Mittwoch, 15. Juli 2009

Eragon XIX – Offenbarung in Yazuac

Brom und Eragon reiten nun also weiterhin unverdrossen Richtung Yazuac. Nachdem ich mittlerweile den Film doch schon gesehen habe, zumindest bis zu der Stelle, an der er aufhört, sich zu lohnen*, sieht Brom für mich jetzt endgültig aus wie Jeremy Irons.

Haaach.

Eragon hofft, das Dorf noch rechtzeitig zu erreichen, das Wasser wird nämlich knapp, nachdem es jetzt nicht mehr verschwenderisch vom Himmel fällt. Brom ist eher weniger besorgt, man werde Yazuac (Anorak?) schon bald am Horizont sehen.

Tatsächlich.

Saphira wird weggeschickt, denn so ein Drache lässt sich halt doch nicht einfach mal so unterm Mantel verstecken oder nachvollziehbar erklären. Schwere Zeiten eben. Das Drachenmädel quengelt noch ein wenig, weil sie es satt habe, sich immer zu verstecken, aber Eragon verkündet, es gehe nun mal nicht anders, basta.

Gut, Drachen sicher aufgeräumt, Brom und Eragorn reiten weiter aufs Dorf zu.

Was dann passiert (oder nicht passier) ist etwas für Zikädsche:

Als sie sich den kleinen Häusern näherten, sahen sie aus einem Dutzend Schornsteinen Rauch aufsteigen, aber die Straßen waren menschenleer. Eine ungewöhnliche Stille lag über den Dorf. In schweigender Übereinkunft hielten sie ein gutes Stück vor dem ersten Haus an. Eragon sagte unvermittelt: „Kein einziger bellender Hund."



Zumindest dieses Cliché hat Herr Paolini meisterhaft umschifft: kein in der Ferne bellender Hund. Es besteht Hoffnung.

Hund hin oder her, die Stille ist verdächtig, da beißt die Maus keinen Faden ab. Eragorn und Brom (Hach! Jeremy!) sind alarmiert. Es wird kurz mal angedacht, das Dörfli zu umreiten, aber nicht nur das Wasser, auch die Vorräte gehen ebenfalls zur Neige. Man beschließt, vorsichtig zu sein und eventuelle Gegner, die eine Falle gestellt haben könnten, raffiniert auszutricksen: indem man nämmich nicht von vorne sondern von der Seite ins Dorf reitet! Nein! Raffiniert!



Ich höre Cäsar und Alexander den Großen über die Jahrhunderte hinweg lachen. Selbst Napoleon kichert grade.

Sei's wie's sei, sie reiten also seitlich schräg von links ins Dorf und stoßen da auch gleich auf einen Haufen malerisch herumliegender toter Leichen. Igks. Sieht so aus, als wäre unser Verdacht richtig gewesen: hier stimmt was nicht.

Eragon bekommt gleich mal wieder seinen Moralischen:

'Was bedeutet unsere Existenz, wenn sie auf so grauenvolle Weise enden kann?'

Ja. Das ist entweder pseudotiefsinniger Schlonz (bedeutet eine Existenz nur etwas, wenn sie auf schöne Weise endet?) oder zu hoch für mich.

Brom steigt ab und anaysiert die Lage.

„Die Ra'zac waren hier", sagte er langsam, „aber sie sind es nicht gewesen. Dies ist das Werk von Urgals; der Speer stammt von ihnen. Es war eine ganze Horde, bis zu hundert Mann. Das ist merkwürdig. Ich weiß nur von ganz wenigen Fällen, wo sie in so großer Zahl ..."


Dann entdeckt er einen Fußabdruck, der ihm sagt (wenn es die immer noch rauchenden Schornsteine schon nicht tun), dass das alles erst kürzlich passiert und die Urgals noch da sind. Whoopsie!

Er und Eragorn höppen schnell auf die Pferde und galoppieren mit Mopsgeschwindigkeit von dannen, doch kurz vor dem Dorfrand holt ein Urgal Eragorn vom Pferd. Brom wendet um zu helfen, wird aber gleich von einem zweiten Urgal in Anspruch genommen.

Es kommt zum Kampf. Man prügelt aufeinander ein, Eragorn fuchtelt mit dem Bogen herum und hat noch Zeit sich zu fragen, ob diese beiden denn die einzigen Urgals (Urkels? Steve Urkel?) seien, nachdem keine neuen nachkommen.

Brom wird am Arm getroffen, es sieht finster aus. Die Urgals stoßen ein Triumphgeheul aus, doch sie haben nicht mit Eragorns Heldenhaftigkeit gerechnet. Der brüllt nämlich auch und stürmt auf die fiesen Fiecher los. Es geht ein bisschen hin und her, während unser Held sich in den selbstgerechten Zorn des Retters der Unschuldigen hineinsteigert. Dieser Zorn lässt eine brennende, unbändige Kraft in sein Herz strömen. Er stellt sich kerzengrade hin, zieht ohne jede Furcht seinen Bogen und schießt den Pfeil mit der lodernden Kraft und den Worten „Brisingr!" ab.

Ja, wenn ich das Wort „Brisingr" nur als Schimpfwort kenne, das mein alter Mentor beim Feuermachen mal vor sich hingemurmelt hat, würde ich das auch einfach mal so verwenden.

Was dann passiert, lässt sich schön mit dem vergleichen, was der Zauber „Feinde explodiert!" in Oblivion tut. Nur noch mit Druckwelle, des Effekts wegen. Die Urkels sind sofort hinüber und Erag-Ron steht schnaufend an eine Hauswand gelehnt da und betrachtet sein Gateway Iglesias auf der Handfläche, das hell leuchtet.

Dann geben seine Knie nach und er schlumpt zu Boden.
_ _ _ _ _
*OMG Fast-Spoiler!

Kommentare:

Zikädsche hat gesagt…

Nein, die nicht vorhandenen Hunde sind ja süß!

Brisingr!

Alienor hat gesagt…

BWAH! Ich gestehe, dass ich bei "ungewöhnlich stilles Dorf, kein Mensch zu sehen" zwingend auf "irgendwo bellt ein Hund" gewartet habe!
*gacker*

Aber zumindest wird Eragon am Ende des Kapitels mal wieder ohnmächtig, dann ist doch die Welt wieder in Ordnung. ;-)

Silph hat gesagt…

Mann, hat der Junge ein Sprachtalent. Da ich den Film bis heute erfolgreich vermieden habe, bin ich mir noch nichtmal so ganz sicher, wie man das Wort überhaupt korrekt ausspricht.
Oder es ist Teil von Eragons Muttersprache und wurde aus Effektgründen nur nicht mit übersetzt.
"Natürlich sprechen alle Beteiligten in diesem Buch alt-nordisch, aber da das die meisten Leser überfordern würde, habe ich mir die Freiheit übernommen,zu übersetzen."

Ranwen hat gesagt…

Ich habe "Brom und Eragon sind hier" mit Zeichen geschrieben, die von hier bis Galbatorix jeder Depp von Urgal versteht.

Und was Eragons Sprachgewandtheit (:doh:) angeht, so kommt die als Bumerang schon des öfteren zurück... [/epische Vorausdeutung]

Aber na schön, immerhin fallen Frodo und Co auch im passenden Moment Dinge über Elbereth und Earendil ein, also warum nicht halt auch mal 'Brisingr'.
(It's just that... Frodo got it right. :ugly:)