Mittwoch, 15. April 2009

Die 2. Hebamme XXI – Frühjahr 1174 in Meißen

Nach zirka der Hälfte des Buches kommen wir nun zum dritten Teil, das da betitelt wurde mit „Die Zeit der Feigheit und des Verrats“.

Klingt dann doch, als würde jetzt endlich was passieren, right?

Wir kommen zusammen in der Kemenate Ottos und Hedwigs, wo Dietrich seinem Bruder grade mitteilt, wieviel der Kaiser von Otto als Trostpflaster verlangt, wenn dieser ihn nicht auf dem nächsten Italienfeldzug begleitet: 5000 Mark Silber.
Da muss selbst Otto schlucken.

Außerdem, so fügt Dietrich hinzu, ließe der Kaiser ausrichten, er hätte sich die Gruben in Goslar ja auch vom Löwen wiedergeholt und er könne, ne, nur so ein Gedanke, er könne ja auch Christiansdorf zur Stadt erheben und seiner Herrschaft unterstellen. So rein theoretisch. :fuchtel:

Für einen Moment herrschte betroffenes Schweigen in der Kemenate.

Ja, das hört sich in aller theoretischen Theorie ... trotzdem nicht so gut an.

Der Kaiser baue außerdem darauf, dass ihn der Löwe über die Alpen begleite, doch man munkelt, dass Heinrich das nicht wirklich in Erwägung zieht, was den endgültigen Bruch zwischen Rotbart und dem Leu bedeuten könnte. :opossum:

Was also tut Otto? Er lässt Christian holen. Der muss sein Pferd mittlerweile doch schon auf Autopilot stellen können, oder?

Danach treffen sich Hedwig und Dietrich zu ein bisschen Sehks in einer Kammer.

Das bei den Liebenden über endlose Monate angestaute Begehren entlud sich in einer hastigen, stürmischen Vereinigung.

*schepperklönk* Ja, gut, ich denke, das können wir uns alle wunderbar vorstellen, also weiter.

Hedwig ist traurig, weil Dietrich dereinst schwor, mit dem Kaiser zu ziehen, wenn es diesen wieder nach Italien zieht. 's könnte ihm schließlich was passieren, ne, da steckste nie drin.

Apropos ... nachdem die erste Leidenschaft gestillt ist, machen die Beiden jetzt mit Gänsteblümchenpetting weiter, was damals zu Zeiten der Karnickelfortpflanzung wahrscheinlich noch ein ganz revolutionäres Konzept war. Undsoweiter, höchste Ekstase, bla. Wasauchsonst.

Man knutscht noch ein wenig, schwört sich ewige Liebe, richtet die Klamotten und geht dann wieder seiner getrennten Wege, denn so eine richtige Alternative zur heimlichen Liebschaft gibt es ja nun nicht für Hedwig und Dietrich.


Kaum gerufen trifft Chris schon bald mit Bergmeister Hermann auf dem Burgberg ein, sogar fast zeitgleich mit Randolf. Na endlich, ich hatte schon Angst, der sei durch ein Wurmloch gefallen und bebösewichte jetzt eine andere Galaxie.

Otto ruft seine beiden Streithähne zu sich und verkündet des Kaisers Begehren. Auch Chris und Randolf stockt erst mal der Atem. Otto bequatscht schnell noch mit Hermann, ob es möglich wäre, diese Menge an Silber zu fördern, aber dem ist selbst mit neuen Bergleuten und Hilfskräften nicht so.
Jut, meint Otto, werde er eben eine Kriegssondersteuer erheben. Ja, nun, gut, er habe versprochen, dass die Siedler die ersten 10 Jahre von allen Steuern befreit seien, aber verzweifelte Zeiten forderten verzweifelte Maßnahmen und überhaupt sei das doch besser als ins Heer eingezogen zu werden, ne?

Chris: Hnnngh! Wartet wenigstens bis nach der Ernte.
Otto: Mir doch egal!

Dann haben wir ein waschechtes Foreshadowing *spoil*:

„Das Letzte, was mir jetzt fehlt, ist eine Bande Wegelagerer, die sich das Silber schnappt, das in Chrisiansdorf für mich aus der Erde geholt wird.[...]“

Haben wir irgendeine Ahnung, was demnächst passieren könnte?

... nein, ich auch nicht.


Dann werden Randy und Chris rausgeschickt, weil sie mit ihren vom Regen durchweichten Klamotten Ottos Boden volltropfen. Ernsthaft. Ich übertreibe nicht.

Das gibt Chris immerhin die Gelegenheit, Marthe wiederzusehen, die wohl immer noch in Hedwigs Gefolge herumlungert. Die eigene Kapelle scheint noch nicht fertig zu sein dünkt mir. Unter dem Vorwand (man muss ja höfisch sein und darf nicht sofort übereinander herfallen), seine Kleider trocknen zu wollen, zieht Marthe Chris in eine Kammer, wo sie dann übereinander herfallen. Dass Chris noch genug Blut im Kopf hatte, um Ottos Ausführungen zu folgen, ist ja auch eine Leistung, ne?

Eine weitere höchste Ekstase später zieht sich Chris um, während Marthe von den Streichen der Kinder erzählt. Die Kapelle ist zwar noch nicht ganz fertig, aber Chris beschließt, dass er mit Pater Hilbert und Marthe trotzdem jetzt schon zurückkehren wird. Er brauche Marthe im Dorf. Gleich nachdem er den neuesten Silbertransport geholt habe, werde er sie nach Hause holen.

Hach.

Zum Glück geht mit diesem Transport alles glatt und Marthe freut sich darauf, heimzukehren.

„Freu dich nicht zu früh“, warnte Christian düster. „Es ist nicht mehr das Dorf, das du kanntest.

Jau. Frei nach dem (Disney-)Glöckner von Notre Dame: „Kaum ist man mal ein paar Jahre weg, schon stellen sie die ganze Stadt um.“

Na, bin ja mal gespannt, welche widrigen Widrigkeiten nun unseren Helden wieder in den Weg geschmissen werden.

Kommentare:

Vinni hat gesagt…

Autopilot? Aber es ist doch jetzt ein anderes Pferd :ugly:

Silph hat gesagt…

Ich glaube, ich weiß, warum das Buch eine sich so sehr wiederholende Handlung hat - es ist eigentlich ein Sex-Ratgeber. Da muß eine gewisse Monotonie her, damit die Leser sich damit indentifizieren können.

Elveny hat gesagt…

Naaaaa, das geht doch endlich wieder an die Spannungen des ersten Buchs heran! :D

Sehks, nochmal Sehks, ein bisschen Oppossum, dröges Captain-Obvious-Foreshadowing und Ottoschmotto at his best (schrieb gerade "beast" :ugly: ). Nur wird erschreckend wenig Marthegeschmachtet dieses Kapitel. Sie wird doch nicht etwa ihren Charme verloren haben...?!

Oder hat die Ebert sich von ihr selbst als Mary Sue gelöst und schmachtet ein wenig ihren Gary Stu literarisch an? :p

FrauKatz hat gesagt…

@Vinni
Selbst das neue Pferd sollte den Weg jetzt schon im Schlaf finden. :ugly:


@Silph
Du meinst, wenn wir am Ende der Trilogie bei der Erwähung von Sehks nur noch gähnen müssen hat es gewirkt?
Interessantes Konzept. :ugly:


@Elveny
Kommt noch. Da passiert grade zu viel, aber bald wird Marthe wieder mit ihrer unglaublichen Anziehungskraft zu kämpfen haben, das arme Ding. :mitleid:

amanda james hat gesagt…

"Das bei den Liebenden über endlose Monate angestaute Begehren entlud sich in einer hastigen, stürmischen Vereinigung."

iih gitt, wie romantisch-mir.wird.schläächt.

aber moment, wenn wir nicht wüßten das es sich hierbei um hedwig und dietrich geht, könnte der satz doch auch auf marthe und chrissi zutreffen, oder?

hat die autorin sowas wie ne vorlage, was man wie oft erwähnen sollte, um den leser bei der stange zu halten? äh...sorry:ugly:

amanda james hat gesagt…

handelt :hüstel:

FrauKatz hat gesagt…

Jaja. „Stange“. Schon klar. :augenbraue:

:-D

Zikädsche hat gesagt…

Sie ist heut mal wieder nicht die Schnellste ... :fingertrommel:

FrauKatz hat gesagt…

Ich sitze ja dran! Ich sitze ja dran! :fuchtel: ;-)