Montag, 3. August 2009

Eragon XXVII – Die Hexe und die Werkatze

Am nächsten Tag darf Eragorn ausschlafen. Man hat es nicht eilig, warum auch. So hat er genug Muße, sich in aller Ruhe im Spiegel zu betrachten.

Sein Gesicht hatte sich seit der Flucht aus Carvahall verändert. Der Babyspeck war verschwunden, auf der Wanderschaft dahingeschmolzen durch die Anstrengungen der Kämpfe und der magischen Übungen. Seine Wangenknochen zeichneten sich deutlicher ab und sein Kinn wirkte energischer. In seinen Augen lag ein schimmernder Glanz, der ihm ein verwegenes, fremdartiges Aussehen verlieh.


Joh. Rwaawrrr. Was für ein ansprechender junger Mann unser Eragorn doch geworden ist.

Unser junger Adonis greift sich seinen Bogen, geht nach unten und bekommt dort von einem Diener ausgerichtet, dass Herr Brom*hust*Neal und Herr Jeod zur Burg gegangen seien und Herr Eragon*hust*Evan heute tun könne, was ihm beliebe.

Oioioi. Ich wittere ... Ungeschicklichkeiten.

Eragorn, Sohn des Erathorn, streift nun also durch Teirm, bis er Hunger bekommt, und kehrt dann zum Hause Jeods zurück. Dort fällt sein Blick auf Angelas Kräuterstube und neugierig geht er hinein.
Drinnen sieht es so aus, wie man es in einem Kräuterweibleinladen erwarten würde. Viel Grünzeug, Mörser und Stößel, Blechschüsseln, Steine und eine Kristallkugel

Dann höppt eine Katze auf die Theke des Ladens und faucht Eragorn an. Der lässt sein Bewusstsein hinausgleiten(sic!) um der Katze begreiflich zu machen, dass er ein Freund sei.
Als er dann im Geiste ein Das kannst du dir sparen hört, verdächtigt er erst Saphira. Genauer gesagt verdächtig er Saphira extrem lange, bis ihm endlich dämmert, dass es die Katze ist, die mit ihm spricht.

'Aber du bist doch bloß eine Katze!', widersprach er.


Joah. Und Saphira ist nur ein Drache und Du bist nur ein herzlich begriffsstutziger Farmjunge, Adoniskörper hin oder her.

Die Katz ist unendlich geduldig und erklärt ihm erst einmal, dass sie eine Werkatze sei und Solembum heiße. Dann kommt auch schon Angela herein, die, ebenfalls gedanklich, von Solembum mitgeteilt bekommt, dass er mit Eragorn gesprochen hätte. Dies veranlasst Sie zur Aussage, dass Solembum Eragorn wohl mögen würde, weil er sich bei normalen Kunden nicht blicken ließe.

Natüüürlich mag Solembum, eine müthische und wichtige Kreatur unseren Heldenadonis. Er ist schließlich der Held, der Macher, die Hoffnung der Menschheit, der Stern in unserer kollektiven Nudelsuppe, der legendäre Drachenreiter, der Gary Stu! Wie könnte man ihn nicht mögen!

Jedenfalls sei er erst der dritte, mit dem Solembum sprechen würde. Vor vielen, vielen Jahren mal eine Frau, dann war da mal ein blinder Bettler und jetzt Eragorn. Engelschöre und so.

Wir kommen nun, nachdem wir so viele müthische und esoterische Zutaten inklusive der obligaten weisen Frau haben, zur ebenso obligaten schicksalsschweren Zukunftsvorhersage des Helden. Angela sammelt ihr Ledersäckchen mit Drachenfußknochen ein und wirft die hellsichtigen Gebeine.

„Warum bietest du mir das an?", fragte er.
„Wegen Solembum. [...] Ich habe es auch den beiden anderen angeboten, mit denen er redete. Nur die Frau hat zugestimmt. Selena hieß sie. Oh, wie hat sie es bereut. Ihre Zukunft war traurig und schmerzvoll. Sie hat mir nicht geglaubt – zuerst nicht. Später schon."

Nein! Selena! Eragorns Mutter! NEIN! SO EIN ZUFALL! Ich bin perplex! Verblüfft! Fassungslos! Erstaunt! Sprachlos! Sowas aber auch!

Leeeiiider erinnert sich Angela nicht mehr daran, was sie Selena erzählt hat. Ist schon so lange her und ihr Gedächtnis sei auch nicht mehr das wie früher und überhaupt damals gab's ja nix, man hatte ja nix, nicht mal Gedächtnis.

Dann schlonzt sie mit ein paar alten Worten die Drachenfußknochen auf ein Tuch und Eragorn, der Experte, erkennt sofort: das hier ist echt Wahrsagerei, jawoll!

Jut, und was kommt dabei heraus? Das Übliche.
Die Knochen sind uuuunheimlich schwierig zu lesen, Eragorns Zukunft ist ganz besonders besonders und so gut wie unvorhersehbar, aber so ein paar Sachen, ne, die könne man doch sehen:


  • Unsterblichkeit und/oder langes Leben

  • Er wird viel herumkommen

  • Es wird viel Kampf und Getue geben in seinem Leben

  • Ein grauenvolles, aber nicht näher bestimmbares Unheil schwebt wie das sprichwörtliche graue Wölkchen über Eragorns Kopf

  • Ein baldiger Todesfall wird ihm Kummer bereiten

  • Sein Schicksal wird es sein, dieses Land für immer zu verlassen

  • Er wird eine außergewöhnliche, großartige Liebe erleben, die stark genug ist, um Königreiche zu überdauern(sic). Die Auserwählte wird von adeliger Herkunft, mächtig, klug und unvergleichlich schön sein.

  • Uuuund dann wird er noch von jemandem aus seiner Familie verraten werden.



Die üblichen Zutaten.
Danach kommt Solembum noch an und gibt seine eigenen Zukunftsvisionen über Eragorn zum Besten.

'Wenn die Zeit kommt und du eine Waffe benötigst, schau unter den Wurzeln des Menoa-Baumes nach. Und wenn alles verloren scheint und deine Kräfte nicht mehr ausreichen, geh zum Felsen von Kuthian und sprich laut deinen Namen, und das Verlies der Seelen zu öffnen.'


Alles klar. Noch jemand, der Visionen über Eragorns Zukunft hat? Angelas Brunnen der Weissagung? Der blinde Bettler? Der Briefträger?

Nun hat Eragorn dann langsam auch genug und er geht erst mal zu Saphira. Die hat auch nicht viel zu sagen außer, dass Werkatzen toll und wichtig sind und Eragorn sich gut merken sollte, was Solembum gesagt hat, weil die Namen der Orte kraftvoll klingen, joh.

Am Abend kehrt Eragorn (hat der in der Zwischenzeit eigentlich was gegessen? Vor Angelas Kräuterladenweissagerei hatte er schließlich rasenden Hunger.) zu Jeods Haus zurück. Brom und der Hausbesitzer sind mittlerweile zurück und leider, leider hatten sie keinen Erfolg. Man will nicht einfach jedem dahergelaufenen Hinz und Kunz Zugriff auf die Handelswarenregister gewähren, ja sowas aber auch! Un-er-hört!

Daraufhin beschließt Buchbrom, Eragorn mal kurz eben das Leben beizubringen und dann würde man sich des Verzeichnisses annehmen.

Dann gibt's Abendessen und Jeods Frau verbreitet schlechte Stimmung. Doll.

Kommentare:

Alienor hat gesagt…

"Selena hieß sie. Oh, wie hat sie es bereut. Ihre Zukunft war traurig und schmerzvoll. Sie hat mir nicht geglaubt – zuerst nicht. Später schon.
[...]
Leeeiiider erinnert sich Angela nicht mehr daran, was sie Selena erzählt hat."


Ja nee, is klar.
Sie weiß noch, wie die Frau hieß und dass die Zukunft traurig war und dass Selena es erst nicht geglaubt hat, aber später schon - aber WAS sie ihr ge-basilikumt hat, weiß sie nicht mehr?!?
(Btw - was heißt "erst nicht, später schon"? Haben sie sich über längere Zeit gekannt (und trotzdem hat Angela die Weissagung vergessen?)? Oder haben sie später dann gelegentlich nochmal telefoniert oder was? ;-))

Und das Basilikum für unseren entbabyspeckten (jaaaa lieber Autor, wir haben jetzt wohl alle kapiert, dass Eragon inzwischen wirklich, wirklich knackig aussieht!) Jung-Adonis ist ja so richtig überraschend. Dräuendes Unheil, Kampf, Tod, Verrat und natüüürlich die-eine-und-einzige-große-und-wahre-Liebe(TM).
Ich kann die Spannung kaum ertragen.

Alienor hat gesagt…

PS:
Wäre jetzt eigentlich nicht allmählich der Zeitpunkt, an dem eine hübsche junge Frau auftaucht (vermutlich auf einem der Rebellen-Schiffe), in die Eragon sich so ein bisschen (aber natürlich nicht so wirklich) verliebt und die sich später als seine verschollene Zwillingsschwester herausstellt?

:kähähä:

Vinni hat gesagt…

Erst muß bestimmt Obi-Brom versterben ;)

Evangelina hat gesagt…

... ach das heißt "Wer-Katze"! Ich las die ganze Zeit "Werk-Katze" und fragte mich seit wann es Katzen ab Werk gibt ...

Zikädsche hat gesagt…

Da steht wirklich "Babyspeck"? Das ist eh schon eine stilistische Entgleisung, aber in Bezug auf einen 15-jährigen (?) mit die größte, von der ich je gehört hab. :stöhn:

Silph hat gesagt…

Kennt Eragon eigentlich den Namen seiner Mutter? Oder heißt da jede zweite Selena?

@FrauKatz
Schön finde ich deinen Vertipper, daß Buchbrom Eragon mal kurz das Leben beibringen will. Sollte doch sicher Lesen heißen, aber diese symbolische Doppeldeutigkeit... gibts zu, das war Absicht.

Elveny hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Elveny hat gesagt…

Solembum.

Das ist nicht dein Ernst, oder?

SOLEMBUM.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Solembum.

*wegschmeiß*

Was ein beknackter Name.

@Werkatze/Werk-Katze: Ging mir genauso *nick*

amanda james hat gesagt…

bin ich eigentlich die einzige die schluckt wenn es heißt:"Und wenn alles verloren scheint und deine Kräfte nicht mehr ausreichen, geh zum Felsen von Kuthian und sprich laut deinen Namen, und das Verlies der Seelen zu öffnen."? das erinnert mich so dermaßen an die rückkehr des königs, daß ich garnicht weiß wohin mit mir.
ach, und ich basilikume jetzt mal, daß sich unser hörr held in eine elfe verliebt! is ja schließlich auch aus nem angesehenen hause :D

Fuinil hat gesagt…

@amanda:

Und unsterblich und so, was ja gut passt, wenn Eragon unsterblich wird... Trotz dem Verrat und der dunklen Wolke über ihm :ugly:

Ranwen hat gesagt…

Alienor hat gesagt…

PS:
Wäre jetzt eigentlich nicht allmählich der Zeitpunkt, an dem eine hübsche junge Frau auftaucht

Vinni hat gesagt…

Erst muß bestimmt Obi-Brom versterben ;)

amanda james hat gesagt…

ach, und ich basilikume jetzt mal, daß sich unser hörr held in eine elfe verliebt! is ja schließlich auch aus nem angesehenen hause :D


Kchchch.

Ihr seid alle so kluk, ihr könntet direkt bei Angela in die Lehre gehen *ggg*.


Schön finde ich deinen Vertipper, daß Buchbrom Eragon mal kurz das Leben beibringen will. Sollte doch sicher Lesen heißen, aber diese symbolische Doppeldeutigkeit... gibts zu, das war Absicht.


Das dachte ich auch, als ich's gelesen habe.

Und daß Solembum Eragon nun mag, das hat er nicht gesagt.

Für Jeod hab ich übrigens immer einen bestimmten Schauspieler im Kopf... aber mir fällt ums Verplatzen nicht ein, wer das ist und woher ich ihn kenne. Nervig!

@Verrat: war das die Stelle, wo ich mir vorn Kopp gehauen hab?

Angela: "Einer aus deiner Familie wird dich verraten!"
Eragon: "Alles Stuß. Roran macht sowas nicht."

Joah, deinen Vater kennt kein Mensch, deine Mutter ist mit einem komischen Schicksal bedingst worden, aber deine Familie inklusive potentieller Verräter besteht natürlich nur aus Roran! JaNeeIsKlar! :doh:

Du könntest noch ein halbes Dutzend Geschwister haben, nur so zum Beispiel. Und was mit dem Vater ist, das steht auch noch aus. Eradum!

Ranwen hat gesagt…

P.S. @Babyspeck: ich weiß nicht, ob das dem Übersetzer oder dem Autor anzulasten ist...