Montag, 10. August 2009

Eragon XXX – Ein verhängnisvoller Fehler

Eragorn und Brom wollen nach diesem aufregenden Spionageabenteuer, das auch uns völlig in Atem hielt, nicht länger verweilen und rüsten zum Aufbruch.
Brom veräppelt noch die gar garstige Gastgeberin, indem er ihr überschwänglich für ihre großzügige Gastfreundschaft dankt, verabschiedet sich inbrünstig von Jeod und dann ist unser Heldentrupp auch schon wieder unterwegs.

Am südlichen Stadttor ließen die Wachen sie passieren, ohne ihnen einen zweiten Blick zu schenken.

Würde ja auch den Fortgang des sich rasant entwickelnden Plots hemmen, wenn die Wachen auf einmal aufmerksam und alarmiert wären.

Solembum lässt sich auch nochmal kurz blicken und das liefert Eragorn das passende Stichwort, Brom doch mal nach Werkatzen zu fragen, ganz unauffällig.
Der erzählt, dass Werkatzen ganz wundertolle Geschöpfe seien, die in der Blütezeit der Drachenreiter genauso verehrt wurden die die Drachen selbst und überhaupt seien sie sehr außergewöhnlich und heutzutage leider sehr selten.

Was der Helgrind ist, zu dem sie reiten, will Brom aber dann doch nicht sagen. Warum alle Eragorn, der schließlich die Hoffnung der Menschheit und die Wiedergeburt der Drachenreiter und überhaupt der Heilsbringer ist, ständig wie ein Kleinkind behandelt wird, dem man nur das Notwendigste sagt, und selbst das oft nicht einmal, wird mir immer ein Geheimnis und somit ein ständiges Ärgernis bleiben.

Fehlt nur noch, dass Eragorn in ein quengeliges „Sind wir bald daahaa?" ausbricht, aber mal wirklich jetzt!

Kaum außer Sichtweite von Teirm ruft Eragorn Saphira und steigt um. Dann tollen er und Saphira durch die Lüfte und berauschen sich an ihrer eigenen Großartigkeit. Duh.

Gegen Mittag sind Eragorns Beine dann vom Reiten ohne Sattel mal wieder wundgescheuert und er fragt Saphira, ob sie etwas dagegen hätte, wenn er heute nachmittag Cadoc reitet, er würde Brom nämlich gerne mal etwas nach seiner Vergangenheit ausfragen.

Nach dem Mittagessen (das Schicksal der zivilisierten Welt steht auf dem Spiel, aber für drei regelmäßige Mahlzeiten muss nun mal Zeit sein!) löchert unser Jungsdonis also seinen Lehrmeister. Wer denn diese Freunde seien, warum er sich in Caravahal versteckt hätte, was er in Gil'ead gefunden hätte etc. pp.

Brom weiß dadurch sofort, dass Eragorn ihn und Jeod heimlich belauscht hat.

„Du hast uns belauscht."
„Nur einmal", sagte Eragon.

Das macht es jetzt natürlich sehr viel besser.

„Wie ich sehe, muss ich dir noch anständige Manieren beibringen[.] Wie kommst Du darauf, dass dich diese Dinge etwas angehen?"

Ja, nee, weiß auch nicht. Weil alle Welt eigentlich ständig so tut, als sei Eragorn die tollste Erfindung seit Käse aus der Tube und der Messias schlechthin?

Eragorn argumentiert dann damit, dass ihm schon ständig irgendwelche Sachen aufgefallen wären, dass Brom die Zickzack beispielsweise kenne, und dass es einfach wichtig sei, möglichst viel zu wissen, um Gefahren besser erkennen zu können.

Brom lässt sich dann tatsächlich dazu hinreißen, ein wenig über die Hintergründe der gesamten Geschichte zu plaudern, natürlich nicht, ohne vorher noch eine ominöse Warnung abzusetzen.

„Bist Du sicher? Es gibt gute Gründe für meine Geheimniskrämerei. Ich habe versucht, dich zu schützen, indem ich Mächte von dir fern halte, die dich zerreißen würden. Wenn du einmal von ihnen und ihren Absichten erfahren hast, kannst du nie wieder ein ruhiges Leben führen.[...]"

Ja, als ob er es sich einfach nochmal so überlegen könnte. Hinter der nächsten Wegbiegung aussteigen, nach Carvahall zurückkehren und mit Saphira als geheimen Haustier in Frieden leben. Ja. Klar.

Was Brom dann so mitzuteilen hat, nimmt sich allerdings recht mau aus wenn man bedenkt, was für ein Tamtam er im Vorfeld darum macht.

  • Die Varden kämpfen gegen das Imperium, sprich, Grautvornix

  • Im Zentrum dieses Kampfes steht Eragorn. Wer sonst.

  • Varden und Grünix kämpfen quasi darum, auf wessen Seite sich Eragorn stellt, um so die Kontrolle über die nächste Generation von Drachenreitern zu erlangen.
    Muss Eragorn die alle zeugen oder was?

  • 's gäbe dann nämlich auch noch zwei andere Dracheneier.

  • Brom ist mit den Varden alliiert und hat das Saphira-Ei dem Köönich geklaut. Damals.

  • Brom hat Morzan, der die Drachenreiter an Gruselix verriet, in einem epischen Kampf besiegt. *töt*

  • Brom soll Eragorn zu den Varden bringen, aber das macht er noch nicht gleich, weil die Varden auch gefährlich sind und den armen, unbedarften Eragorn in ihre politischen Intrigen hineinziehen würden.


Ja, nu. Nichts wirklich revolutionäres.

Dann fragt der Heldenbub, so aus heiterem Himmel, ob Brom den seine Mutter gekannt hätte und wie sie so gewesen sei.

„Sie war stolz und würdevoll wie Garrow. Letztendlich ist sie daran zugrunde gegangen, aber es waren dennoch zwei ihrer besten Eigenschaften ... Sie half den Armen und weniger Glücklichen, auch wenn es ihr selbst nicht gut ging."

Ja, hört sich an wie die Mutter eines strahlenden Helden. Jetzt wissen wir wohl auch, von wem Eragorn seine Perfektion geerbt hat.

Gegen Abend sucht sich unsere Reisegruppe ein Nachtlager. Brom bereitet das Abendessen zu, während Eragorn Wasser holen soll. Am Flussufer entdeckt er einen absonderlichen Fußabdruck und will ihn sich genauer ansehen. Elegant, wie er ist, rutscht er dabei aus, fällt hin und bricht sich das Handgelenk.

Held.

Nun kann er den Fußabdruck genauer sehen und erkennt sofort: Urgals! Telepathisch warnt er Saphira und rennt schnell zurück ins Lager.

Im Lager angekommen, duckte er sich erschrocken, als Saphiras Schwanz über ihn hinwegpeitschte. „Hör auf! Ich bin's!", rief er.
Hups, sagte Saphira.

Die Chancen stehen für Eragorn gar nicht schlecht, von einem Freund statt von einem Feind umgebracht zu werden deucht mir. Du meine Güte. Ich meine, die beiden sind telepathisch verbunden, Saphira weiß auch ständig, was er so denkt und plant, aber wenn er durchs Unterholz poltert, erkennt sie ihn nicht?

Egal. Unser gebrochener Held berichtet Brom schnell von der gefundenen Fußspur und der beschließt, dass heute Abend mal nicht gegessen sondern gleich aufgebrochen wird. Brom sattelt Cadoc für Eragorn, Bubele hat sich ja schließlich das Handgelenk gebrochen, dann geht's los.

Nach nicht allzu langer Zeit hören sie in der Ferne Jagdhörner und wissen, dass die Urgals grade das abgebrochene Lager gefunden haben.

„Jetzt werden sie uns jagen. Es ist nicht ihre Art, die Beute entkommen zu lassen."

Brom ruft Saphira, wuchtet seinen Schützling auf deren Rücken und meint, er käme schon zurecht, Eragorn solle mit seinem Drachen erst mal Land gewinnen.
Brom reitet wie vom wilden Watz gebissen los, Eragorn fliegt hinterher, allein, es ist zwecklos, die Urgals holen sie ein.

Eragorn, ganz Held, beschließt, dass man da etwas tun müsse. Er lässt Saphira vor der Urkel-Horde landen. Die erschrickt sich erst einmal, aber dann sammeln sich die zwölf ungeschlachten Rohlinge(sic) wieder. Bemerkenswert ist auch die völlige Abwesenheit jedweder Fluchttendenzen, auf die Eragorn gehofft hatte, als er ihnen einen Drachen in den Weg schmiss.

Dumm gelaufen, würde ich sagen.

Man wirft sich dann noch ein wenig Konversation zu, aber letztendlich läuft es darauf hinaus, dass Eragorn seine umglaublich große Magie herausholt, auf die Urkels richtet und diese hinfortschwuppt. Also, durch die Luft schleudert. Das war dann aber schon zu viel für ihn und er rutscht halb ohnmächtig aus dem Sattel, sieht noch, dass sich einige der Urgals wieder aufrappeln, da nimmt Saphira ihn in ihre Klauen und trägt ihn hinfort. Er bekommt dann noch vage mit, dass sie mit Brom redet, und dann ist es auch erst mal vorbei mit dem Bewußtsein.

Liegt wahrscheinlich am fehlenden Abendessen. Drei Mahlzeiten täglich sind wichtig für die körperliche Entwicklung jedes Jungadonis, ganz zu schweigen von der moralischen Komponente.

Kommentare:

Silph hat gesagt…

Warum sollten die Dingens auch Angst vor Saphira haben? Sie hat doch selbst den Typen, mit dem sie telepathisch verbunden ist, verfehlt, wahrscheinlich trifft sie ohne die Verbindung noch schlechter.

Vinni hat gesagt…

Warum sollten sie Angst haben? Held bricht sich beim Bücken das Handgelenk (da hatte ich jetzt wenigstens das geheime Wort zum Knochenrichten erwartet), da kann der Eindruck, den er macht, nicht all zu furchteinflößend sein. :ugly:

Fuinil hat gesagt…

WTF? Irgendwie hab ich in Erinnerung, dass da schneller mehr öfter was passiert is. :langweil:

Und nu fängt die Äkschn an und ich weiß scho, was passiert.

:gruebel: Ich habe ein Problem.

Zikädsche hat gesagt…

Hups?

HUPS???

Neeee, oder?

:seufz:

FrauKatz hat gesagt…

@Vinni
Nicht ganz beim Bücken, eher beim Springen über den Fluss und dem Landen auf einem bemoosten Stein.

Trotzdem. :-p

@Zikädsche
An manchen Stellen (Babyspeck beispielsweise) würde mich wirklich mal die Stelle im Original interessieren. So bin ich mir ständig unschlüssig, wen ich gedanklich schütteln soll, Herrn P. oder den Übersetzer. :zahn:

amanda james hat gesagt…

"Jungsdonis" :lol: und ich dachte ich hätte mich verlesen :-) und ansonsten:so blöd kann man doch nicht sein?! naja, held in ausbildung, wa? wir erinnern uns: auch luke wurde nicht alles sofort erzählt!

Sakura hat gesagt…

>>auch luke wurde nicht alles sofort erzählt<<

Harry auch nicht. Warum sollte man auch? Es könnte die Junghelden davor bewahren irgendwelche Dumheiten/Fehler zu begehen. :ugly:

amanda james hat gesagt…

@sakura: du hast vollkommen recht:nick: ich vergass dieses elementare element:ugly:

Silph hat gesagt…

Wenn dem Junghelden schon alles direkt verraten wird, weiß der Leser/Zuschauer es auch und wir brauchen nicht die zwei bis sechs Pre-, Se- und Drumrumquels.

Und eigentlich auch nichtmal die restlichen 300 Seiten. Die sind aber nunmal bedruckt, also bitte ;)