Mittwoch, 9. September 2009

Eragon L – Gefahr! + Eragon LI – Auf der Jagd nach Antworten

Eragorn ist nach dieser unglaublichen Enthüllung wie vor den Kopf gestoßen. Jetzt wäre es ganz günstig, wenn Moorzahn im Laufe des bisherigen Buches ein wenig greifbarer geworden wäre, als nur mal eben kurz als erzböse beschrieben und gut war et. Aber mei.

Im nächsten Moment überrollte ihn Saphiras panisches Entsetzen. Sie verließ den Fluss und kam mit gefletschten Zähnen und drohend erhobenem Schwanz zwischen den Bäumen hindurch auf ihn zugestürmt. Sei auf alles gefasst, warnte sie ihn. Vielleicht besitzt er magische Kräfte.


Ungeachtet der Tatsache, dass wir ein paar Kapitel zuvor festgestellt haben, dass Murtagh eben keine magischen Kräfte hat: ja, da muss man aufpassen.

Vielleicht hat er auch irgendwo einen rostigen, stumpfen Löffel. *nottingham*

Oder gar ein Wattebällchen!

Das er jetzt zieht, da er die ganze Zeit unter Gedächtnisschwund litt und die Myriaden Gelegenheiten, Eragorn im Schlaf oder beim Essen zu erledigen, deswegen nicht wahrgenommen hat. Aber jetzt, als ihm die schreckliche Wahrheit entschlüpfte, wird er sich sofort auf Eragorn stürzen, um ihm Böses anzutun.

Da darf man schon mal gepflegt in Panik geraten und mit wedelnden Händen, pardon, wedelndem Schwanz, herumrennen, nein, das wirkt gar nicht krampfig und sinnlos übertrieben auf Drama getrimmt, neinnein.

„Du bist sein Sohn?" fragte Eragon ungläubig und tastete verstohlen nach Zar'rocs Griff. 'Was könnte er von mir wollen? Steht er in Wahrheit in Diensten des Königs?'

ARGH! Klar! Weil er Dir ja dann sein Geheimnis verriete, nur weil Du ein wenig herumgequengelt hast!

AAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!

[...]

Geht wieder.

Jut, Murtagh ist angemessen verzweifelt über seine genetische Ahnenreihe näherer Proximität und zeigt Eragorn so als Beweis für seine lauteren Absichten die fiese Narbe auf seinem Rücken, die entstand, als lieb Väterchen sein Schwert (Zar'roc, ne?) nach Sohnemann warf.

Eragorn ist schon fast überzeugt und stellt, ganz Captain Obvious, erst mal fest, dass Brom (Jeremy! Komm zurück und rette uns!) dann ja Murtaghs Vater getötet hätte.

„Ja", sagte Murtagh. Er zog sich seine Kleider wieder an.

Drama, ausziehen, anziehen ... dräuten da nicht grade noch Urkels irgendwo in der Nähe herum oder täuscht mich mein Gedächtnis?

Wäre nicht das erste Mal, doch nein, da ertönen schon wieder Hörner. Warum tuten die Urkels eigentlich noch ständig so sinnlos in der Gegend herum? Einfach anschleichen und die Gruppe überraschen, wenn sie sich mal wieder grade umziehen und dabei über Makramee-Eulen diskutieren.

Dank der Hörner erinnert sich der Heldentrupp wieder daran, dass man verfolgt wird, richtig, stimmt ja. Man rennt weiter, wobei Saphira gluckig-besorgt Eragorn nicht von der Seite weicht, weil sie ihn ja nicht alleine mit dem bösen Murtagh lassen kann. Eragorn will dann auch gleich von ihm wissen, ob er dem Imperium dient.

Wenn er es täte, dann wäre er zweifelsohne der dümmste Agent, den die Welt von Analgesia je gesehen hat. :-p

Eragorn zweifelt noch etwas herum, während Saphira immerhin bald darauf kommt, dass Murtagh ihrem Schnubbelwubbel ja schon längt was hätte antun können, wenn er denn gewollt hätte. Halleluja. Ein Funzellichtlein der Vernumpft(sic) in diesen finsteren Zeiten.

Nach viel Geflüchte und Gerede kommen sie schließlich am See an. Den Wasserfall am anderen Ende sehen sie auch und machen sich gleich auf den Weg, als auf der Hälfte der Strecke endlich die Urkel auftauchen. Murtagh und Eragorn rennen los, während Saphira auf die Urkel losgeht. Drama, Kampf, Gerenne.

Am Wasserfall angekommen kramt der Mann des Schwertes in seinem Gedächtnis nach den geheimen Zugangsworten zum Reich der Varden und brüllt den Wasserfall an. Sofort passiert ... nichts.

Was ungünstig ist, denn die Urkel-Kulis kommen munter weiter angerannt. Eragorn feuert sein Ovar an und:

Zwanzig der heranstürmenden Urgals stürzten schreiend in den Kóstha-mérna und hielten sich die Unterschenkel, aus denen die gebrochenen Schienbeine hervorragten.

Weil das auch sooo viel besser ist als die Urkel umzunieten, ne?

Man wird bedrängt, Speere fliegen und Murtagh meint, Eragorn solle doch nochmal mit der Elfe konferieren, wie es jetzt weitergehen solle, als Saphira sich einmischt.

Sie hätte ja auch die Erinnerungen der Elfe gesehen (Ach?) und sei der Meinung, dass sie schlicht und ergreifend auf der falschen Seite des Wasserfalls stünden.

Ahwatt? Na, das kann doch jedem mal passieren. Lechz, Rinks, das ist aber auch schwierig alles.
Das Grüppchen sammelt seine Siebensachen ein und eilt unter dem Wasserfall hindurch auf die andere Seite. Murtagh und Eragorn müssen dazu ins Wasser springen und unser Schwertmann muss, mal wieder, gerettet werden, indem man ihn vom Grund des Sees pflückt.

Murtagh? Nein! Ein Zwerg ist es, und gekommen ist er durch große Steintüren, die sich mittlerweile im Felsen hinter dem Wasserfall geöffnet haben. Mehrere Männer und Zwerge stehen im Tunneleingang. Einer davon hält Murtagh einen Dolch an die Kehle und warnt Eragorn, dass der Gebrauch von Magie in einer durchschnittenen Kehle murtaghseits resultieren würde.

Eragorn lenkt ein.

Völlig erschöpft schlurfte Eragon in den Berg hinein.

Hinter ihm fallen die Türen zu und das ist die gloriöse Ankunft bei den Varden in der geheimen Stadt unter dem Berg.




Der Kahlkopp (wenigstens kein Raubvogelgesicht), der Murtagh in Schach hält, weist schroff den Weg. Sie rennen durch Gänge und Tunnel und Eragorn möchte auf die dringende Notwendigkeit hinweisen, die Elfe seiner Träume zu behandeln, doch Karli Kahlkopp fährt ihm, immer noch schroff, über den Mund. Sie würden die Angelegenheit erst mal überprüfen.

Eragorn wird entwaffnet und dann soll er alle Mauern um seinen Geist fallen lassen, damit Karli ihn überprüfen könne. Es wäre nur zum Nutzen aller, denn man müsse ausschließen, dass hier irgendwer in den Diensten von Christbaumkugelix stehe.

Eragorn ist empört, denn man bräuchte hier erst mal einen Heiler, was seien denn das für Prioritäten bitte?

Karli stellt sich stur, da springt der Zwerg in die Bresche und fragt ihn, ob der denn jetzt völlig bleed sei, das wäre schließlich eine Elfe auf dem Rücken des Drachen, ne, und die bräuchte Hilfe, sonst bekämen sie alle hier schön die Köppe abgeschlagen, ohnefrage.

Das, so muss Karli nach kurzem, grummeligen Überlegen zugeben, dürfte zutreffen, und so wird Arya vom Drachen gezogen und gleich erkannt.

„Es ist Arya, die Hüterin des Dracheneis!"

Jetzt seid ihr doch froh, dass ihr sie nicht einfach habt abnibbeln lassen, was?

Eragorn verkündet, dass die arme Arya mit Kenneth Branagh vergiftet wurde und nur Tunichtguts Nektar könne sie retten. Gut, meint Karli, dann sollen sich die Heiler um sie kümmern, und schon wird die Elfe von den hilfreichen Statisten im Hintergrund hinfortgeschleppt.

Dann soll sich Eragorn für die Prüfung seines Geistes bereit machen. Orik, der Zwerg, wirft noch ein, dass Karli mal vorsichtig sein solle, sonst bekäme er Ärger mit dem König, und dann geht's auch schon los.

Karli ist grob und fies, was nicht verwundert, wenn man bedenkt, wie er in die Geschichte eingeführt wurde. Saphira unterstützt Eragorn und hilft ihm, bestimmte Dinge in seinem Geist zu verstecken.

Dann, nach schier endloser Tortur, ist Karli fertig und will nun Murtagh überprüfen. Der weigert sich aber. Karli ficht das nicht an, denn bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt. Murtagh wehrt sich und auf dem Höhepunkt der Spannung ist es wieder Orik, der eingreift und Karli wegzieht.

Der Mann taumelte zurück, dann fuhr er wutschnaubend zu Orik herum. „Wie kannst Du es wagen!", brüllte er. „Erst stellst du meine Führerschaft infrage, dann öffnest du ohne Erlaubnis die Pforten, und jetzt das!"

Ach, Karli wollte die Pforten erst gar nicht öffnen? Was für ein ausgesprochen netter Glatzkopp er doch ist. Ich schätze, die Rollen guter Cop – böser Cop sind sauber verteilt.

Orik und Karli argumentieren dann noch ein wenig hin und her, bis Karli schließlich geschlagen ist und wutschnaubend von dannen zieht. Eragorn, Saphira und Murtagh werden in einer Zelle untergebracht und Orik verschwindet mit den Worten, er würde ihnen jetzt was zu essen bringen.

Was sonst.

Nachdem man nun Zeit genug zur Verfügung hat, will Eragorn endlich wissen, wie das so ist mit Murtagh und Moorzahn und überhaupt. Murtagh räuspert sich und erzählt.

  • Er sei wohl das einzige Kind der Abtrünnigen

  • Seine Eltern hätten sich in einem Dorf kennengelernt (wichtig, eh?).

  • Mutti war Vati hörig.

  • Als sie schwanger wurde, brachte Vati sie weg. Weil halt. Unschicklich und so.

  • Murtagh wurde von einer Amme großgezogen, weil Mutti gleich nach der Geburt wieder zu Vati zurückging.

  • Moorzahn wurde irgendwann losgeschickt um Saphiras Ei zu jagen.

  • Da verschwand plötzlich auch Mutti.

  • Viele Monate später kommt Mutti wieder zurück.*

  • Und stirbt.

  • Garnienix will Murtagh rekrutieren, um das Drachenei zu erlangen.

  • Murtagh erkennt aber bald, dass Grantelix ein fieser Möpp ist und kündigt.

  • Seitdem isser auf der Flucht.

  • The End.



Gleich darauf gibt's Essen und danach sind alle müde und schlafen.

Ein traditionelles Kapitelende also. Wunnebar.

_ _ _ _ _
* So viele Monate wie es braucht, einen Eragorn zur Welt zu bringen und ihn Onkel Dingsbums zur Aufzucht aufs Auge zu drücken, eh?

Kommentare:

Vinni hat gesagt…

Eraluke, du bist mein Bruder? o.O

Ich möchte bitte die Makramee-Eule ;)

Alcarinque hat gesagt…

Geht es nur mit so, das ich mir Mozart(je.des.mal) immer mit weißer Puderperücke und feinen Kleidern des 18Jhdts auf dem Drachen vorstelle? :ugly:

Anonym hat gesagt…

Ein wahrlich klassisches Kapitelende: Gefangen werden, essen, einschlafen.

:Kopf gegen Wand:

Silph hat gesagt…

Ich bin dagegen, daß Kenneth Branagh irgendwen vergiftet. Den mag ich.

amanda james hat gesagt…

wie jetzt? murtagh und eragon sind brüder? (ich hab die anderen bücher nicht gelesen)
if so- :headdesk:

FrauKatz hat gesagt…

@Eraluke-Brüder
Keine Ahnung, ich spekuliere da wild herum. :ugly:

Allerdings ist es doch schon so ein wenig offensichtlich und allgemein hält das Buch ja wenig von Subtilität und überraschenden Wendungen. :-p

Purslane hat gesagt…

>Ich bin dagegen, daß Kenneth Branagh irgendwen vergiftet. Den mag ich.

Nach dem Genuss seiner Shakespeare-Verfilmungen im Schnelldurchlauf bin ich mir über eventuelle Vergiftungserscheinungen nicht so sicher. Jedenfalls musste ich gerade so heftig lachen, dass mir jetzt schlecht ist.

amanda james hat gesagt…

@purslane: aber, aber lachen ist doch gesund! davon sollte einem nicht schlecht werden. neinnein