Mittwoch, 21. Januar 2009

Die Hebamme XXI – Zurück auf dem Burgberg

Marthe, Christian und Lukas reiten also ein Jahr nach der ersten Reise wieder nach Meißen. Die Reise ist weitestgehend ereignislos, wenn man mal von den beiden gepfählen, halb verwesten Ehebrechern auf Meißens Richtplatz absieht. Marthe ist nicht amüsiert.

Die Burg ist relativ verlassen, was dem Hof-Connaisseur verrät: Otto ist momentan außer Haus. Aber immerhin ist Kriemhild, pardon, Hedwig da. Die ist heilfroh, Chris und Marthe Sue zu sehen. Dietrich, ihr Zweitgeborener, ist wieder krank und sie musste schon nach dem Medicus schicken. Marthe solle doch schnell zu Dietrich eilen und ihn heilen.

Der Medicus, ein Stümper vor dem Herrn, ist mal wieder dabei, Dietrich mit seiner uninspirierten Kurpfuscherei umzubringen. Marthe lässt alle guten Vorsätze sausen, springt den Medicus an und zieht ihm einen Kerzenleuchter über den Schädel.

... najaa. Aber das wäre doch mal eine schöne Szene gewesen, oder?

Nein, sie sieht nur, dass der Medicus den armen Buben mit Blutegeln spickt und tickt ein wenig aus.

„Was tut ihr da – Ihr bringt ihn um!", schrie Marthe entsetzt.
Der Medicus schnaubte verächtlich. „Weg mit dir, dummes Ding! Jeder gebildete Mann weiß, dass Blutegel das sicherste Mittel gegen Fallsucht sind, abgesehen vom Blut eines Gehenkten – und das wird heute noch geliefert."
[...]
Marthe drehte sich verzweifelt zu Christian um. „Herr, das wird den Jungen töten!"

Ja, seine eigene kleine Privatarmee immer dabei zu haben ist schon recht praktisch, wenn die Welt die eigene Genialität so gar nicht anerkennen will.
Chris überlegt also nicht lange und erklärt dem Arscht, dass er sofort vom Jungen abzulassen und das Zimmer zu verlassen hätte!
Als kleine Überzeugungshilfe richtet er dann noch sein mächtiges Schwert auf den Medicus, was diesen dann letztendlich doch irgendwie überzeugt.

„Das wird euch noch Leid tun! Ihr habt keine Ahnung, mit wem Ihr Euch da anlegt!"

Jajajaddaja. Ein weiterer bornierter Kleingeist, der sich zum Feind des einzigen Funkens von Anstand, Indelligendz und Rechtschaffenheit in einem sonst so finsteren Zeitalter macht.

Marthe macht sich an die Rettung Dietrichs, Hedwig kommt hinzu, wird über die Lage aufgeklärt und verfügt, dass gefälligst jeder zu tun hätte, was Marthe so sagt.
Würden das doch alle tun. Das Buch wäre kürzer, aber die Welt viel schöner.

Chris und Hedwig ziehen sich dann kurz mal zurück, um Neuigkeiten auszutauschen. Blabla, Kaiser, Italienfeldzug, oh, Würzburg, nett, Friedrich, Seite des Löwen, tideldum. :opossum:

Ritter C. meint, es träfe sich gar vortrefflich, dass Otto Geld bräuchte, er hätte da eine vertrauliche Nachricht. Hedwig winkt alle Bediensteten an den Rand der Halle und Chris flüstert ihr die Neuigkeit des Silbers ins feine Öhrchen. Sie ist entzückt und ergreift seine Hand. Dann verlassen sie unter den misstrauischen Augen der Dienerschaft den Raum.

... wir ahnen, was kommen wird, wenn Otto kommen wird? Noch am selben Abend? Haben wir da so eine Ahnung? So eine klitzekleine?

Innerhalb der Stunde, die sich Chris und Hedwig besprachen, hat es Marthe mal wieder geschafft: Dietrich ist wieder bei Bewußtsein und noch etwas blass, aber soweit wieder hergestellt, dass er gleich mit Christian ausreiten will. Yes, Marthe can eben!*

Kaum hat Hedwig Zeit, Marthe überschwänglich zu danken, da gibt es ein großes Getöse und Trara: Otto kehrt heim und ist missgelaunt wie immer.
Hedwig richtet ihm aus, sie hätte gute Nachrichten und lässt den Tisch in der Kemenate mit seinen Lieblingsspeisen decken.

Ahnungslos sitzt sie da, als plötzlich ... CLIFFHANGER!

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* Ich bin mal gespannt, wie lange die Anspielung auf den Obama-Wahlkampf noch im allemeinen Bewußtsein bleibt und verstanden wird. :-D

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich hab sie im Oktober 2009 noch verstanden! *grins*
Grüße von einem begeisterten Neufan

Mafdet hat gesagt…

*kicher*
Und ich hab' sie im Januar 2012 verstanden.

Huuuh... Ich poste aus der Zuuukunft...^^