fehlender Kreditkarte trotz der ungeheuer überzeugenden Tarnung natürlich doch wieder zu Schwierigkeiten. Der Offizier, offensichtlich gibt es keine normalen Offiziellen auf diesem Planeten, will die Chance nutzen und den schutzlosen Einzelgängeropa, als der Hook posiert, ein wenig berauben. Pera wird auch ein wenig herumgeschubst und um das Maß voll zu machen taucht auf einmal auch noch Goton Terlander auf, der Typ mit dem goldenen Overall, der sich schon in der Landekapsel so fies benommen hatte.

In seinem Gesicht malten sich die ersten Zeichen seines Triumphes ab.


Na, da wird doch nicht etwa einer vermuten, dass der Opa ohne implantierte Kreditkarte auch der entflohene Aufrührer ohne Kreditkarte ist?

Das wäre ja direkt blitzgescheit.

Kommentare:

Silph hat gesagt…

Es war ein Bildtelefon. Da mußte sie geschäftsmäßig aussehen, um beim Chefchen glaubhaft zu sein. Oder so.

Brustschalen?

DieJo hat gesagt…

Kein Sehks? Nach all den Andeutungen wie feuerroten Unterhosen, Hintern versohlen oder Mars & Venus Hotels? Feige!

DieJo hat gesagt…

PS: hat Perchen eigentlich keine Kreditkarte?

Alienor hat gesagt…

"Auf dem Raumflughafenklo tarnt Hook zuerst Pera und dann sich selbst mit Gesichtsgel und Perücke und allem Pipapo (wie praktisch, dass man das alles an Automaten auf dem Flughafengelände selbst bekommt!) als älteres Ehepaar."

Äh - WTFdum? Auf dem Flughafen kriegt man gleich alles angeboten, um sich unerkannt durch die Kontrollen zu schummeln? Sehr guter Service, wirklich.


"Am Check-In kommt es aufgrund von Hooks fehlender Kreditkarte trotz der ungeheuer überzeugenden Tarnung natürlich doch wieder zu Schwierigkeiten."

Na, DAS kommt jetzt aber auch überraschend. Nachdem man immer und überall eine Kreditkarte braucht, braucht man am Flughafen tatsächlich auch eine? Na, sowas.


>> DieJo hat gesagt...
>> "PS: hat Perchen eigentlich keine Kreditkarte?"

Tja... gute Frage eigentlich. Aber dann müsste sie ja nicht gerettet werden. ;-) Und dass Hook-der-Held sich von einer Frau retten lässt, geht ja wohl gaaaar nicht.

Milui hat gesagt…

Warum genau lässt Pera den Trottel eigentlich nicht einfach sitzen und geht/fliegt ihrer Wege?

Undomiel hat gesagt…

Milui! *entsetzt guck*

Hook ist schließlich der Held, der strahlende, der sie in der Rettungskapsel gerettet hat und überhaupt. Da kann sie ihn doch nicht einfach sitzen lassen!!einself

Freylabella hat gesagt…

Lamacun? Lamacun? Warum heißt das was auch immer wie die türkische Pizza? Jetzt habe ich hunger...

Möchtegern ... hat gesagt…

„Pera wählt die Nummer ihres Scheffs, während Hook die Zeitschaltuhr des Computerbildtelefondingenses mit Münzen füttert.“

Ha! Ich wusste, Münztelefone überdauern alle Zeiten! ;D Sie haben schon Telefonkarten überstanden und werden auch Handys überstehen!


Läuft Pera am Flughafen dann eigentlich als aufgetakelte alte Dame durch die Gegend? *schräg schau*

Antigone hat gesagt…

Soviel Schwachsinn tut weh. *heul*

lg, Antigone

Wüstenratte hat gesagt…

Brust...schalen? :ugly:
Büddewas?

Ähm. Ich habe Sci-Fi-Romane aus den 70ern, die es wesentlich besser schaffen, dumme Anachronismus-Fallen zu umgehen.
Ich meine - Münz-Bilddtelefone?
Metallgeld überweisen? Oi!
Kinners. Dem Autor fehlte offensichtlich nicht nur das Talent, glaubwürdige Charaktere zu schreiben, sondern auch, glaubwürdige "Zukunftstechnik" zu, hm erfinden.
Da steht z.B. der olle Film "Forbidden Planet" aus den 50ern wesentlich realistischer da...

Wüstenratte hat gesagt…

Nooooooooooooooooo!
Ein anderes Pseudonym des Autors ist "Alan Burt Akers". Dessen "Kregen"-Fantasyreihe habe ich gerne gelesen.

Hoppala. :ugly:

A. Nym hat gesagt…

Das ist so dermaßen schlächt...

mohrchen hat gesagt…

Zu diesem Kapitel nur ein Kommentar: Ohne Worte!

Scheiße, ich bin echt gespannt, wie schlecht das noch wird!

A. Nym hat gesagt…

@mohrchen: Ich auch. :uglynick: Da hilft rote Unterwäsche auch nichts mehr, fürchte ich.

@FrauKatz: Wie lange dauert das Buch noch? Sind wir vor oder über der Hälfte?

muemel hat gesagt…

MacRyder macht das schon, auch ohne Kreditkarte kommen seine organischen Synapsen sicher zu einer Lösung

A. Nym hat gesagt…

@muemel: Ja, was für ein Glück, dass er nicht auf anorganische angewiesen ist, wie der Rest der Welt. *Fingernägel vor Spannung abnag*

Lingling hat gesagt…

Hach... da ist man mal drei Monate nicht da (sprich: ohne internet), und dann findet man sowas tolles, wenn man zurückkommt. Ich fand ja schon Twilight und Aspirine toll, die ich dann fast in einem Aufwasch gelesen hab, aber jetzt kommt Science-Fiction-Trash aus den Siebzigern dran... *schmacht*

Aber wenigstens gibts da auch Frauen... wenn ich jetzt an die Lucky-Starr-Sachen von Asimov denke, wo genau eine Frau in einer Rolle, die über "Bloße Erwähnung am Rande" hinausgeht, vorkommt...

Naja, ich bin auf jeden Fall glücklich und verfolge mit Spannung weiter (und ich hätte die Schokokekse nicht vor meinem Freund erwähnen sollen... ^^)