Donnerstag, 11. Februar 2010

Guy Delisle, Aufzeichnungen aus Birma


Broschiert: 272 Seiten
Verlag: Reprodukt; Auflage: 1., Aufl. (Mai 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3941099019
ISBN-13: 978-3941099012



Guy Delisle ist Comiczeichner. Seine Frau Nadège ist Ärztin. Der gemeinsame Sohn Louis ist ein Baby.



Nadège arbeitet für die Médecins Sans Frontières, die Ärzte ohne Grenzen, und kommt somit in der Welt herum. Und weil Familie wichtig ist und man ja eigentlich überall zeichnen kann, begleiten sie ihr Mann und ihr Sohn auf diesen Reisen.

Dieses Mal geht es nach Birma. Moment, werden einige jetzt sagen und ich-weiß-was-aufgeregt mit den Händen wedeln, Birma, das heißt doch mittlerweile anders?

Jein. Der von der UN anerkannte Name ist in der Tat Myanmar, nur wurde der von der momentan dort herrschenden Militärdiktatur vergeben und einige Länder, darunter Frankreich und Deutschland, weigern sich offiziell, diesen neuen Namen zu verwenden.

Jahaaa. Habe ich alles aus diesem Buch gelernt. Da sag mal einer, Comics würden nicht bilden! Pfht!

Die graphische Novelle vermischt viele, teilweise auch sehr ernste Themen. Private, durchaus lustige Szenen, werden abgelöst von politisch kritischen Klängen. Persönliche Erfahrungen mit plötzlich im Wohnzimmer auftauchenden Kröten stehen vor Bildstrecken, die die herrschende Zensur im Land beschreibt. Skurriles neben Willkür, Begegnungen in der Diktatur.



Guy Delisle schafft es dabei, durchgehend unterhaltsam und sehr interessant zu ... schreibzeichnen. Eines der Bücher, die man bis spät in die Nacht durchliest, am Ende merkt, dass man ein durchaus politisch kritisches Buch gelesen hat und sich verblüfft fragt, warum man dann soviel Freude an der Lektüre hatte.

Wunderbar. Sehr empfehlenswert.

Bei Amazon kann man in die ersten Seiten mal reinblättern.

Kommentare:

Haiopaia hat gesagt…

Klingt interessant. Ein toller Blog übrigens. Köstlich die Kommentare zu Ayla & Co, ich lach mich jedesmal schlapp.

Liebe Grüße
Haiopaia

balu hat gesagt…

Ich kann mich der Empfehlung nur anschliessen, besonders die kleinen Sachen (Stichwort Geldscheine in etwas unüblichen Werten) regen doch zum schmunzeln an :)

Wobei ich eine Sache etwas seltsam finde - wieso setzt sich Delisle immer mal wieder mit seinem Coloristen in Verbindung, wenn der Roman doch schwarz/weiss ist ?

FrauKatz hat gesagt…

@Haiopaia
Hallo, Dankeschön und liebe Grüße zurück. Ich freue mich immer, wenn ein neues Gesicht auftaucht. :-D


@Balu
Während der ersten Zeit in Birma hat Delisle noch an einem anderen Comic gearbeitet. Ich glaube, es war „Louis geht Skifahren“.