Dienstag, 7. Juli 2009

Eragon XV – Des Reiters Klinge

Okay. Elveny hat gemeckert, das letzte Kapitel wäre zu kurz und sie wolle noch eines.

Aaaaaauuuuusnahmsweise! :fingerwackel:

Ein quälender Seelenschmerz umfing Eragon, als er aufwachte.


Die einen nennen es quälenden Seelenschmerz, die anderen Selbstmitleid. An Garrow wird kein weiterer Gedanke verschwendet, nur daran, dass ihm, Eragon, ja alles genommen wurde und er jetzt fürchterbar zu leiden hat.

'Damit kann ich nicht leben', stöhnte er innerlich.
Dann tu es nicht. Saphiras Worte hallten in seinem Kopf wider.

So grade im Moment mag ich den Drachen auf einmal doch ganz gerne.

Eragorn lammertiert (jammern und lamentieren endlich vereint) noch ein wenig herum und bekommt auf sein Genöle, was er denn jetzt tun solle, folgenden guten Rat von Saphira:

Der einzig wahre Ratgeber ist dein Herz. Nichts Geringeres als sein heißestes Begehren kann dir helfen.

Oookay. Wenn also ich mal in Schwierigkeiten gerate, muss ich einfach S. B. anrufen, damit er rüberkommt und mir hilft? Gut zu wissen.

*räusper*

Doch Eragon hat nun mal mit S. B. nichts am Hut (sein Verlust, pfht!), ihn treibt es eher der Rache zu. Die Fremden zu verfolgen und auszumerzen vom Angesicht der Erde, ja, das ist, wonach ihm gelüstet.

Allein, dazu müsste er ja das Palancar-Tal verlassen.

E: Igks! Mag nicht!
S: Aber es ist Deine Pflicht, den Onkel zu rächen!
E: Scheißegal, ich gehe nicht weg aus Carvahall! Und weil sich das reimt ist es gut und wahr, so!
S: Und wenn jetzt alle wegen der Spuren im Schnee nach mir suchen, Holzkopf?
E: Bin ich überhaupt stark genug? Können wir den Fremden nicht einfach eine Einladung schicken, damit sie zurückkommen?
S: Oh, get real! Außerdem hast Du ja noch mich.

Zweifel befielen [Eragon].

Das erheitert mich jetzt definitiv mehr als es sollte.

Man diskutiert das noch ein bisschen hin und her, und dann fühlt Eragorn sich mental bereit. Praktischerweise sind gleichzeitig auch alle körperlichen Maladien von ihm abgefallen.

'Nichts ist gefährlicher als ein Gegner, der nichts mehr zu verlieren hat', sagte er sich. 'Und genau das ist aus mir geworden.'

Uhhhh, Angst. Roar!

Er schleicht nach unten. Dort wird soeben entschieden, dass er bei Horstforst und seiner Frau bleiben dürfe, der arme Junge. Dann aber hört Eragorn, wie Horst Zweifel darüber anmeldet, ob der arme Junge wirklich alles gesagt habe, was er wisse. Da gäbe es doch Seltsamheiten in seiner Geschichte und er werde ihn doch nochmal befragen.

Eragon denkt sich, dass es nun doch wirklich genau die richtige Zeit wäre zu gehen und schleicht sich nach draußen. Dort klaut borgt er sich bei der Gerberei ein paar Rinderhäute für einen Saphira-Sattel und versteckt die erstmal in einem dorfnahen Hain. Schließlich hat er immer noch Aua vom letzten Ritt und ganz doof isser ja nun auch nicht. Bliebe noch die Frage nach Proviant und von wem er sich den stehlen leihen soll. Sloan natürlich, der hat es nicht anders gewollt, der Verräter. Gedacht, getan.

Zurück im Hain will er die Häute aus dem Versteck ziehen und stellt fest: die sind irgendwie nicht mehr da.

„Willst du irgendwohin?"
Eragon fuhr herum. Brom funkelte ihn wütend an, eine hässliche Wunde seitlich am Kopf.

Eragorn versucht noch ziemlich stümperhaft, sich rauszureden, aber Brom weiß alles. Wozu er die Häute braucht, dass er einen Drachen hat, dass das Mal in der Hand Gedwey Ignasia heißt, alles eben.

Eragorn ist erst mal damit beschäftigt, sich zu fragen, wie Brom das alles herausgefunden haben könnte.
Jaaaa, wieeeeee nur?

Die zur Hilfe gerufene Saphira weigert sich auch, Eragon zu holen und mit ihm zu verschwinden. Brom hätte mit ihr gesprochen und sie würde warten, bis die beiden sich geeinigt haben.

E: Wieso kann Brom mit Spahira sprechen?

Jaaaa, Wieeeeesoooo nur?

Letztendlich erzählt unser Superhirn dem überraschend informierten Brom dann doch, dass er die Fremden zum Behufe ihres Ablebens zu verfolgen gedenkt.

B: Aha. Große Aufgabe. Ich komm' mal mit.
E: Ich kann das alleine! Aber wenn Du unbedingt willst ...
B: Dann los.

Bei Garrows Hof(überresten) murmelt Brom dann irgendwas in Richtung „Jetzt geht das also wieder los" und wird dann formell Saphira vorgestellt. Eragon klaubt noch ein paar Sachen aus den Trümmern zusammen, dann laufen sie los.

In einem Dornendickicht schlagen sie für die Nacht ein Lager auf.

E: Warum willst Du mitkommen?
B: Na, weil ich ein Geschichtenerzähler bin und das eine tolle Geschichte geben wird. Natürlich.
E: Ach so. Okay. Und wieso kannst Du mit Saphira sprechen?
B: Ich würde der Frage gerne ausweichen und Dir stattdessen ein reich verziertes Schwert mit düsterer, bedeutungsvoller Vergangenheit überreichen.
E: Boah! Wie für mich gemacht, mit dieser blutroten Klinge und so!
B: Das Schwert heißt Zar'roc. Jedes anständige Schwert mit düsterer, bedeutungsvoller Vergangenheit hat schließlich einen Namen. Es gehörte mal einem Drachenreiter.
E: Wo hast Du es her?
B: Hinter Dir, ein dreiköpfiger Affe!
E: Was?
B: Nichts. Das Schwert gehört jedenfalls Dir.
E: Oh, okay. Cool.
S: Das Schwert hat Kraft.
B: Oh, und übrigens bist Du ziemlich dum und verstehst gar nicht, was hier abgeht.
E: Ja, mei, ich kann ja lernen.
B: Jut. Die Fremden heißen übrigens Ra'zac und sind ganz fiese Möpps und dienen Großerstinkerix. Und sie sind keine Menschen. Ganz doll kräftig sind sie auch. Und jetzt erzähl mir, wie Du das Ei gefunden hast.
E: *erzähl*
B: Aha, hmmhmm.
E: So, und wer bist Du jetzt wirklich?
B: Sagichnich!
E: Wegen Dir ist mein Onkel tot!
B: Hmmm. Ich bin viel gereist und habe eine Vergangenheit. So. Mehr gibt's nicht.
E: *schmoll*

Sie legen sich schlafen.

Eisiges Schweigen breitete sich über dem Lager aus.

Kommentare:

Hoppi hat gesagt…

S. B., huh? :breitgrinsend:

FrauKatz hat gesagt…

Das heißeste Begehren des Herzens halt. :flöt:

Alienor hat gesagt…

"I have a Begehren I was bidden to show thee"?!?

:kähä:

Ranwen hat gesagt…

@Zebra: danke :rofl: du hast soeben einen bisher bescheuerten Tag deutlich aufgewertet.

@Schwert: stehen im deutschen Buch die Maße von dem Ding drin? Ich meine mich zu erinnern, daß in der OV eine Längenangabe in Fuß drinstand, die entweder Eragon zum fröhlichen Einhand-Fuchteln mit einem ausgewachsenen Zweihänder genötigt hätte, oder aber impliziert hätte, daß die Leute in dem Buch deutlich kleinere Füße haben.

@Kommentarfenster: Cursortasten gehen, Copy&Paste geht auch. Opera, immer noch ;).

FrauKatz hat gesagt…

NICHT unser SB! S-punkt B-punkt. Ganzweranders. :fuchtel:

:-D

@Ranwen
Oi, könnte sein. Muss ich glatt mal nachgucken, sollte ich heute noch irgendwann nach Hause kommen. :ugly:

Ranwen hat gesagt…

Immerhin hat Eragon jetzt das Lichtschwert seines... naja, nicht seines Vaters (zumindest wenn, dann sagt uns Brom das nicht, ne), aber immerhin "dieses Schwert sollte dir gehören, ich habe es nur aufbewahrt, bis du kommst" kann man schon mal abhaken *Liste zück*. Irgendwelche Gründe wird Brom ja schon haben, ausgerechnet Eragon ausgerechnet dieses Schwert in die Wurstfinger zu drücken, ne. Also, abgesehen von "ich hab hier mal so'n Schwert rumliegen".

Ich meine, ich würde Eragon ja nicht mal unbedingt ein scharfes _Messer_ in die Hand geben... er könnte sich damit wehtun. Oder jemand anderem. Jetzt hat er ein Schwert, was zumindest dem englischen Text nach nicht viel kürzer ist als er selbst. Ich meine, der Gute ist 15, der wächst noch.

:ugly:

(Witzigerweise bekommt Harry P. nicht das Schwert oder den Zauberstab, sondern nur den Umhang seines Vaters... da hätten wir also tatsächlich eine Variation zum Thema. Boah. Aber immerhin, den Umhang bekommt er von seinem alten, weisen, bärtigen Mentor, also das paßt dann wieder.)

Also, was sagt die Liste?

- Held als Sohn von unspektakulären Leuten aufgewachsen - check
- Held in der mehr oder weniger idyllischen Pampa aufgewachsen - check
- Held bei Onkel und/oder Tante aufgewachsen - check
- Vater und/oder Mutter mysteriös getötet worden - check
- wenn Vater/Mutter nicht getötet worden, dann zumindest mysteriös unbekannt. Oder beides. Tot und unbekannt. - check
- Onkel und/oder Tante von Schergen des Bösen getötet - check
- Bärtiger, weiser alter Ratgeber taucht auf und nimmt Held unter seine Fittiche
- Held schwört Rache gegen die Schergen des Bösen - check
- Ratgeber überreicht dem Helden mysteriöse Dinge, die schicksalstechnisch ihm gehören sollten und irgedwas mit seinen Eltern zu tun haben - check
- Held stellt sich erst mal blöd an. - check.

Ich glaub, ich hab noch ein paar vergessen. ;)

Ich meine das übrigens nicht mal böse mit der Liste... ich bin oft überrascht, wie viele 'Versatzstücke' eigentlich sonstwo auftauchen. Unlängst hatte ich mal wieder "Mio, mein Mio" in der Hand und war über die Beschreibung von Katos dunkler Festung mit dem einen rot erleuchteten Fenster oben im höchsten Turm, das wie ein böses, nie schlafendes Auge übers schwarze Land starrte, auch recht erheitert ("das amüsiert mich gerade mehr, als es sollte..."). Von den beiden hat sicher keiner beim anderen abgeschrieben...

Anonym hat gesagt…

Fensterchen: Hm, Copy&Paste und Cursortasten gehen hier im FF nicht. *mit der Maus allen Tippfehlern hinterherjagen muss*

@Ranwen, Du hast beim bärtigen Ratgeber das "check" vergessen. :vianne: ;D

FrauKatz hat gesagt…

@Ranwen
Ah, da steht es. In Stoff gewickelter Gegenstand, etwa 5 Fuß lang.

Ja, das ist ... lang. :fuchtel:

Perfekt ausbalanciert, liegt gut in der Hand (Einzahl), Brom guckt, wie Eragon damit herumfuchtelt.

Ranwen hat gesagt…

Genau so dachte ich mir das. 5 feet = 1.524 Meter.
Das Ding ist nur ein paar Zentimeter kürzer als ich.
:ugly:
Ich werde mal Koshs Anderthalbhänder nachmessen, den ich NICHT mehr einhändig führen kann. Und ich bin keine 15 mehr.