Mittwoch, 17. Februar 2010

Mammutjäger – X

Am frühen Nachmittag machte sich eine allgemeine Mattigkeit im Löwen-Lager breit.


Früher Nachmittag? Das vorherige Kapitel hat nur den Vormittag behandelt?

Aspirine unterhält sich mit der werdenden Braut ein wenig über das Zusammengeben und dat Krams. Das wirft bei ihr ein paar Fragen auf:

Deegies Erzählungen von Branag und die auf sie zukommende Feier des Zusammengebens ließ Ayla über ihre Beziehung zu Jondalar nachdenken. Er hatte zwar gesagt, er liebe sie, doch hatte er ihr nie vorgeschlagen, sich mit ihr zusammenzutun, oder von einem entsprechenden Fest gesprochen, und das stimmte sie nachdenklich.


Uuuuuund ein weiteres Schrittchen in Richtung eines dringenden Bedarfs an professioneller Ehetherapie.

Ayla schlendert dann so zu Jondalar hinüber, der grade mit Wymez und Danug, seinen Feuersteinschlägerkollegen, in einer Ecke sitzt und Berufsgeheimnisse austauscht.

Ayla setzt sich dazu und die Männer fachsimpeln.

9 Seiten lang.



Selbst die Geduld ihrer Heiligkeit Aspirine ist irgendwann erschöpft und sie macht sich auf den Weg zu neuen Ufern.

[A]lle drei sahen ihr nach.
Sie ist eine wunderschöne Frau, dachte Wymez. Aufgeweckt und voller Kenntnisse und an vielen Dingen interessiert. Wäre sie eine Mamutoi, würde sie einen hohen Brautpreis erbringen.
[...]
Danugs Gedanken in die gleiche Richtung, nur hatte er sie im Geiste noch nicht richtig formuliert.


Jondalar hingegen sehnt sich zwar auch nach Aylas Nähe, will sie aber nicht nerven; denn er, der olle Ladykiller, erinnert sich nur zu gut daran, was er empfand, wenn die Frauen, die alle verrückt nach ihm waren, ihn mit ihrer Liebe verfolgten: Fluchtgedanken. Erst als er Ayla kennen und lieeeeeben lernte, wurde das anders. Aber jetzt will er ihr nicht zur Last fallen, sie nicht bedrängen und hat außerdem mit dieser doch sehr ungewohnten Eifersucht zu kämpfen.

Also schlägt er in seinem Frust erst einmal einen fehlerhaften Feuersteinklumpen zu ... Klump.
Und noch ein Schrittken. Kinners, Kinners. Gradewegs auf die Krise zu und das mit einer Konsequenz, also, das muss man schon mal anerkennen.

Na, und wen trifft Aspirine, als sie so vom Arbeitskreis Feuerstein wegschlendert? Na? Hmmmm?

Ranec! Es folgt ein Gedankenbla über ihre Anmut, ihre Schönheit, ihre Natürlichkeit, ihre kraftvolle Gegenwärtigkeit(sic) und dergleichen. Meine Güte. Dann lächelt er, dann lächelt sie und dann läd er sie an sein Herdfeuer ein, er hätte da so eine tolle Briefmarkensammlung Schnitzfigürchensammlung (Ranec ist der Stammes-Künstler). Ayla, in ihrer uuuunschuldigen Unschuld, findet das aufregend und toll, den Exkurs über Ranecs Künstlervisionen schenken wir uns, geht mit und Jodelkarl senkt sich gar bleierne Schwere auf die Glieder.

Hüstel.

Dann gibt es seitenweise Seelenoffenbarungen des Jodelkarl. Dass er mit Worten nicht so gut kann, eher mit den Händen, ne, dass er so ein großer Handwerker sei, auch bei den Damen, , dass er vor Ayla zwar sehr beliebt war, aber erst sie geliebt habe, Schalalalala.

Wymez sieht zwar des Karls Seelenqualen, ist selbst aber der Meinung, dass sein ebenfalls doch recht promisk veranlagter Sohnemann nun ruhig endlich mal heiraten und einen Haufen Kinder in die Welt setzen könnte und wäre mit Ayla als Schwiegertochter gar nicht mal so unzufrieden. Bei allem Mitleid, aber Familiy first, ne?

Zurück zu unserem Liebestäubchen. Ranec zeigt Aspirine seine Werke, die ist beeindruckt, auch von der unglaublich tieeefen Empfindsamkeit des Künstlers und sie fühlt sich allgemein gut unterhalten.

Plötzlich hatte sie das Gefühl, daß Jondalar es vielleicht nicht gern hätte, wenn sie hier war und sich mit Ranec unterhielt, seine Freude und seine Aufregung in sich aufnahm [Anm. d. Red.: ] – und das machte sie unglücklich, aber auch ein bißchen ärgerlich.


Ja, wir kommen langsam hin. Schrittchen für Schrittchen auf den großen Knall hin. Japp.

Kommentare:

Alcarinque hat gesagt…

Ein Fest des Zusammengehens?
Mit Knochenorgel und dem rituellen Jagen eines Albino-Mammuts/Säbelkatze/Neandertalers um sich in dessen weißes Fell hüllen zu können?
Ich weiß nicht, das klingt irgendwie seltsam...

Anonym hat gesagt…

Ich hab' nur mal eine ganz blöde Frage, weil ich das hübsche Büchlein *tätschel* noch nicht gelesen habe - aus welcher Perspektive schreibt die gute Frau da eigentlich?
Tztzz, die ganzen Wechsel. :-D

Und der arme Jodelkarl ist echt bemitleidenswert. Armer Bursche *röchel*

Wüstenratte hat gesagt…

Jodelkarl is ne Knallschote.
Mitleid? Pah.

Der soll ihr einfach sagen, was Sache ist, und schon sind alle Missverständnisse aus dem Weg geräumt.
Aber nööö, er muß ja das Mimöschen machen. Boah ey. Es ist Steinzeit, seid nicht so modern-kompliziert!


Liegt das eigentlich daran, daß diese Bücher alle von Frauen geschrieben wurden, daß die männlichen Hauptpersonen immer solche Vollhonks sind?

Vinni hat gesagt…

Karl hat halt andere Qualitäten ;)

mohrchen hat gesagt…

@ Anonym:
Die Frau schreibt in der 3. Person singular und wechselt zwischendurch bei interessanten Gedanken (was sie so interessant nennt) die Person, die beschrieben wird. Aber hauptsächlich erfährt der/die geneigte Lesende Aylas Gedanken.

BTW -- mir haben die Bände so vor zehn, fünfzehn Jahren ganz gut gefallen. Den hier hatte ich allerdings nicht geleesen.

amanda james hat gesagt…

so langsam kann ich mich des eindrucks nicht erwehren gut daran getan zu haben nen großen(ganz großen!) bogen, um alles was mit ayla zu tun hatte gemacht zu haben.

Silph hat gesagt…

Sehr lehrreich: Männer in der Steinzeit denken offenbar alle sehr viel.