Mittwoch, 2. Juli 2008

DFB – Kapitel VI

Kapitel VI heute etwas später, weil mir wegen der Hitze den ganzen Abend lang kodderig war. Trotzdem konnte mich nichts vom Kapitel abhalten; immer im Dienste meiner geliebten Leserschaft. (<-- Übersetzung: Ich verlange Mitgefühl und will betüddelt werden! :leid:)

Jut. Sechstes Kapitel. Bella wird extrem neugierig ausgefragt wie es denn so sei, die Luft in Edes Nähe zu atmen. Jeder, Floppy, das Schulmaskottchen, eingeschlossen, ist extrem fasziniert davon, daß Bella mit Edward gesprochen hat. Wahrscheinlich bringt in diesem Moment jede größere Zeitung der USA, achwas, der zivilisierten Welt einen Sonderbericht auf der Titelseite. Dem unglaublichen Ereignis ist das auch nur angemessen.

Just in diesem Moment höchster Bella-Glorie scheint Frau Meyer zu versuchen, ein wenig mehr Realismus in die Geschichte zu bringen. Vor meinem inneren Auge sehe ich die Lektorin mit einer P90 hinter Meyer stehen.

„Es muß mindestens eine Person geben, die Bella nicht mag!“ – „Aber Bella ist perfekt! Wie Edward! Sie weiß es nur nicht, was sie noch zusätzlich sympathisch macht! Jeder mag Bella!“ – „Mindestens eine Person!“ – „Das geht nicht! Sie ist zu liebenswert, als daß ...“ – *Waffe wird entsichert* – „Na schön. Na schön! *schmoll*


Wie auch immer es letztendlich kam, wir lernen Lauren kennen. Lauren wirft Bella unfreundliche Blicke zu und scheint sie nicht zu mögen.
Ich bin verblüfft.
Lauren mokiert sich später (auf dem Weg von der Cafeteria zu Bio, andere Settings scheinen nicht zu existieren) dann auch noch explizit über Bella.
Mir war bislang gar nicht aufgefallen, was für eine unangenehme, nasale Stimme sie hatte, und mich überraschte die Missgunst, die darin mitschwang.

Wundert es uns, daß die Person, die Bella nicht mag, offensichtlich unschöne Eigenschaften und Merkmale besitzt?

Mich auch nicht.

Das Strandwochenende naht und, o Wunder, die Sonne kommt doch tatsächlich heraus, vermag jedoch leider keine Gnade vor den Augen der Perfekten zu finden.
Sie stand an der falschen Stelle am Himmel, viel zu tief, und kam mir weiter weg vir, als ich das in Erinnerung hatte, aber es war definitiv die Sonne.

Na, es hat in letzter Zeit in Forks auch viel geregnet. Da vergisst man schon mal das große, heiße Gesicht am Himmel.

Bella und ihr Hofstaat fahren zum Strand. Mike will neben Bella sitzen, was prekär ist, denn hat sie ihn nicht grade eben nolens volens und selbstaufopfernd mit ihrer Freundin Jessica verkuppelt? Wird Bella es schaffen, weder Mike noch Jessica zu verärgern? Das sind Probleme, an denen geringere Geister zweifelsohne zerbrechen würden.

Durch den raffinierten Schachzug, Jessica einfach zwischen sich und Mike zu setzen, gelingt Bella „The Brain“ Swan das Unglaubliche. Sämtliche Einwohner von Forks stehen Spalier und applaudieren. Bravo! Und schon wieder eine unglaubliche Krise gemeistert.

Sie kommen am Strand an, Strand ist nett, eine kleinere Gruppe geht und sieht sich Seewasserbecken an, Bella fällt auf dem Weg routinemäßig ein paarmal hin, yaddayadda.
Als sie zurückkommen sitzen ein paar Jugendliche aus dem nahegelegenen Reservat am Feuer, unter ihnen auch Jacob. Bella findet Jacob erst mal sympathisch.
Dann allerdings machte er mit seiner ersten Frage den ganzen positiven Eindruck mit einem Schlag zunichte.
„Du bist Elisabeth Isabella Swan, oder?“
Es war, als ginge der erste Schultag noch einmal von vorne los.
„Bella“, seufzte ich.

Ja. Oooooooo. Mein. Gott. Was sind alle anderen Menschen, die nett zu ihr sind, doch für eine fürchterliche Zumutung für unser Prinzesschen. Sie muß so leiden. Wo ist eigentlich Amnesty International, wenn man es mal braucht? Es ist einfach unzumutbar, daß eine Bella wegen ihrer unglaublichen Schön- und Beliebtheit ständig ... angesprochen wird.

Es stellt sich heraus, daß Jacobs Vater der frühere Besitzer von Bellas Riesenauto war und sie sich außerdem von früher kennen, als Bella ihren Vater immer mal besucht hat.

Sie sitzen am Feuer und unterhalten sich. Dem Leser wird zur geneigten Aufmerksamkeit gebracht, daß Lauren, die Bellanichtmögerin, nicht nur eine mißtönende Stimme sondern auch blasse, trübe Augen hat.
Ja, Frau Meyer, wir haben's verstanden. Ich bin trotzdem Team Lauren, so there!

Die Frage kommt auf, warum Ede denn nicht mitgekommen sei. Einer der älteren Jungen meint, die Cullens kämen nicht hierher. Bella fällt der „dürfen nicht herkommen“-Unterton auf, und da sie von alleine ja nicht drauf kommt, was jetzt mit Ede los ist, muß sie sich eben jemanden suchen, der es ihr brühwarm erzählt. Logisch. Sie beschließt also, Jacob anzuflörten und dann auszuhorchen, das gerissene Luder.
[...] und plötzlich hatte ich eine Idee. Eine ziemlich blöde Idee, aber was Besseres fiel mir nicht ein. Ich hoffte, dass Jacob noch zu unerfahren mit Mädchen war, um meinen ganz sicher erbarmungswürdigen Flirt-Versuch zu durchschauen.

Bella erinnert mich immer mehr an eine unangenehme Tante, die einem mit ihrem Pulitzerpreis, dem Bundesverdienstkreuz, dem Modelvertrag und den Haus, Auto, Pferd-Bildern ständig vor der Nase herumwedelt, nur um dann, wenn man eine entsprechende Bemerkung macht, pseudo-bescheiden abzuwinken, sie sei ja nichts Besonderes, neinnein. Kann man ja mal sagen, wenn ohnehin jeder weiß, daß dem nicht so ist. Gah.

Bella fragt Jacob über die Cullens aus. Jacob erzählt eine alte Sage, nach der die Männer seines Stammes, die Werwölfe (Duh!), den kalten Wesen verboten haben, hierher zu kommen. Nachdem Bella immer noch nicht rafft, was Sache ist, wird Jacob deutlicher: joh, die kalten Wesen wären dann mal Vampire, ne? Bella ist gegänsehautet.

Ich persönlich hätte es ja schöner gefunden, wenn Bella selbst mal ihren – bestimmt perfekten – Hintern hätte bewegen müssen, um hinter Edwards Geheimnis zu kommen, aber die Autorin ist offensichtlich der Meinung, man müsse ihr alles haarklein auf dem Silbertablett servieren. Jacob ex machina. Naja.

Na gut.

Die Rückfahrt verbringt Bella aktiv damit, nicht nachzudenken. Mal ganz was Neues. Hurra.

Ich gehe dann jetzt ins Bett. Puh. Ich hoffe nur, es passiert mal bald was. Lange halte ich das Herumgeeiere nicht mehr aus.

Kommentare:

Alienor hat gesagt…

Ääääähm.
Da wird also großes Bohei um den ach-so-geheimnisvollen Ede veranstaltet - und dann wird das einfach aufgelöst, indem ihr jemand so nebenbei sagt, "ach übrigens, der ist dann mal Vampir (... und ich bin übrigens 'n Werwolf)"?
Neee, oder?

Wäre das nicht eine Möglichkeit gewesen, vielleicht eventuell möglicherweise ein bisschen >Spannung< in die Geschichte zu bringen?

Duuuuuh.

Centaurea hat gesagt…

Ich lese fasziniert, mitleidig, deine Aufopferung respektierend, teilweise fassungslos und ungläubig mit. Aber meistens fehlen mir einfach die Worte...

Gamina hat gesagt…

Wäre das nicht eine Möglichkeit gewesen, vielleicht eventuell möglicherweise ein bisschen >Spannung< in die Geschichte zu bringen?

Duuuuuh.


Spannung kann jeder. Sei doch mal offen für Neues.

Ich frage mich mittlerweile ernsthaft, wie ich sogar Band 2 lesen konnte. :ugly:

FrauKatz hat gesagt…

Da wird also großes Bohei um den ach-so-geheimnisvollen Ede veranstaltet - und dann wird das einfach aufgelöst, indem ihr jemand so nebenbei sagt, "ach übrigens, der ist dann mal Vampir.
Doch. :ugly:
Jacob glaubt natürlich nicht an die alte Legende, der zufolge sein Urgroßvater mit eben jenen Cullens (jawoll, die selbigen) den „stay away“-Vertrag aushandelte. Bella weiß hingegen sofort, daß aaalles wahr ist.

Bella muß in dieser Geschichte bislang nichts machen als Bella zu sein; alles andere bekommt sie mit dem Goldlöffelchen in den Mund geschoben.

Noch ein Üddelchen passiver und man müßte sie auf die Fensterbank stellen und wässern. :ugly:

amanda james hat gesagt…

ich lese ja jetzt schon begeistert hier ne weile mit und ich bin ernsthaft am überlegen, ob ich mir die bücher nicht auch durchlese*ugly*schon um mitreden zu können,den eigentlich war ich den büchern eher neugierig/positiv eingestellt.jetzt schwappt es zu sensationslüstern (ob der wundervollen kritik deinerseits) über.

dimturien hat gesagt…

Mei. Wat bin ich froh, dass ich net überall mitreden können muss. ;)

Wieso liest du das eigentlich noch? Ich bewundere dich irgendwie dafür, ich hätte ja schon lääääängst das Buch wieder weggelegt und nicht mehr angefasst. *schauder*

...Und ich dachte immer, ich würde schlecht schreiben. *g*

FrauKatz hat gesagt…

eigentlich war ich den büchern eher neugierig/positiv eingestellt.jetzt schwappt es zu sensationslüstern (ob der wundervollen kritik deinerseits) über.
Du mußt bedenken, daß da erstens eine Menge Genervtheit darüber mitschwingt, daß die Bellward-Fans im Forum zeitweise rücksichtslos jeden gottverdammten Thread mit dem Thema okkupierten und ich zweitens im Moment beruflich sehr ein- und angespannt bin. *g*

Wenn Du vorhattest, sie zu lesen, dann lies sie auch. Möglichst unbeeinflusst von meinen grantigen Hieben gegen alles Wahre, Gute und Schöne auf dieser Welt. :ugly:

Gibt's ja bei mir auch oft genug:
„Was für ein doofer Film!“ – „Ja, nicht wahr? Ich liebe ihn!“ :-D


Wieso liest du das eigentlich noch?
Würde ich es nur in der stillen Abgeschiedenheit meines Kämmerleins lesen, ich hätte das Buch schon längst weitergeschickt.
Aber es hat den Anschein, daß die Blogleserschaft Froide daran hat, mir dabei zuzulesen, wie ich mich durch die Seiten quäle. :ugly:

Als alte Attention Whore kann ich mir das natürlich nicht entgehen lassen. :-p

Tritonus hat gesagt…

[zitat=Faith]Noch ein Üddelchen passiver und man müßte sie auf die Fensterbank stellen und wässern. :ugly.[/zitat]

Geil. :roflol:

Die "Buchbesprechung" ist wirklich toll :grin: